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Jahrestagung der Gesellschaft für Medizinische Ausbildung (GMA)

23.09. - 25.09.2010, Bochum

E-Learning-Module: Lateingrundlagen für die Medizinische Terminologie

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  • corresponding author presenting/speaker Gereon Schäfer - RWTH Aachen Institut für Geschichte, Theorie und Ethik der Medizin, Aachen, Deutschland
  • Dominik Groß - RWTH Aachen, Institut für Geschichte, Theorie und Ethik der Medizin, Aachen, Deutschland
  • Martin Baumann - RWTH Aachen, Institut Angewandte Medizintechnik, Aachen, Deutschland

Jahrestagung der Gesellschaft für Medizinische Ausbildung (GMA). Bochum, 23.-25.09.2010. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2010. Doc10gma193

DOI: 10.3205/10gma193, URN: urn:nbn:de:0183-10gma1930

Published: August 5, 2010

© 2010 Schäfer et al.
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Fragestellung: Der Kurs "Medizinische Terminologie" soll Medizinstudierenden Grundlagen der anatomischen Nomenklatur und der klinischen Terminologie vermitteln. Der für den Kurs vorgesehene Zeitrahmen von sechs Doppelstunden ist für das Erreichen dieses Kursziels bei Studierenden mit Lateinkenntnissen gerade ausreichend. Nach eigenen Erhebungen liegt die Quote der "Nichtlateiner" bei rund 50 Prozent. Diese benötigen für die Vermittlung von Lateingrundlagen einen zusätzlichen Lehraufwand, für den jedoch weder räumliche noch zeitliche Ressourcen im Stundenplan vorgesehen sind. Somit wurde bislang ein Kompromiss aus beiden Kurzielen eingegangen mit dem Ergebnis, dass sich Studierende ohne Lateinkenntnisse überfordert sahen, während Studierende mit Lateinkenntnissen kritisierten, zu viel bekanntes Latein und zu wenig Terminologie vermittelt zu bekommen. Im Rahmen des vorgestellten Projektes, das im Herbst 2010 umgesetzt werden soll, soll geklärt werden, wie Lerninhalte, die nur für Teilnehmer ohne Lateinkenntnisse relevant sind, zukünftig durch E-Learning-Module vermittelt werden können.

Methodik: Anhand der anatomischen Nomenklatur "Terminologia antomica" wurde ein Grundwortschatz von ca. 100 Termini für die Bezeichnung allgemein bekannter Körperteile, Organe und Strukturen erstellt, mit dessen Hilfe sämtliche notwendigen Lateinkenntnisse vermittelt werden können. Aus dem allgemeinen Kursprogramm wurden die Lateinlektionen eliminiert, in kleine Einheiten mit definierten Lernzielen umstrukturiert und mit Hilfe der bestehenden E-Learning-Software in verschiedenen Medien präsentiert. Ein Online-Test (Online-Prüfungssystem / inside) dient zur freiwilligen Selbsteinschätzung und Lernkontrolle.Projektbegleitend werden Zeit- und Materialaufwand der verschiedenen Arbeitsschritte, Organisations- und Betreuungstätigkeiten festgehalten. Für die Evaluierung des Online-Self-Assessment-Tests, der einzelnen E-Learning-Module und der Betreuung über das Online-Forum werden EvaSys-Fragebögen erstellt. Hinzu kommt eine Analyse der Klausurergebnisse nach (selbsteingeschätzten) Lateinkenntnissen und Teilnahme am E-Learning-Angebot.

Ergebnisse: Entwickelt wurde ein E-Learning-Konzept für Studierende ohne Lateinkenntnisse, das in einer ersten Stufe sechs Wochen vor Kursbeginn startet und

1.
über einen freiwilligen Online-Test den Studierenden zu einer Selbsteinschätzung ihrer Lateinkenntnisse verhilft, Empfehlungen für die Nutzung der E-Learning-Module gibt und als Messinstrument für den Lernerfolg dient,
2.
durch die Nutzung verschiedener E-Medien dem jeweiligen Lerntyp, Ausrüstungsstand und Lernort Rechnung trägt (interaktive übungen, Podcasts, Videostreams) und durch eine Aufteilung in kleine Lerneinheiten die Möglichkeit eröffnet, einzelne Lerninhalte gezielt zu bearbeiten oder zu überspringen und
3.
den Studierenden durch ein dozentenbetreutes Diskussionsforum eine Plattform zum persönlichen Austausch gibt.

Die zweite Stufe soll begleitend zum Terminologie-Kurs bestehende Unsicherheiten bei der Anwendung lateinischer Termini beheben.

Schlussfolgerungen: Mit dem vorgestellten E-Learning-Konzept scheint es möglich, trotz räumlicher und zeitlicher Begrenzungen im Stundenplan ein Lehrangebot zu schaffen, das- Freiräume für die Vermittlung fachsprachlicher Fertigkeiten erschließt,- den unterschiedlichen Voraussetzungen der Studierenden gerecht wird und- deren Lernmotivation stärkt.