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Jahrestagung der Gesellschaft für Medizinische Ausbildung (GMA)

08.10. - 10.10.2009, Freiburg

Strukturiertes Feedback durch Lehrärzte im Blockpraktikum Allgemeinmedizin – Vom Pilotprojekt zum Angebot in der Regellehre

Vortrag

  • corresponding author Maren Ehrhardt - Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, Institut für Allgemeinmedizin, Hamburg, Deutschland
  • author Marion Eisele - Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, Institut für Allgemeinmedizin, Hamburg, Deutschland
  • author Ulf Seinvorth - Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, Institut für Allgemeinmedizin, Hamburg, Deutschland
  • author Hendrik van den Bussche - Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, Institut für Allgemeinmedizin, Hamburg, Deutschland
  • author Anne Barzel - Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, Institut für Allgemeinmedizin, Hamburg, Deutschland

Jahrestagung der Gesellschaft für Medizinische Ausbildung - GMA. Freiburg im Breisgau, 08.-10.10.2009. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2009. Doc09gmaT3V054

DOI: 10.3205/09gma054, URN: urn:nbn:de:0183-09gma0542

Published: September 2, 2009

© 2009 Ehrhardt et al.
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Text

Einleitung: Im Medizinstudium stehen Prüfungen als Feedback für die Studierenden im Vordergrund. Seltener erhalten sie jedoch im Rahmen der Regellehre prüfungsunabhängige Rückmeldungen. Feedback außerhalb der Prüfungen ist als Lehr- und Lernmethode in der allgemeinmedizinischen Lehre in Hamburg bereits seit 2002 erfolgreich etabliert, wird aber bisher nicht regelhaft im Blockpraktikum eingesetzt. Dieses einwöchige Praktikum eignet sich aufgrund des engen Kontaktes von Studierenden und Lehrärzten und der Dichte der Eindrücke der Lehrärzte über Fertigkeiten, Fortschritte aber auch Defizite der Studierenden besonders gut für ein strukturiertes Feedback. Das Institut für Allgemeinmedizin führt seit 2007 ein Projekt mit dem Ziel durch, ein strukturiertes Feedback bestehend, aus einem Feedbackbogen und einem Abschlussgespräch, zum integralen Bestandteil des Blockpraktikums Allgemeinmedizin zu machen. Das Projekt wird vom Förderfonds Lehre der Medizinischen Fakultät finanziell unterstützt.

Methoden: Trotz des Erfolges des Pilotprojektes 2007 war eine grundlegende Überarbeitung notwendig. So wurde der standardisierte Feedbackbogen nach Fokusgruppendiskussionen mit Lehrärzten, Vorbildern aus dem angloamerikanischen Raum und den Evaluationsergebnissen des Pilotprojektes überarbeitet. Der Bogen ist in die Bereiche „Umgang mit Patienten“ und „Medizinisches Wissen - Problemerkennen – Lösungsstrategien“ unterteilt. Die Kategorien der Antwortmöglichkeiten (herausragend, kompetent, braucht Verbesserung, nicht ausreichend, nicht beobachtet) sind für jedes Item mit konkreten Inhalten unterlegt. Freitextkommentare und der Gesamteindruck vom Studierenden (visuelle Analogskala) können zusätzlich vermerkt werden. Alle Studierenden (n= 400) und Lehrärzte (n= 86) des Studienjahres 2008/9 wurden vorab über das Projekt informiert. Die Teilnahme ist freiwillig. Das Feedback wird nicht zur Benotung des Faches Allgemeinmedizin herangezogen.

Am letzten Tag des Blockpraktikums füllt der Lehrarzt zuerst den Feedbackbogen (10 min) aus und erläutert danach dem Studierenden in einem Abschlussgespräch (15 min) seine Eindrücke.

Ergebnisse: In den ersten beiden Trimestern lag die Teilnahmequote bei knapp 90%. Die Auswertung fokussiert auf die Einschätzung von Praktikabilität, Akzeptanz und Nutzen durch Studierende und Lehrärzte. Die Ergebnisse werden bis zum Kongress vorliegen.

Diskussion: Es wird erwartet, dass durch dieses Instrument die besondere 1:1 Lernsituation des Blockpraktikums noch besser genutzt werden kann. Aus dem Einsatz im angloamerikanischen Raum ist der positive Effekt solcher Beurteilungen bekannt.

Schlussfolgerung: Bei einer positiven Bewertung des Projektes ist geplant, das strukturierte Feedback dauerhaft im Portfolio des Blockpraktikums Allgemeinmedizin zu verankern und mit den Vertretern anderer Fächer und des Dekanats die Übertragbarkeit auf andere Blockpraktika zu prüfen.