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Jahrestagung der Gesellschaft für Medizinische Ausbildung (GMA)

08.10. - 10.10.2009, Freiburg

Entwicklung und Umsetzung eines Verbesserungs- und Beschwerdemanagement der Lehre (VuBL) am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE)

Vortrag

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  • corresponding author Christian Kothe - Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, Hamburg, Deutschland
  • author Olaf Kuhnigk - Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, Hamburg, Deutschland

Jahrestagung der Gesellschaft für Medizinische Ausbildung - GMA. Freiburg im Breisgau, 08.-10.10.2009. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2009. Doc09gmaT2V032

DOI: 10.3205/09gma032, URN: urn:nbn:de:0183-09gma0324

Published: September 2, 2009

© 2009 Kothe et al.
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Zielsetzung: VuBL dient Studierenden und Lehrenden als eigenständiges Vorschlags- und Beschwerdewesen, vergleichbar mit bereits etablierten Systemen des Mitarbeiter- und Patientenbeschwerde-Managements von Universitätskliniken. In Kooperation mit dem Fachschaftsrat Medizin und den Lehrgremien an der Medizinischen Fakultät wurde ein Vorschlags- und Beschwerdewesen speziell für die Lehre entwickelt.

Hintergrund: Bisher gab es in der Lehre keine Möglichkeit über eine neutrale Instanz und unter Wahrung der persönlichen Identität Beschwerden oder Verbesserungsvorschläge zu äußern, die systematisch nachverfolgt wurden.

Die Erfassung und moderierende Vermittlung von Eingaben der Studierenden und Lehrenden hat die Verbesserung der Lehre zur primären Zielsetzung und stellt einen zeitnahen und effizienten Sensor in der Qualitätssicherung der Lehre dar. Aufgrund der Anonymität des Beschwerdeprozesses kann der Dialog zwischen Studierenden und Lehrenden ganz offen und direkt geführt werden, um so deutlich Fächer, Institute und Kliniken zu identifizieren, deren Lehre zu optimieren ist. Ermittelte Verbesserungsinhalte werden in den jeweiligen Lehrgremien aufgegriffen und in konkrete Maßnahmen abgeleitet, die umgesetzt und in der Zukunft auf Ihren Erfolg evaluiert werden.

Als sekundäre Zielsetzung ist eine deutliche Entlastung aller Servicebereiche der Lehre sowie der Lehrenden am UKE angestrebt, indem zukünftig Beschwerden oder Verbesserungsvorschläge nicht gerichtet zugestellt, weitergeleitet oder nur sporadisch beantwortet werden.

Tertiäre Zielsetzung ist den Unterrichtsausfall effizient zu registrieren. Ausgefallene Lehrstunden werden entsprechend im Lehrbudget dem jeweiligem Institut bzw. Fachbereich nicht vergütet.

Vorgehen: Ein an die Lehrsituation angepasstes Datenbank-Beschwerdemanagementsystem dient zur Erfassung der Eingaben von Studierenden und Lehrenden, die ausschließlich über den Internetauftritt des Prodekanats für Lehre erfolgen. Weitere Funktionen der Datenbank sind die Feedbackmoderation mit den Lehrenden im Verbesserungs- und Beschwerdeprozess, die auch durch eine automatisierte Fristregelung unterstützt wird, sowie die Dokumentation des gesamten Prozesses.

Veränderungen in der Lehrstruktur werden dank adaptiver Funktionen im Beschwerdemanagementsystem entsprechend implementiert.

Um vor Missbrauch des Systems zu schützen, ist eine Authentifizierung zuvor notwendig, die aber nicht gespeichert wird.

Der Datenschutz ist dabei von entscheidender Rolle. Auswertungen werden anhand eines selbst entwickelten Kategoriensystems nur anonymisiert und ab einer bestimmten Anzahl von Verbesserungsvorschlägen, Lob oder Beschwerden vorgenommen, damit es keine Möglichkeit gibt, Rückschlüsse auf die Verfasser(innen) zu ziehen.

Erste Ergebnisse und Erfahrungen der ersten Monate nach der Implementierung im Mai 2009 werden auf der Tagung vorgestellt sowie der detaillierte Aufbau der Datenbank am Beispiel eines Beschwerdeprozesses.