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Jahrestagung der Gesellschaft für Medizinische Ausbildung (GMA)

23.09. - 25.09.2010, Bochum

Welche Einstellungen haben Studierende zu Leitlinien und wodurch wird ihre Meinungsbildung beeinflusst?

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Jahrestagung der Gesellschaft für Medizinische Ausbildung (GMA). Bochum, 23.-25.09.2010. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2010. Doc10gma243

DOI: 10.3205/10gma243, URN: urn:nbn:de:0183-10gma2438

Published: August 5, 2010

© 2010 Waldmann et al.
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Fragestellung: Da Leitlinien das umfangreiche Wissen zu speziellen Versorgungsproblemen werten und das aktuelle Vorgehen der Wahl definieren, stellen sie wichtige Orientierungshilfen dar. Dennoch ist ihre Akzeptanz unter Ärzten sehr unterschiedlich, wie in vielen Studien bereits untersucht wurde. Wenig ist bisher darüber bekannt, welche Einstellungen bereits Studierende zu Leitlinien haben und wie sie sich ihre Meinung darüber bilden.

Methodik: In einer moderierte Diskussion in einem geschlossenen Internetforum der Lernplattform Moodle (mit 10 Teilnehmern des „Online-Kurs Leitlinien Allgemeinmedizin“ im Sommersemester 2008) wurden im Sinne einer „Online-Fokus-Gruppe“ Kernaussagen erarbeitet, welche im Sommersemester 2010 allen Teilnehmern der verschiedenen Lehrveranstaltungen Allgemeinmedizin (Vorlesung/Seminar, Blockpraktikum, Wahlfächer – TN-Zahl ca. 320) in einem Online-Fragebogen mit 5-stufiger Likert-Skala zur Bewertung und Kommentierung vorgelegt werden.

Ergebnisse: Laut Ansicht und Erfahrungen der Fokusgruppe findet bis zum 8./9. Semester nur wenig Kontakt mit Leitlinien statt, bei Praktika in Krankenhäusern und Praxen wird eher ein negatives Bild geprägt (von „kein Thema“ bis „nervige praxisuntaugliche theoretische Vorgaben“), ein Nutzen wird aber gerade für Berufsanfänger gesehen („Orientierung und Sicherheit“) und ein Näherbringen von LL sei schon ab ca. 7. Studiensemester sinnvoll. Die Bewertung dieser Aussagen durch eine größere Gruppe Studierender wird bis zum DEGAM-Kongress vollständig vorliegen.

Schlussfolgerungen: Diese Ergebnisse haben Implikationen auf die curriculare Einbindung der Thematik: Da die Meinungsbildung der angehenden Ärztinnen und Ärzte zum Thema Leitlinien schon ca. ab der Mitte des klinischen Studienabschnitts zu beginnen und durch das Erleben der Einstellungen und des Verhaltens der DozentInnen und ÄrztInnen geprägt zu werden scheint, sollte durch Integration von Leitlinien in die Pflichtlehre Studierenden zu einem günstigen Zeitpunkt ein auf Informationen und nicht auf Vorurteilen basierender Zugang zu Leitlinien ermöglicht werden.