gms | German Medical Science

Jahrestagung der Gesellschaft für Medizinische Ausbildung (GMA)

23.09. - 25.09.2010, Bochum

Etablierung des Fragebogens "SFDP26-German" als verlässliches Instrument zur Evaluation des klinischen Unterrichts (Clinical Teaching)

Vortrag

  • corresponding author presenting/speaker Peter Iblher - Universität zu Lübeck, Klinik für Anästhesiologie, Lübeck, Deutschland; Private Universität Witten/Herdecke, Institut für Didaktik und Bildungsforschung im Gesundheitswesen (IDBG), Witten, Deutschland
  • author Michaela Zupanic - Private Universität Witten/Herdecke, Institut für Didaktik und Bildungsforschung im Gesundheitswesen (IDBG), Witten, Deutschland
  • author Martin Prüßmann - Universität zu Lübeck, Klinik für Anästhesiologie, Lübeck, Deutschland
  • author Martin R. Fischer - Private Universität Witten/Herdecke, Institut für Didaktik und Bildungsforschung im Gesundheitswesen (IDBG), Witten, Deutschland
  • author Peter Schmucker - Universität zu Lübeck, Klinik für Anästhesiologie, Lübeck, Deutschland

Jahrestagung der Gesellschaft für Medizinische Ausbildung (GMA). Bochum, 23.-25.09.2010. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2010. Doc10gma6

DOI: 10.3205/10gma006, URN: urn:nbn:de:0183-10gma0069

Published: August 5, 2010

© 2010 Iblher et al.
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Text

Effektive Lehrkompetenz der Dozenten im klinischen Unterricht stellt eine herausragende Bedingung für die Qualität von Lehrveranstaltungen und die strukturierte Umsetzung von Curricula im Medizinstudium dar. Diese Lehrkompetenz muss dabei standardisiert mit einem validen und reliablen Verfahren erfasst werden, um verlässlich den Status quo der Lehrkompetenz, sowie Entwicklungen und Effekte auf der Basis von Schulungsprogrammen beurteilen zu können. Dem „Stanford Faculty Development Program“(SFDP) folgend hat sich dabei die Gliederung in folgende sieben Teilbereiche als sinnvoll erwiesen:

1.
Lernklima,
2.
Sitzungskontrolle,
3.
Zielkommunikation,
4.
Förderung von Verstehen und Behalten,
5.
Evaluation,
6.
Feedback und
7.
Förderung selbstbestimmten Lernens [1].

Als Evaluations-Instrument ist seit 1998 auf dieser Grundlage der Fragebogen „SFDP-26“ im englischsprachigen Raum etabliert und wird dort an vielen medizinischen Fakultäten zur Evaluation des klinischen Unterrichts eingesetzt [2].

Fragestellung: Entwicklung und testtheoretische Überprüfung einer deutschsprachigen Version des SFDP-26 zur Überprüfung von Lehrkompetenz mittels Item- und Reliabilitätsanalysen zur Ermittlung der internen Konsistenz (Cronbach’s Alpha).

Methodik: 19 Ärztinnen und Ärzte (sieben Frauen, zwölf Männer) der Klinik für Anästhesiologie an der Universität zu Lübeck, die im studentischen Notfallkurs des Sommersemesters 2009 als Dozenten tätig waren, wurden am Ende ihrer Lehrveranstaltungen mit den Themengebieten

1.
Basic Life Support (BLS),
2.
Advanced Cardiac Life Support (ACLS),
3.
Atemwegsmanagement,
4.
Fallbeispiele,
5.
Traumamanagement und
6.
Kindernotfälle durch Studierende mit dem ins Deutsche übersetzten SFDP-26 evaluiert.

Die Stichprobe setzte sich zusammen aus 173 Medizinstudierenden des überwiegend fünften (6,6%) und sechsten Fachsemesters (80,3%). Das durchschnittliche Alter der Frauen (n=119; 68,8%) und Männer (n=54;31,2%) betrug 23,45 ±3,15 Jahre.

Ergebnisse: Die Trennschärfen der Items des SFDP26-German lagen in keinem Fall unterhalb eines Werts von .20, sondern ausnahmslos in einem guten bis sehr guten Bereich (>.60). Bei nahezu allen Teilbereichen der Lehrkompetenz zeigte sich eine hohe interne Konsistenz die bis auf die Skala „Förderung von Verstehen und Behalten“ (alpha=.69) als gut (alpha>.80), und für die Skala „Feedback“ als sehr gut (alpha=.92) bezeichnet werden kann. Zwischen allen sieben Skalen zeigten sich signifikante Korrelationen (r) von positiver Proportionalität (r=.40-70).

Schlussfolgerungen: Die Item- und Reliabilitätsanalysen bestätigen dem „SFDP26-German“ eine hohe interne Konsistenz, die mit der des Original-Verfahrens aus dem angloamerikanischen Sprachraum vergleichbar ist. Die Reliabilität kann demnach als gegeben angesehen werden. Weitere Folgestudien zur Validität sind notwendig, beispielsweise durch Vergleiche mit etablierten deutschen Verfahren der Lehrevaluation.


Literatur

1.
Skeff KM, Stratos GA, Berman J, Bergen MR. Improving clinical teaching. Evaluation of a national dissemination program. Arch Intern Med. 1992;152(6):1156-1161
2.
Litzelmann DK, Stratos GA, Marriott DJ, Skeff KM. Factorial validation of a widely disseminated educational framework for evaluatiuon clinical teachers. Acad Med. 1998;73(6):688-695. DOI:10.1097/00001888-199806000-00016 External link