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Jahrestagung der Gesellschaft für Medizinische Ausbildung (GMA)

23.09. - 25.09.2010, Bochum

Casting, Training, Acting - Wie gelingt authentische Rollenpräsentation?

Poster

  • corresponding author presenting/speaker Andrea Pirkl - RWTH Aachen, Medizinische Fakultät, AIXTRA Skillslab, Aachen, Deutschland
  • author Susanne Druener - RWTH Aachen, Medizinische Fakultät, AIXTRA Skillslab, Aachen, Deutschland
  • corresponding author Stefan C. Beckers - RWTH Aachen, Medizinische Fakultät, AIXTRA Skillslab, Aachen, Deutschland; RWTH Aachen, Medizinische Fakultät, Klinik für Anästhesiologie, Aachen, Deutschland
  • author Sasa Sopka - RWTH Aachen, Medizinische Fakultät, AIXTRA Skillslab, Aachen, Deutschland; RWTH Aachen, Medizinische Fakultät, Klinik für Anästhesiologie, Aachen, Deutschland

Jahrestagung der Gesellschaft für Medizinische Ausbildung (GMA). Bochum, 23.-25.09.2010. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2010. Doc10gma230

DOI: 10.3205/10gma230, URN: urn:nbn:de:0183-10gma2307

Published: August 5, 2010
Published with erratum: March 11, 2011

© 2010 Pirkl et al.
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Outline

Text

Fragestellung: „The simulated Patient is a person, who has been carefully coached to simulate an actual patient so accurately that the simulation cannot be detected by a skilled clinician.” [Barrows 1987]

Gemäß diesem Anspruch stellten wir uns die Frage, wie es einem Darsteller gelingt, sich emotional in die Lage eines z. B. schmerzgeplagten und verängstigten Menschen zu versetzen oder mehrfach hintereinander Betroffenheit (z. B. bei der Überbringung einer schlechten Nachricht) überzeugend darzustellen.

Methodik: Es wurde ein Konzept zur Auswahl und Ausbildung der Simulationspatienten nach standardisierten Kriterien entwickelt.

  • Auswahl (Casting): Die ausgewählten Bewerber werden per Fragebogen zur Vorerfahrung mit Theater und Feedback und zur Erfahrung mit dem Gesundheitssystem befragt. Ebenso wird die Motivation zur Teilnahme erhoben. Beim Casting werden Improvisations¬fähigkeit, Wahrnehmung und Konzentrationsfähigkeit überprüft.
  • Ausbildung (Training): Es folgt die Biografiearbeit mittels Erstellung des Aachener Zeitdiagramms und detailliertem „Charakterpuzzle“. Beim zweiten Training wird der erarbeitete Charakter in die aktuellen Umstände versetzt. Dies geschieht mittels „method acting“, der klassischen Schauspielausbildung nach Strasberg.
  • Acting: Beim ersten Einsatz wird der SP durch die Schauspieltrainerin supervidiert und erhält anschließend ein Feedback. Zur Ausbildung gehört im Weiteren die Videoanalyse.

Zur Begleitung des Konzeptes wurden Evaluationen bei den Simulationspatienten sowie bei den Studierenden mit standardisierten Fragebögen (5-Punkte-Likert-Skala, bzw. Schulnotensystem und Freitext-Möglichkeit) durchgeführt.

Ergebnisse: Im Klinischen Kompetenzkurs mit 111 Studierenden lag die durchschnittliche Bewertung im Schulnotensystem bei 1,43. 37% lobten in den Freitext-Antworten die authentische Darstellung der Fälle.

Eine Befragung der SP zeigte, dass sich 92% auf ihre Tätigkeit völlig ausreichend vorbereitet fühlen und 8% bedingt ausreichend. Das Rollentraining mittels Method acting wird von 76% der Simulationspatienten als hilfreich erlebt.

Die Präsentation der Fälle ist so überzeugend, dass 44% der Simulationspatienten nach einem Seminar bereits gefragt wurden, ob sie doch ein echter Patient seien, obwohl klar war, dass es sich um einen Schauspieler handelt.

Schlussfolgerung: Die SP sind durch die gründliche Vorbereitung sicher in ihrer Darstellung und können während der Präsentation konzentriert auf ihr Gegenüber achten. Dies ermöglicht ein gehaltvolles und konkretes Feedback.

Die kritische Auswahl der SP und das fundierte Training haben einen nachhaltig positiven Effekt auf die Authentizität der Darstellung und gut ausgebildete SP fühlen sich ernst genommen und dem Programm zugehörig.Der inhaltliche Anspruch an die Rollen und deren Präsentation wird kontinuierlich ausgebaut.Zuletzt kamen Angehörigengespräche zum Thema Hirntod und Organentnahme hinzu.


Erratum

Der Nachname der Erstautorin wurde zunächst irrtümlich mit "Prikl" angegeben.