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Jahrestagung der Gesellschaft für Medizinische Ausbildung (GMA)

23.09. - 25.09.2010, Bochum

Teaching und Coaching im Praktischen Jahr- PJ-Mentoring Pädiatrie im Aachener Modellstudiengang Medizin

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  • corresponding author presenting/speaker Melanie Simon - RWTH Aachen, Mediznische Fakultät, Aachen, Deutschland
  • Beate Karges - RWTH Aachen, Mediznische Fakultät, Aachen, Deutschland

Jahrestagung der Gesellschaft für Medizinische Ausbildung (GMA). Bochum, 23.-25.09.2010. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2010. Doc10gma142

DOI: 10.3205/10gma142, URN: urn:nbn:de:0183-10gma1428

Published: August 5, 2010

© 2010 Simon et al.
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Hintergrund: Das Praktische Jahr (PJ) liegt an der Schnittstelle zwischen dem theoretisch-klinischen Studium und der Berufsausübung als Arzt. Durch Einführung des 2. Abschnitts der ärztlichen Prüfung (M2neu) und die erweiterten Anforderungen an den ärztlichen Berufsbeginn ist die Nachfrage nach einer strukturierten, praktisch-klinischen Ausbildung im PJ stark gestiegen.

Methode:

  • Klinisches Fallseminar (Top 25 des Fachgebiets) 1x/Woche

Es handelt sich um ein regelmäßig stattfindendes fallbezogenes klinisches Seminar (clinical case seminar), das auf einer klinischen Fallpräsentation aufgebaut ist. Es werden häufige und klinisch Relevante Krankheitsbilder und Fragestellungen der Pädiatrie (Top 25) abgehandelt. Ein besonderer Schwerpunkt liegt hierbei auf der praxisnahen, klinischen Problemlösung, d. h. dem effektiven diagnostischen und therapeutischen Vorgehen unter Praxisbedingungen.

  • Differentialdiagnostische Lehrvisite 2x/Woche

Die differentialdiagnostische Lehrvisite stellt ein eher traditionelles, personalintensives Lehrformat dar, das auf Station am Krankenbett durchgeführt wird. Durchgeführt wird die Visitation von vorher ausgewählten Patienten mit praktisch bedeutsamen Krankheitsbildern und Untersuchungsbefunden. Durch das gut Dozent/PJler-Verhältnis kann die Durchführung und Übung von klinischen Untersuchungstechniken) wie auch die gezielte Gesprächsführung trainiert werden. Weitere Merkmale der Lehrvisite sind die kritische Analyse von Befunden und differentialdiagnostische und -therapeutische Diskussion.

  • Individuelles Coaching 1x/Woche und nach Vereinbarung

Das Ziel des individuellen Coachings ist die persönliche Bewertung und Förderung von Studierenden durch den Mentor. Hierzu zählt u. a. die Analyse persönlicher Stärken und Lerndefizite. Diese Aufgabe kann nur bei guter Betreuungsrelation und in einem angemessenen Zeitrahmen wahrgenommen werden.

  • Assessment

Zu den spezifischen Maßnahmen des Coachings gehört die probeweise Durchführung von Patientenuntersuchung, Dokumentation und Präsentation (Fallabnahme) wie unter M2neu Examensbedingungen ("M2neu-Probeexamen").

Durch den individuelleren Kontakt mit den Studierenden soll außerdem die Möglichkeit geschaffen werden, dass der PJ Tutor als möglicher Ansprechpartner bei allgemeinen oder persönlichen ärztlichen Fragen (z.B. Berufsperspektiven, Bewerbungsstrategien, Gender-Aspekte, etc.) wahrgenommen werden kann.

Die teilnehmenden PJler werden jeweils mittels eines Online-Fragebogens zu dem vorangegangenen Tertial befragt. (5-Punkte-Likert-Skala; 1= beste, 5=schlechteste Bewertung).

Ergebnis: Die Bewertungen der Studierenden ergaben die folgenden Mittelwerte (n=16): persönliche Betreuung: 1,0 (±0), Lernziele klar erkennbar: 1,6 (±1), Lernziele erreicht (1,8±0,7), subjektiver Lerneffekt des Mentorings: 1,2(±0,4), Fallseminar: 1,1(±0,3), Individualcoaching: 1,4(±0,5), Wie bewerten Sie das Mentoringprogramm gesamt: 1,3(±0,5).

Schlussfolgerung: Das PJ-Mentoring im Pädiatrietertial wird von den Studierenden sehr gut angenommen und bewertet. Das Individualcoaching unterstützt die PJler in ihrem Lernfortschritt und bereitet sowohl auf das Examen als auch auf die Berufstätigkeit vor. Das Mentoring Programm nimmt somit eine wichtige Rolle dabei ein, im Praktischen Jahr den letzten Schritt zur Berufsfähigkeit junger Mediziner zu gestalten.