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Jahrestagung der Gesellschaft für Medizinische Ausbildung (GMA)

23.09. - 25.09.2010, Bochum

Interprofessionelle Zusammenarbeit üben - profitieren Berufstätige von einem Unterrichtskonzept für Studierende?

Vortrag

  • corresponding author presenting/speaker Anne Barzel - Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, Institut für Allgemeinmedizin, Hamburg, Deutschland
  • Änne-Dörte Jahncke-Latteck - Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, Institut für Allgemeinmedizin, Hamburg, Deutschland
  • Gesche Ketels - Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, Physiotherapie, Hamburg, Deutschland
  • Silke Roschlaub - Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, Institut für Allgemeinmedizin, Hamburg, Deutschland
  • Cadja Bachmann - Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, Institut für Allgemeinmedizin, Hamburg, Deutschland
  • Justina Engelbrecht - Bundesärztekammer, Dezernat Fortbildung und Gesundheitsförderung, Berlin, Deutschland
  • Hendrik van den Bussche - Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, Institut für Allgemeinmedizin, Hamburg, Deutschland

Jahrestagung der Gesellschaft für Medizinische Ausbildung (GMA). Bochum, 23.-25.09.2010. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2010. Doc10gma14

DOI: 10.3205/10gma014, URN: urn:nbn:de:0183-10gma0146

Published: August 5, 2010

© 2010 Barzel et al.
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Text

Einleitung und Fragestellung: Die Bedeutung einer guten interprofessionellen Zusammenarbeit für eine qualitativ hochwertige Patientenversorgung wird stets betont. Eine interprofessionelle Arbeitsgruppe aus Praktikern und Lehrenden am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf hat deswegen ein Konzept für Studierende entwickelt und erfolgreich eingesetzt. Es sensibilisiert die zukünftigen Akteure im Gesundheitssystem bereits während des Studiums für die Bedeutung der interdisziplinären Zusammenarbeit und bereitet sie auf die kooperativen Anforderungen ihrer späteren Berufstätigkeit vor. Dieses innovative Konzept wurde jetzt für den Einsatz bei einer eintägigen interprofessionellen Fortbildungsveranstaltung für Ärzte und Fachverbände im Gesundheitswesen modifiziert, um zu erproben und zu evaluieren, ob die in den verschiedenen Berufen Tätigen von einem solchen Konzept ebenfalls profitieren.

Methodik: Das bestehende und evaluierte Konzept wurde in mehreren, interprofessionell besetzten Telefonkonferenzen an die Rahmenbedingungen der Fortbildungsveranstaltung angepasst. Thema ist der chronische Schlaganfallpatient in seinem häuslichen Umfeld. Nach einem Einstieg aus der Perspektive der einzelnen Berufsgruppen finden interprofessionell besetzte Workshops statt. In moderierten Kleingruppen führen die Teilnehmer mit einem Simulationspatienten ein Anamnesegespräch. Anschließend formulieren sie in interprofessionellen Fallkonferenzen, Ziele und Maßnahmen für diesen Patienten. Es folgt ein Austausch über die Anforderungen an die Kooperation und die Entwicklung gemeinsamer Visionen guter interprofessioneller Zusammenarbeit. Die Prozess- und Ergebnisevaluation erfolgt extern durch die Teilnehmer und intern durch die Moderatoren.

Ergebnisse: Das zugrundeliegende Konzept wurde 2009 erfolgreich mit Studierenden der Medizin, Pflege und Physiotherapie realisiert. In den studentischen Fallkonferenzen fand eine Sensibilisierung für die Bedeutung und Möglichkeiten guter interprofessioneller Zusammenarbeit statt. Ziel der im April 2010 stattfindenden interprofessionellen Fortbildungsveranstaltung ist der Dialog der beteiligten Berufsgruppen zur Verbesserung der Rehabilitation und Langzeitbetreuung von Schlaganfallpatienten. Es wird erwartet, dass auch Berufstätige davon profitieren, wenn positive Effekte des Lernens erlebbar werden. Die 48 Teilnehmer kommen aus den Berufsgruppen der Physiotherapie, Ergotherapie, Logopädie, Ärzte, Pflege, Orthopisten, Diätassistenten. Es wird davon ausgegangen, dass die Fortbildungsteilnehmer durch die interprofessionellen Fallkonferenzen eine Sensibilisierung für die Perspektive der anderen Berufsgruppen erfahren und mit neuen Ideen und Ansätzen in ihren Berufsalltag zurückkehren. Die Ergebnisse werden bis zum Kongress vorliegen.

Schlussfolgerungen: Interprofessionelle Zusammenarbeit kann nur verbessert werden, wenn die Machbarkeit und der Benefit für die Beteiligten erlebbar sind. Dieses Projekt leistet dazu einen Beitrag, weil positive Lernerfahrungen praxiswirksam umgesetzt werden können.