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Jahrestagung der Gesellschaft für Medizinische Ausbildung (GMA)

23.09. - 25.09.2010, Bochum

Der Massenanfall von Verletzten: Vorbereitung von Einsatzkräften mittels eLearning

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  • corresponding author presenting/speaker Daniel Redmer - Universitätsklinik Bonn, Klinik und Poliklinik für Orthopädie und Unfallchirurgie, Bonn, Deutschland
  • corresponding author Stefan Müller - Universitätsklinik Bonn, Klinik und Poliklinik für Anästhesiologie und Operative Intensivmedizin, Bonn, Deutschland
  • Philipp Fischer - Universitätsklinik Bonn, Klinik und Poliklinik für Orthopädie und Unfallchirurgie, Bonn, Deutschland

Jahrestagung der Gesellschaft für Medizinische Ausbildung (GMA). Bochum, 23.-25.09.2010. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2010. Doc10gma107

DOI: 10.3205/10gma107, URN: urn:nbn:de:0183-10gma1079

Published: August 5, 2010

© 2010 Redmer et al.
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Fragestellung: Untersucht wird die Frage, ob sich durch Schulung von Einsatzkräften mittels eLearning ein mindestens gleichwertiger Einsatzerfolg beim Massenanfall von Verletzten (MANV) erreichen lässt wie im Vergleich zu konventioneller Ausbildung.

Potentiell kann jede im Sanitäts- und Rettungsdienst tätige Einsatzkraft mit einem Massenanfall von Verletzten konfrontiert werden. Als wegbereitend für einen umfassenden Einsatzerfolg bei der Bewältigung einer solchen Schadenslage gelten insbesondere die Maßnahmen der ersteintreffenden Kräfte. Aufgrund der eher geringen Frequenz solcher Ereignisse ist es jedoch schwierig Handlungssicherheit für ihre Bewältigung zu erlangen [1].

Methodik: Das Vorhaben ist Teil des vom BMBF geförderten Verbundprojektes zur Vorbereitung auf Terroranschläge, Krisen und Katastrophen (VoTeKK) in dessen Rahmen u.a. eine webbasierte eLearning-Ausbildungsplattform geschaffen wird.

Im Rahmen einer Literaturrecherche wurden zunächst die Zielgruppen (nicht-ärztliches Personal, Notärzte, Führungskräfte bei MANV) sowie bestehende Einsatz- und Ausbildungskonzepte analysiert. Nachdem daran anschließend ein Lernzielkatalog erarbeitet worden ist, wird dieser derzeit in eLearning-Module umgesetzt. Die Qualitätssicherung und Legitimierung wird durch Beteiligung des wissenschaftlichen Projektbeirates gewährleistet.

Die Wirkung der neuen Kursmodule wird sowohl hinsichtlich ihrer subjektiven Komponente (Teilnehmerbefragung/Selbsteinschätzung/Akzeptanz) als auch nach objektiven Kriterien bewertet und mit einer Kontrollgruppe verglichen. Dazu ist die Analyse von Planspielen und Realübungen (Erfassung der Handlungskompetenzen) sowie von Lernzeiten (Präsenzkurse/eLearning) vorgesehen.

Ergebnisse: Die Literaturrecherche zeigte, dass die die Ausbildung zur Vorbereitung auf MANV-Situationen in Deutschland sowohl hinsichtlich des zeitlichen, als auch des inhaltlichen Umfanges auf allen einsatztaktischen Hierarchieebenen eine große Streubreite aufweist. Einheitliche Standards fehlen.

Teilnehmerbefragungen bei Führungskräfteschulungen lassen zudem auch subjektiven Schulungsbedarf [2] - insbesondere hinsichtlich CBRNE-Lagen - sowie eine grundsätzliche Aufgeschlossenheit gegenüber dem Ansatz computerunterstützter Ausbildung erkennen.

Schlussfolgerungen: Mit eLearning-Modulen zur Vorbereitung auf MANV-Einsätze kann sowohl die Zugänglichkeit (Zeit- und Kostenfaktoren) als auch die Bereitschaft zur Schulung (Art der Vermittlung von Inhalten, Selbsteinteilung der Lernzeit) positiv beeinflusst werden. Durch direkte und indirekte Effekte erhoffen


Literatur

1.
Ashkenazi I, Olsha O, Schecter WP, Kessel B, Khashan T, Affici R. Inadequate mass-casualty knowledge base adversely affects treatment decisions by trauma care providers: Survey on hospital response following a terrorist bombing. Prehosp Disaster Med. 2009;24(4):342-347.
2.
Fischer P, Kabir K, Weber O, Wirtz DC, Bail H, Ruchholtz S, Stein M, Burger C. Preparedness of German Paramedics and Emergency Physicians for a Mass Casualty Incident: A National Survey. Eur J Trauma Emerg Surg. 2008;34:443-450. DOI: 10.1007/s00068-008-8803-4 External link