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Jahrestagung der Gesellschaft für Medizinische Ausbildung (GMA)

23.09. - 25.09.2010, Bochum

Gut vorbereitet ins Praktische Jahr mit dem Kölner PJ-STArT-Block*

Vortrag

  • corresponding author presenting/speaker Christine Schiessl - Uniklinik Köln, Zentrum für Palliativmedizin, Köln, Deutschland
  • Houda Hallal - Universität zu Köln, Humanwissenschaftliche Fakultät, Institut für vergleichende Bildungsforschung und Sozialwissenschaften, Köln, Deutschland
  • Wencke Johannsen - Uniklinik Köln, Institut für Pharmakologie, Köln, Deutschland
  • Ortrun Kliche - Universität zu Köln, Institut für Geschichte und Ethik der Medizin, Köln, Deutschland
  • Eva Neumann - Uniklinik Köln, Klinik und Poliklinik für Psychosomatik und Psychotherapie, Köln, Deutschland
  • Christian Thrien - Universität zu Köln, Medizinische Fakultät, Studiendekanat, Skills Lab, Köln, Deutschland
  • Christoph Stosch - Universität zu Köln, Medizinische Fakultät, Studiendekanat, Skills Lab, Köln, Deutschland

Jahrestagung der Gesellschaft für Medizinische Ausbildung (GMA). Bochum, 23.-25.09.2010. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2010. Doc10gma66

DOI: 10.3205/10gma066, URN: urn:nbn:de:0183-10gma0661

Published: August 5, 2010

© 2010 Schiessl et al.
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Outline

Text

Fragestellung: Der Übergang in das Praktische Jahr (PJ) bringt eine große Rollenveränderung während des Medizinstudiums mit sich: Studierende wechseln von der eher passiven Rolle des Zuhörenden und nur partiell Teilnehmenden in die Rolle des primär Aktiven, der sich in der Komplexität des Klinikalltags zurechtfinden und selbstständig Verantwortung für sein Tun übernehmen muss. Dieser Herausforderung versucht die medizinische Fakultät der Universität zu Köln seit dem WS 2009/2010 mit dem PJ-STArT-Block (=Schlüsselkompetenztraining und ihre Anwendung in realitätsnahen Tagesabläufen) zu begegnen. Ziel ist es, die Studierenden durch Zusammenfassung und praktische Anwendung der im Studium erlernten Fähigkeiten optimal auf das PJ vorzubereiten und ihnen damit Sicherheit für ihre ärztliche Tätigkeit zu geben.

Methodik: Kernelement des Programms ist das Anwenden aktiver Problemlösestrategien an mittels Schauspielpatienten (SP) simulierten konkreten Patientenfällen auf einer Simulationsstation. Jeweils 24 Studierende durchlaufen im Rotationsprinzip das einwöchige Programm. Der Tagesablauf ist hierbei nah an den realen Stationsalltag angelehnt: eingerahmt von Morgen- und Mittagsbesprechung betreuen die Studierenden selbstständig 9 Patienten, zum Teil über mehrere Tage hinweg. Der Arzt-Patienten-Kontakt erfolgt in Kleingruppen von jeweils 4 Studierenden, bei einfacheren Szenarien unmoderiert, bei komplexeren Fällen durch einen Dozenten aus dem jeweiligen Fachgebiet moderiert, teilweise videographiert. Das Spektrum der Fälle umfasst einfache und komplexe Szenarien, Notfall-Situationen, die ambulante und stationäre Betreuung. Die zu bewältigenden Aufgaben reichen von der diagnostischen Einschätzung und Therapie über die Vorstellung der eigenen Patienten in der Morgen- und Mittagsbesprechung, Dokumentationsaufgaben, Arztbrieferstellung, Referententätigkeit in der Stationsfortbildung bis zur Visite mit dem Oberarzt. Das Programm wurde umfassend evaluiert.

Ergebnisse: Im WS 2009/2010 haben insgesamt 115 Studierende am PJ-STArT-Block teilgenommen. Das Programm wurde insgesamt und modulspezifisch evaluiert. Das Ergebnis der Zufriedenheitsevaluation (5-stufige Skala von sehr gut bis mangelhaft) lag für das gesamte Programm bei im Mittel 1,31 (SD 0,52; n=107), die Werte der einzelnen Module lagen zwischen 1,21 und 2,23.

Schlussfolgerung: Der PJ-STArT-Block wird von den Studierenden sehr gut akzeptiert und prospektiv als extrem nützlich bewertet.


Anmerkung

* Projekt im Rahmen des studienbeitragsgeförderten Lehrprojekts EISBÄR / PJ-STArT-Block (http://www.pjstartblock.uni-koeln.de/) unter Beteiligung der folgenden Institutionen der Universität zu Köln: Medizinische Fakultät: Zentrum für Palliativmedizin (Prof. Dr. Voltz, PD Dr. Schiessl) Klinik und Poliklinik für Psychosomatik und Psychotherapie (PD. Dr. Albus, Prof. Dr. Obliers, Dr. Koerfer), Institut für Pharmakologie (Prof. Dr. Herzig, Dr. Matthes), Studiendekanat und Kölner Interprofessionelles Skills Lab und Simulationszentrum (Prof. Dr. Dr. Lehmann, Dr. Boldt, Dr. h.c. (RUS) Stosch), Institut für Geschichte und Ethik der Medizin (Prof. Dr. Karenberg, Prof. Dr. Dr. Schäfer) und Humanwissenschaftliche Fakultät: Institut für vergleichende Bildungsforschung und Sozialwissenschaften (Prof. Dr. Allemann-Ghionda)