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Jahrestagung der Gesellschaft für Medizinische Ausbildung (GMA)

08.10. - 10.10.2009, Freiburg

AKT – InterAKTion für angehende ÄrztInnen

Vortrag

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Jahrestagung der Gesellschaft für Medizinische Ausbildung - GMA. Freiburg im Breisgau, 08.-10.10.2009. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2009. Doc09gmaT5V092

DOI: 10.3205/09gma092, URN: urn:nbn:de:0183-09gma0928

Published: September 2, 2009

© 2009 Ferdigg.
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Hintergrund und Forschungsfrage: Wie kann ich trotz Zeitdruck eine stabile Beziehung zum Patienten aufbauen? Was muss ich tun, damit mich mein Patient auf Anhieb versteht? Wie finde ich in schwierigen Situationen, z. B. beim Überbringen einer infausten Prognose, die richtigen Worte? Antworten auf diese Fragen sucht vor allem die aktuelle PJ-Generation, die bisher nur bedingt von der Umgestaltung der Lehrpläne in Richtung Vermittlung kommunikativer Kompetenzen profitiert. In der durchgeführten Studie erhalten die PJler im Rahmen des Kommunikationstrainings AKT Antworten auf genau diese Fragen. Zudem wird untersucht, welche messbaren Auswirkungen das zweitägige Kommunikationstraining AKT auf die Wahrnehmung der PJler und der Patienten hinsichtlich der Gesprächsführung hat.

Methodik: 22 freiwillige PJ-Studenten, eingeteilt in Experimental- und Kontrollgruppe, führten jeweils zwei Anamnesegespräche mit zwei unterschiedlichen Patienten durch. Beide Gesprächspartner beurteilten das Gespräch im direkten Anschluss mit Hilfe des eigens dafür erstellten Fragebogens P.A.PER (Patient-Arzt-PERspektive) in den Bereichen Gesprächsstruktur, Gesprächstechniken und Beziehung. Die Experimentalgruppe (11 PJler) erhielt zwischen dem ersten und zweiten Anamnesegespräch das Kommunikationstraining AKT als Treatment. Das Training fokussiert die Themenschwerpunkte Verhaltensänderung initiieren und Diagnosevermittlung.

Ergebnisse: Nach dem Training schätzten sich die Medizinstudierenden vor allem im Bereich der strukturierten Gesprächsführung sowohl im Prä-Post-Vergleich als auch im Vergleich zwischen Experimental- und Kontrollgruppe signifikant besser ein. In der Wahrnehmung der Patienten zeigten sich signifikante Einschätzungsverbesserungen bei den Items „Problem und Folgen darstellen lassen“, „nach Erwartungen fragen“ und „Rückfragen, ob alle Anliegen geäußert wurden“.

Schlussfolgerungen: Trotz der geringen Stichproben konnte die Wirkung des Trainings nachgewiesen werden. Die PJler führten die Patientengespräche nach dem Training strukturierter, zielgerichteter und effizienter durch und fühlten sich nach eigenen Angaben deutlich sicherer in der Gesprächsführung. Um jedoch im Klinikalltag auf unvorhergesehene Situationen schnell und adäquat reagieren zu können, ist eine Routinisierung in der Durchführung schwieriger Gespräche notwendig. Um diese Routinisierung zu fördern, empfiehlt es sich, etwa acht bis zwölf Wochen nach AKT ein Follow Up Training mit den PJler durchzuführen. Das Follow Up greift Erfahrungen seit dem ersten Training auf und nimmt diese als Grundlage für das Training komplexerer Patientengespräche (z. B. Risikokommunikation).