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Jahrestagung der Gesellschaft für Medizinische Ausbildung (GMA)

23.09. - 25.09.2010, Bochum

Peer Teaching in der studentischen Ausbildung für Notfallmedizin

Poster

Jahrestagung der Gesellschaft für Medizinische Ausbildung (GMA). Bochum, 23.-25.09.2010. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2010. Doc10gma159

DOI: 10.3205/10gma159, URN: urn:nbn:de:0183-10gma1593

Published: August 5, 2010

© 2010 Fandler et al.
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Ausbildung in Basic- und Advanced Life Support sowie Notfallmedizin stellten in den alten, bis 2002 angebotenen österreichischen Studienplänen Humanmedizin ein Stiefkind des medizinischen Curriculums dar. Mit der Einführung des neuen Studienplanes 2002 bestand die Möglichkeit, die Ausbildung entsprechend den universitären Vorgaben zu intensivieren. Ähnlich anderen Initiativen im deutschsprachigen Raum [1], [2], konnte daher in Graz im neuen Curriculum ab 2002 eine umfassende, verpflichtenden, insgesamt über 80stündige Ausbildung in Erster Hilfe und Notfallmedizin implementiert werden. Besonders erwähnenswert ist dabei der Einsatz von sogenannten „NKI-RettungsmedizinerInnen“ des Medizinercorps der Bezirksstelle Graz-Stadt des Österreichischen Roten Kreuzes im Rahmen der studentischen Lehre.

Das Medizinercorps Graz ist eine Einrichtung innerhalb des Grazer Roten Kreuzes, die für den Betrieb zweier Notfallwägen sowie eines Intensivtransportfahrzeuges in einem städtischen Ballungsgebiet von knapp 500.000 Einwohnern verantwortlich ist und gemeinsam mit zwei Notarztstützpunkten die notfallmedizinische Versorgung sicherstellt. Auf den Notfallwägen zeichnen „NotfallsanitäterInnen mit besonderer Notfallkompetenz Intubation und Beatmung“ für die primäre Versorgung des Notfallpatienten verantwortlich; dabei handelt es sich um Medizinstudierende in den letzten beiden Studienjahren, die eine über 2000stündige Ausbildung, mit der Zusatzqualifikation „RettungsmedizinerIn“ abschließend, durchlaufen.

Bereits in der Vergangenheit wurden NKI-RettungsmedizinerInnen mit guten Rückmeldungen unter entsprechender Supervision im Rahmen der Notarztaus- und Weiterbildung im Auftrag der Österreichischen Ärztekammer, ebenso in Ausbildungen des Roten Kreuz, eingesetzt. Im Rahmen der Umstellung auf das neue Curriculum Humanmedizin und den damit verbundenen neuen Aufgaben erschien es daher logisch, RettungsmedizinerInnen im Sinne eines peer-to-peer teachings auch in der studentischen Lehre vermehrt einzusetzen.

NKI-RettungsmedizinerInnen des Medizinercorps des Grazer Roten Kreuzes werden derzeit in allen notfallrelevanten Ausbildungen an der Medizinischen Universität Graz eingesetzt. Dazu gehören sowohl die obligatorischen Ausbildungen in Erster Hilfe für Studierende zu Studienbeginn sowie Notfallmedizin für Studierende späterer Studienabschnitte inkl. dem praktischen Jahr, wie auch Unterricht in fakultativen Lehrveranstaltungen für besonders interessierte StudentInnen.

Hier profitieren Studierende einerseits vom durch langjährige Erfahrung gewonnenen Fachwissen ihrer KollegInnen und andererseits von den Vorteilen des Peer-to-Peer Unterrichts. Die bislang ausgezeichneten Evaluierungen für diese Art von Unterricht ergibt sicher sicherlich auch aus dem Unterricht „auf Augenhöhe“, der hier permanent stattfindet. Gleichzeit erlangen auch die vortragenden RettungsmedizinerInnen didaktische Erfahrung, die ohne Zweifel einzigartig ist.


Literatur

1.
Timmermann A, Roessler M, Barwing J, Blaschke S, Bräuer A, Eich C, Hirn A, Klockgether-Radke A, Nickel E, Russo S, Saur P, Kettler D. Neue Wege der studentischen Lehre - Erste Erfahrungen im Querschnittsbereich Notfall- und Intensivmedizin. Anästhesiol Intensivmed Notfallmed Schmerzther. 2005;40(9);536-543. DOI: 10.1055/s-2005-870108 External link
2.
Beckers S, Bickenbach J, Fries M, Hoffmann N, Classen-Linke I, Killersreiter B, Wainwright W, Kuhlen R, Rossaint R. „Meet the AIX-PERTs…“ - Der notfallmedizinische Start in den Modellstudiengang Humanmedizin am Universitätsklinikum Aachen. Anaesthesist. 2004;53(6):561-569.