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Jahrestagung der Gesellschaft für Medizinische Ausbildung (GMA)

23.09. - 25.09.2010, Bochum

Innovative Instrumente zur Vorbereitung und Auswahl von Studieninteressierten der Medizin aus Nicht-EU-Ländern: Propädeutikum und fachspezifischer Studierfähigkeitstest

Poster

  • corresponding author presenting/speaker Frank Seibert-Alves - Johann Wolfgang Goethe-Universität, Dekanat des Fachbereichs Medizin, Frankfurt/Main, Deutschland
  • Anwar Syed-Ali - Johann Wolfgang Goethe-Universität, Dekanat des Fachbereichs Medizin, Frankfurt/Main, Deutschland
  • Volkmar Hentschke - Johann Wolfgang Goethe-Universität, Dekanat des Fachbereichs Medizin, Frankfurt/Main, Deutschland
  • Hanns Ackermann - Johann Wolfgang Goethe-Universität, Klinikum, Institut für Biostatistik und mathematische Modellierung, Frankfurt/Main, Deutschland
  • Frank Nürnberger - Johann Wolfgang Goethe-Universität, Dekanat des Fachbereichs Medizin, Frankfurt/Main, Deutschland

Jahrestagung der Gesellschaft für Medizinische Ausbildung (GMA). Bochum, 23.-25.09.2010. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2010. Doc10gma117

DOI: 10.3205/10gma117, URN: urn:nbn:de:0183-10gma1174

Published: August 5, 2010

© 2010 Seibert-Alves et al.
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Fragestellung: Für Studieninteressierte aus Nicht-EU-Ländern ohne deutsche Hochschulzugangsberechtigung ist eine Quote von zurzeit 8% der Studienplätze reserviert. Wie diese Quote mit für das Medizinstudium am besten geeigneten Bewerberinnen und Bewerbern besetzt werden kann, ist eine für alle medizinischen Fakultäten dringliche Frage. In Frankfurt wird versucht, mit einem sechzehn Wochen dauernden Vorkurs vor dem potenziellen Studienbeginn, dem Propädeutikum, die Basis für einen erfolgreichen Studieneinstieg zu schaffen. Unterrichtet werden die Fächer Biologie, Chemie, Deutsch und Physik mit insgesamt mindestens 25 Unterrichtsstunden pro Woche. Nach Abschluss des Propädeutikums wird ein fachspezifischer Studierfähigkeitstest (SFT) geschrieben, dessen Ergebnis mit 49% in die Erstellung einer Rangfolge der Bewerberinnen und Bewerber eingeht. Mit 51% geht die Note der Hochschulzugangsberechtigung (HZB) in die Rangfolge ein. Hier sollen erste Ergebnisse eines Vergleichs der beiden Zulassungsparameter vorgestellt werden.

Methodik: Untersucht wurde eine Gruppe von initial acht Studierenden, die nach Teilnahme an Propädeutikum und Studierfähigkeitstest zum Wintersemester 2009/2010 mit dem Medizinstudium in Frankfurt begann. Für die ersten vier Prüfungen (Anatomie I, Biologie I, Chemie und Physik) wurde der korrelative Zusammenhang vom jeweiligen Prüfungsergebnis mit der Note der Hochschulzugangsberechtigung sowie mit der Gesamtnote des Studierfähigkeitstests untersucht.

Ergebnisse: Eine Übersicht über die Korrelationen zwischen HZB bzw. SFT und Punktezahlen in den ersten Prüfungen des vorklinischen Studienabschnitts ist in Tabelle 1 [Tab. 1] dargestellt.

Bei der Darstellung ist zu beachten, dass eine bessere Leistung in den vier Prüfungen mit einer höheren Punktzahl einhergeht, während bei den Noten die bessere Leistung mit einer kleineren Zahl bewertet wird, so dass negative Korrelationskoeffizienten erwartet werden. Darüber hinaus zeigt sich, dass der Unterschied zwischen den Korrelationen HZB zu Fächern und SFT zu Fächern bzgl. der Anatomie I hochsignifikant (p=0.0034) ist.

Schlussfolgerung: Die ersten Ergebnisse unterstützen unsere Vermutung, dass die HZB als Auswahlkriterium für Studieninteressierte aus Nicht-EU-Ländern ohne deutsche Hochschulzugangsberechtigung nur wenig geeignet ist. Die Kombination aus Propädeutikum und fachspezifischen Studierfähigkeitstest hingegen schneidet trotz der kleinen Stichprobe für die ersten vier vorklinischen Prüfungen deutlich besser ab und kommt unserer Intention, die ausländischen Studierenden optimal zu fördern, besonders nahe. Eine Wiederholung der Untersuchung mit einer höheren Anzahl Studierender (die Teilnahme am Studierfähigkeitstest ist ab dem Wintersemester 2010/2011 in Frankfurt Zulassungsvoraussetzung) und die Fortsetzung bezüglich der nächsten Prüfungen ist geplant.