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Jahrestagung der Gesellschaft für Medizinische Ausbildung (GMA)

08.10. - 10.10.2009, Freiburg

Pädiatrisches Praxiscurriculum Prävention: Eine randomisierte, kontrollierte Studie zur Wirksamkeit der Studierendenpartizipation an kinder- und jugendärztlichen Vorsorgeuntersuchungen und Familienbesuchen

Vortrag

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  • corresponding author Folkert Fehr - Gemeinschaftspraxis für Kinder- und Jugendmedizin, Sinsheim an der Elsenz, Deutschland
  • author Hans-Martin Bosse - Gemeinschaftspraxis für Kinder- und Jugendmedizin, Sinsheim an der Elsenz, Deutschland
  • author Sören Huwendiek - Universitätsklinikum Heidelberg, Universitätsklinik für Kinder- und Jugendmedizin Abteilung Kinderheilkunde I, Heidelberg, Deutschland

Jahrestagung der Gesellschaft für Medizinische Ausbildung - GMA. Freiburg im Breisgau, 08.-10.10.2009. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2009. Doc09gmaT3V056

DOI: 10.3205/09gma056, URN: urn:nbn:de:0183-09gma0564

Published: September 2, 2009

© 2009 Fehr et al.
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Text

Fragestellung: Was können pädiatrische Praxen zur Studierendenausbildung beitragen? Lokale Hypothesen schließen ein Vorsorgecurriculum als Wahlpflichtfach parallel zum Blockunterricht der Pädiatrie und ein freiwilliges 24monatiges Patenschaftsprojekt ein. Hier werden Studierende des 2. Studienjahres mit Neugeborenen aus Familien mit bereits mindestens einem gesunden Kind verbunden. Sie nehmen an den Besuchen des Kindes in der Kinder- und Jugendarztpraxis teil, führen Hausbesuche durch und fertigen eine Gesundheitsschreibung über 2 Jahre im Portfoliosystem an. Haben die bislang 32 Teilnehmer des Patenschaftsprojekts gelernt, was die Veranstalter intendiert haben? Welche Charakteristika der Lehrveranstaltung sind für den Lernerfolg kritisch?

Methodik: Von rund 100 Bewerbern aus dem 260 Personen zählenden Studienjahr wurden 32 auf Studien- und Kontrollgruppe randomisiert. Beide Gruppe wurden zum Zeitpunkt 0 und nach 24 Monaten mit einem standardisierten Fragebogenverfahren untersucht. Eine Analyse vermittels Fokusgruppen wurde nach 24 Monaten durchgeführt. Der Qualitätszirkel der Praxisinhaber und die teilnehmenden Eltern wurden befragt (360°-Assessment).

Ergebnisse: Studien- und Kontrollgruppe unterscheiden sich deutlich bezüglich kognitivem Wissen, Fähigkeiten und Haltungen. Studierende und Lehrende zeigen spezifische Stärken und Schwächen des Projektes auf. Mehr longitudinale Lehrveranstaltungen, Einbindung von Lehrpraxen und präventive Lehrinhalte werden erwünscht.

Schlussfolgerungen: Diese Lernform sollte mehr Studierenden zugänglich gemacht werden. Kinder- und Jugendarztpraxen sind ein geeigneter Ort zur Durchführung eines salutogenetisch orientierten Vorsorgeprogramms. Praxisinhaber brauchen spezifische medizindidaktische Fortbildungen. Praxen sollten nach einem universitätseinheitlichen Konzept akkreditiert werden.


Literatur

1.
Emmrich P, Ogunlade V, Unger U. Demographische Untersuchung zur Vorstellung vom Arztbild und zur Studienmotivation unter Studenten der Medizin des ersten vorklinischen Semesters. Z Med Ethik. 2004;50:11-20.