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Jahrestagung der Gesellschaft für Medizinische Ausbildung (GMA)

23.09. - 25.09.2010, Bochum

OSCE: objektiv, fair und realitätsnah?

Poster

  • corresponding author presenting/speaker Anja Görlitz - LMU München, Klinikum Innenstadt, Schwerpunkt Medizindidaktik, München, Deutschland
  • Mona Pfeiffer - LMU München, Klinikum Innenstadt, Schwerpunkt Medizindidaktik, München, Deutschland
  • Lisa Kühne-Eversmann - LMU München, Klinikum Innenstadt, Schwerpunkt Medizindidaktik, München, Deutschland
  • Ralf Schmidmaier - LMU München, Klinikum Innenstadt, Schwerpunkt Medizindidaktik, München, Deutschland
  • Matthias Holzer - LMU München, Klinikum Innenstadt, Schwerpunkt Medizindidaktik, München, Deutschland

Jahrestagung der Gesellschaft für Medizinische Ausbildung (GMA). Bochum, 23.-25.09.2010. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2010. Doc10gma219

DOI: 10.3205/10gma219, URN: urn:nbn:de:0183-10gma2198

Published: August 5, 2010

© 2010 Görlitz et al.
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Text

Hintergrund: In jedem Semester findet im Modul der konservativen Medizin im Medizinischen Curriculum München (MeCuM) ein objektives standardisiertes klinisches Examen (OSCE) mit 11 Stationen statt. Die Prüfung wird von den Studierenden überwiegend als "fair" eingeschätzt. Bei 4 der 11 Stationen werden die Studierenden im symptombezogenen Anamnesegespräch geprüft und dabei von Standardisierten Patienten (SP) bewertet. In Anlehnung an die klinische Praxis beantworten die Prüflinge anschließend schriftliche Freitextfragen zum weiteren Vorgehen (z.B. Diagnostik). Die Stationen dauern 10 Minuten (7 Minuten Anamnesegespräch, 3 Minuten Freitextfragen).

Fragestellungen:

  • Bewerten geschulte SP die Inhalte der symptombezogenen Anamnese einheitlich?
  • Ist die gelungene symptombezogenen Anamnese Voraussetzung für die richtige Beantwortung der weiterführenden Fragen?

Methoden: 230 Studierende des Semesters konservative Medizin absolvierten am Ende des Wintersemesters 2009/10 alle 11 OSCE-Stationen. Pro Station gab es 12 bis 18 unterschiedliche Prüfer/SP, da jede Station zeitgleich an mehreren Orten geprüft wurde. Für jede Station gab es einheitliche mehrmals begutachtete standardisierte BewertungsbögenIn SPSS 17 wurde die KorrelationRangkorrelation (Spearman) der Items erreichten Punktzahl aus in den Anamnesegesprächen zu der der den Freitextfragen, sowie die Schwierigkeit der Einzelitems berechnet. Zudem wurde untersucht, inwieweit sich das Bewertungsverhalten der SPs von dem der ärztlichen Prüfer unterscheidet..

Ergebnisse: Bei den gleichen Stationen wurden je nach SP SP-abhängig sehr unterschiedliche Mediane erzielt. Es zeigten sich diesbezüglich keine Unterschiede zu den ärztlichen Prüfern.Die Einzelitems wiesen eine guteTrennschärfe Die Beantwortung der weiterführenden Fragen korrelierte nur bei zwei der vier Stationen leicht mit der Erhebung einer vollständigen Anamnese (rs=0,14 bzw. 0,16).

Schlussfolgerungen: Das OSCE gilt als standardisiertes, faires Prüfungsformat, insbesondere im Vergleich zur nicht-standardisierten mündlich-praktischen Prüfung. Allerdings zeigen sich trotz Prüfer- und SP-Schulung und einheitlicher ausführlicher Bewertungsbögen große Unterschiede zwischen den Prüfern. Jedoch kann mit einer genügend hohen Anzahl an Stationen der daraus resultierende Nachteil für die Prüflinge minimiert werden. In weiteren Untersuchungen soll gezeigt werden, ob durch individuelles Feedback anhand der errechneten Trennschärfen und Mediane an die SPs und ärztlichen Prüfer und weitere Schulungen die Unterschiede in der Bewertung verringert werden können. Die nur schwache bzw. nicht vorhandene Korrelation von Anamnese und weiterführenden Fragen kann sowohl an den Items der Bewertungsbögen liegen, die bisher nicht gewichtet sind, als auch an der Art der Fragen, bzw. an der Aufgabenstellung für die Studierenden – auch hierzu sind weitere Studien geplant.