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Jahrestagung der Gesellschaft für Medizinische Ausbildung (GMA)

23.09. - 25.09.2010, Bochum

Peer Assisted Learning - Ein innovatives Lehrkonzept für studentische Lehre in der operativen Intensivmedizin

Vortrag

  • corresponding author presenting/speaker Sasa Sopka - RWTH Aachen, Medizinische Fakultät, Skillslab AIXTRA, Aachen, Deutschland; RWTH Aachen, Medizinische Fakultät, Klinik für Anästhesiologie, Aachen, Deutschland
  • Steffen Rex - RWTH Aachen, Medizinische Fakultät, Klinik für Anästhesiologie, Aachen, Deutschland; RWTH Aachen, Medizinische Fakultät, Klinik für operative Intensivmedizin, Aachen, Deutschland
  • Sara Mückter - RWTH Aachen, Medizinische Fakultät, Klinik für operative Intensivmedizin, Aachen, Deutschland
  • Rolf Rossaint - RWTH Aachen, Medizinische Fakultät, Klinik für Anästhesiologie, Aachen, Deutschland
  • Gernot Marx - RWTH Aachen, Medizinische Fakultät, Klinik für operative Intensivmedizin, Aachen, Deutschland
  • author Stefan C. Beckers - RWTH Aachen, Medizinische Fakultät, Skillslab AIXTRA, Aachen, Deutschland; RWTH Aachen, Medizinische Fakultät, Klinik für Anästhesiologie, Aachen, Deutschland

Jahrestagung der Gesellschaft für Medizinische Ausbildung (GMA). Bochum, 23.-25.09.2010. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2010. Doc10gma55

DOI: 10.3205/10gma055, URN: urn:nbn:de:0183-10gma0559

Published: August 5, 2010

© 2010 Sopka et al.
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Text

Hintergrund: Die Intensivmedizin ist ein wesentlicher Bestandteil der Medizin und jeder klinisch tätige Mediziner wird mit dem Themengebiet in seinen Berufsleben direkt oder indirekt konfrontiert. Trotz dieser Tatsache sind intensivmedizinische Inhalte in der Ausbildung von Medizinstudierenden bisher unterrepräsentiert. Ursachen dafür sind vielfältig. Das Fach Anästhesiologie ist erst seit der Reform der ÄAppO 2003 als Bestandteil des Pflichtcurriculums etabliert worden [1]. Des Weiteren ist die Intensivmedizin von hoher Komplexität gekennzeichnet, so dass auch Vermittlung basaler Lerninhalte Studierende häufig überfordert [2]. Daneben ist die Betreuung Studierender auf Intensivstationen sehr aufwendig, durch das häufig nicht vorhersehbare Arbeits-aufkommen nur begrenzt planbar und durch Unterbrechungen gekennzeichnet. Peer Assisted Learning (PAL) steht für ein Konzept, in welchem von ärztlichen Dozenten ausgebildete Studierende andere Kommilitonen als Tutoren unterrichten. Die Methode bietet das Potential, Studierenden eine kontinuierliche Betreuung anzubieten und sie damit besser an die Theorie und Praxis der Intensivmedizin heranzuführen.

Material, Methoden: Auf unserer Intensivstation wurden Studierende des 8.und 9.Semesters bislang durch ärztliche Dozenten in einem Blockpraktikum betreut [2]]. Für das aktuelle Projekt wurden in einem Auswahlverfahren zusätzlich Studierende als Peer Tutoren nach definierten Kriterien ausgewählt. Folgend wurden sie durch erfahrene Ärzte inhaltlich und didaktisch als Peer-Dozenten für PAL ausgebildet. Wir entwickelten Lernziele für Ärzte, Peers und Lernende, um somit standardisiert Anforderungen an den Unterricht zu definieren. Ein Skript war bereits aus vorhergegangenen Arbeiten entstanden [2]. Eine Förderung des Projektes wurde im Rahmen der Ausschreibung um innovative Nutzung von Studiengebühren an der Medizinischen Fakultät gefördert.

Ergebnisse: Unsere Arbeitsgruppe entwickelte im Rahmen des Blockpraktikums Intensivmedizin ein PAL-Konzept. Im laufenden Semester nehmen 3 Peer-Tutoren und ca. 120 Studierende des Blockpraktikums daran teil und werden von Ärzten und Peers unterrichtet. Aktuell erfolgt die Umsetzung und wissenschaftliche Evaluierung bezüglich der Akzeptanz und des theoretischen wie praktischen Wissens der Studierenden durch standardisierte Checklisten im OSCE Format und Fragebögen im Pre-Post-Design.

Schlussfolgerung(en): Bereits jetzt kann anhand erster Erfahrungen und Ergebnisse festgestellt werden, dass eine hohe Akzeptanz und Zufriedenheit bei Studierenden und Dozenten im Blockpraktikum zu verzeichnen ist und die Umsetzung des Konzeptes erfolgreich verläuft. Dies gilt es durch die Auswertung der Fragebögen und Ergebnisse des Pre-Post-Testing zu verdeutlichen.


Literatur

1.
Beckers S, Sopka S, Fries M, Skorning MH, Kuhlen R, Rossaint R. Anästhesiologie als Pflichtfach in der neuen ÄAppO. Anästhesist. 2007;56(6):571-580. DOI: 10.1007/s00101-007-1175-z External link
2.
Beckers S, Rex S, Kopp R, Bickenbach J, Sopka S, Rossaint R, Dembinski R. Intensivmedizin als Bestandteil des Pflicht-Curriculums. Anästhesist. 2009;58(3):273-228. DOI: 10.1007/s00101-008-1501-0 External link