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Jahrestagung der Gesellschaft für Medizinische Ausbildung (GMA)

10.11. bis 12.11.2006, Köln

"Ich mach’ mir meine Prüfung selbst!“ Das Konzept "Studierende entwerfen ihre eigenen Multiple-Choice-Aufgaben": Erste Ergebnisse, Verwendungsmöglichkeiten und Implikationen für die Lehre in der Medizin

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  • corresponding author Jochen Schönemann - Universitätsklinikum Heidelberg, Heicumed Innere Medizin, Heidelberg, Deutschland
  • author Daniel Brox - Universitätsklinikum Heidelberg, Heidelberg, Deutschland
  • author Jana Jünger - Universitätsklinikum Heidelberg, Innere Medizin, Heidelberg, Deutschland

Jahrestagung der Gesellschaft für Medizinische Ausbildung - GMA. Köln, 10.-12.11.2006. Düsseldorf, Köln: German Medical Science; 2006. Doc06gma134

The electronic version of this article is the complete one and can be found online at: http://www.egms.de/en/meetings/gma2006/06gma134.shtml

Published: October 23, 2006

© 2006 Schönemann et al.
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In der aktuellen medizinischen Ausbildung finden lernerzentrierte und für die heutigen beruflichen Anforderungen adäquate, lernpsychologisch fundierte Unterrichtsformen in großem Umfang Verwendung. Jedoch scheinen die Studierenden den Vorteil dieser Methoden nicht richtig wahrzunehmen und lernen weiterhin im hohen Maße nur zur Prüfungsvorbereitung.

Das vorgestellte Konzept versucht, auf das Lern- und Arbeitsverhalten des einzelnen Studierenden und das von (Lern-) Gruppen Einfluss zu nehmen, indem es die Studierenden einerseits bei der tatsächlichen Vorbereitung auf die Prüfungen unterstützt, ihnen aber gleichzeitig auch (meta-kognitive) Strategien vermittelt, mit denen sie die oben aufgeführten Ansprüche besser erfüllen können:

Den 150 Studierenden des Fachs "Innere Medizin“ im WS 2005/06 wurde angeboten, MC-Fragen zu den Lehrinhalten zu entwickeln, die die ihrer Meinung nach relevanten Lernaspekte erfassen sollten. Es wurde angeregt, dies im kooperativen Stile in Kleingruppen zu tun. Als zusätzlicher Anreiz wurde angekündigt, einige der abgegebenen Fragen in die regulären, fakultätsinternen Klausuren zu übernehmen.

Erste Ergebnisse weisen auf einen Erfolg des Programms hin. Die 19 Studierenden, die insgesamt 50 Fragen erstellt hatten, schneiden in anschließenden Klausuren besser ab als ihre Kommilitonen, die sich mit dem Unterrichtsstoff nicht in dieser Weise auseinandergesetzt hatten (p < .05). Die studentischen Fragen, die in die fakultätsinternen Abschlussprüfungen übernommen wurden, zeigen - obwohl veröffentlicht - normale teststatistische Kennwerte, so dass eine Verfälschung der Noten durch diese Fragen nicht angenommen werden muss.

Weitere Gestaltungs- und Verwendungsmöglichkeiten des Konzepts und Implikationen für die Ausarbeitung von Lehrveranstaltungen werden diskutiert.