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Jahrestagung der Gesellschaft für Medizinische Ausbildung (GMA)

23.09. - 25.09.2010, Bochum

Altius, citius fortius - Studium beschleunigen durch die neue Approbationsordnung?

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  • corresponding author presenting/speaker Johannes Schulze - Goethe-Universität Frankfurt/Main, Dekanat, Frankfurt/Main, Deutschland

Jahrestagung der Gesellschaft für Medizinische Ausbildung (GMA). Bochum, 23.-25.09.2010. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2010. Doc10gma241

DOI: 10.3205/10gma241, URN: urn:nbn:de:0183-10gma2417

Published: August 5, 2010

© 2010 Schulze.
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Die Ärztliche Approbationsordnung (ÄAppO) von 2002 hatte zum Ziel, das Studium besser und effizienter zu gestalten; außerdem sollte die Absolventenzahl deutlich gesenkt werden. Anhand der Absolventenzahlen des Physikums bzw. M1 sowie des 2. Teils des Staatsexamens bzw. M2 zwischen 1999 und 2009 wurde untersucht, inwieweit diese Ziele - schnelleres Studium und niedrigere Absolventenzahlen - erreicht worden sind. Das Physikum/M1 wurde bei den Examina 1999 - 2005 im Mittel von 9130 Studenten bestanden, zwischen 2007 bis 2009 von etwa 8520 Studenten. Der Anteil der Studenten in der Referenzgruppe betrug zwischen 1999 und 2005 zwischen 35% (Düsseldorf) und 68% (Jena), im Bundesmittel 50,3% der Prüfungsteilnehmer. 17 von 34 Fakultäten hatten einen Anteil von mehr als 50% der Teilnehmer in der Referenzgruppe. Im Zeitraum 2006 bis 2009 (neue ÄApprO) stieg der Anteil der Referenzgruppe auf 65%, mit einer Schwankung zwischen 53% (Bonn) und 76% (Heidelberg und Regensburg). Gleichzeitig sank die Misserfolgsquote von 22% (1999 - 2005) auf 17,8% (2007 bis 2009), vor allem durch die niedrigere Misserfolgsrate der Referenzgruppe (8.9% Physikum nach alter ÄAppO bzw. 5,4% M1 nach neuer ÄAppO), während die Misserfolgsraten der Nichtreferenzgruppe mit 35% konstant blieben. Im zweiten Teil des Staatsexamens bzw. im M2 stieg der Anteil der Studenten in der Mindeststudienzeit von 25,3% (1999 - 2005) auf 38,7% (2007 - 2009). Während der Anteil der Referenzgruppe zwischen 1999 und 2005 zwischen 11% (Freiburg, Göttingen) und 52% (Dresden) schwankte, betrug er zwischen 2006 und 2009 zwischen 22% (Freiburg) und 57% (Bochum). An fast allen Fakultäten nahm der Anteil der Referenzgruppe stark zu (z.B. Freiburg von 11 auf 22%), nur in Dresden sank dieser leicht von 52% auf 47%. Die Misserfolgsquote im M2 betrug etwa 6% und lag damit höher als im 2. Staatsexamen nach alter ÄAppO mit 3,9% (1999 - 2005). Mit Ausnahme des Jahres 2007 haben jeweils mehr Studierende am M2/2. Teil des Staatsexamens teilgenommen, als das Physikum 3 bzw. 4 Jahre vorher bestanden hatten; dies weist darauf hin, dass das Studium im klinischen Abschnitt nicht abgebrochen wird und eine relevante Studentenzahl (etwa 600) mit Anerkennung eines nichtdeutschen Physikums zugelassen wird. Das Ziel eines schnellen Studiums, gemessen am Anteil der Studenten in der Referenzgruppe, wurde damit für beide Studienabschnitte erreicht. Auch die Zahl der Absolventen liegt derzeit wie damals gewünscht etwa 10% unter den Vergleichswerten. Das Ziel der „Vermeidung einer Ärzteschwemme von 2002 ist derzeit bei Ärztemangel allerdings wieder obsolet geworden.