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Jahrestagung der Gesellschaft für Medizinische Ausbildung (GMA)

08.10. - 10.10.2009, Freiburg

Motivation von Studierenden, nicht bestehensrelevante Prüfungen zu absolvieren

Vortrag

  • corresponding author Hanna Sophia Kastner - Charité - Universitätsmedizin Berlin, Assessment-Bereich/Progress Test Medizin, Berlin, Deutschland
  • author Katrin Schüttpelz-Brauns - Charité - Universitätsmedizin Berlin, Assessment-Bereich/Progress Test Medizin, Berlin, Deutschland
  • author Julia Klawohn - Charité - Universitätsmedizin Berlin, Assessment-Bereich/Progress Test Medizin, Berlin, Deutschland
  • author Zineb Miriam Nouns - Charité - Universitätsmedizin Berlin, Assessment-Bereich/Progress Test Medizin, Berlin, Deutschland

Jahrestagung der Gesellschaft für Medizinische Ausbildung - GMA. Freiburg im Breisgau, 08.-10.10.2009. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2009. Doc09gmaT5V091

DOI: 10.3205/09gma091, URN: urn:nbn:de:0183-09gma0912

Published: September 2, 2009

© 2009 Kastner et al.
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Text

Fragestellung: Der Progress Test Medizin (PTM) ist ein formatives, nicht bestehensrelevantes Assessment-Instrument. Er wird an der Charité – Universitätsmedizin Berlin entwickelt und findet derzeit an zwölf medizinischen Fakultäten bzw. Universitäten in Deutschland und Österreich regelmäßig statt. Die vorliegende Studie hat zum Ziel die Frage zu beantworten:

Welche Faktoren motivieren Studierende, einen nicht bestehensrelevanten Test zu bearbeiten?

Methodik: Im Rahmen einer Vorstudie wurde ein Fragebogen entwickelt, der mögliche Einflüsse auf die Motivation zur Bearbeitung des PTM erfasst. Dieser wurde allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern online zur Verfügung gestellt. Anschließend wurden Korrelationen zwischen der angegebenen Motivation den PTM ernsthaft zu bearbeiten, sowie den möglichen Einflussfaktoren berechnet.

Ergebnisse: Von Frühjahr 2008 bis heute beteiligten sich 1549 Studentinnen und Studenten aus neun medizinischen Fakultäten/Universitäten an der Umfrage, wobei 70% angaben, den PTM vollständig zu bearbeiten. 30% gaben an, den Test vorzeitig abzubrechen oder keine Frage zu beantworten. Tatsächlich werden für jeden PTM ca. 25% nicht ernsthafte Testbearbeitungen statistisch identifiziert, was darauf hinweist, dass die Stichprobe repräsentativ für alle Teilnehmer ist und nicht selektiv besonders motivierte Studierende einbezieht.

Zu der eingangs gestellten Frage ergaben sich folgende Resultate (siehe Tabelle 1 [Tab. 1]).

Schlussfolgerungen: Die Motivation, den PTM (vollständig) zu bearbeiten, weist einen starken Zusammenhang mit intrinsischen Faktoren auf (in der Tabelle 1 [Tab. 1] hervorgehoben). Es wird deutlich, dass mind. 70% aller Teilnehmerinnen und Teilnehmer den Test ernsthaft bearbeiten und die Motivation dazu aus Sinn und Funktion des Tests selbst ziehen, während extrinsische Faktoren wie der Studienort eine untergeordnete Rolle spielen. Diese überraschenden wie positiven Ergebnisse zeigen, dass die Studierenden detailliertes Feedback benötigen und schätzen. Bei der Implementierung eines nicht bestehensrelevanten Assessment-Instruments ist somit vor allem die umfassende Vermittlung von Sinn und Nutzen des PTM wichtig. Ist dies gegeben, stellt der PTM eine sinnvolle und akzeptierte Ergänzung zum klassischen Prüfungskanon dar.