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Jahrestagung der Gesellschaft für Medizinische Ausbildung (GMA)

10.11. bis 12.11.2006, Köln

Strukturanalyse eines OSCE im Fach "Innere Medizin“: Praktische und kommunikative Fertigkeiten gegenüber Fakten- und Entscheidungswissen.

Vortrag

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  • corresponding author Andreas Möltner - Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg, Kompetenzzentrum Prüfungen in der Medizin Baden-Württemberg, Heidelberg, Deutschland
  • author Jobst-Hendrik Schultz - Medizinisches Universitäsklinikum Heidelberg, Innere Medizin II, Heidelberg, Deutschland
  • author Jana Jünger - Medizinisches Universitätsklinikum Heidelberg, Innere Medizin, Heidelberg, Deutschland

Jahrestagung der Gesellschaft für Medizinische Ausbildung - GMA. Köln, 10.-12.11.2006. Düsseldorf, Köln: German Medical Science; 2006. Doc06gma005

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Published: October 23, 2006

© 2006 Möltner et al.
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Text

Der Einsatz innovativer Prüfungsformen wie objektiv strukturierter Prüfungen (OSCE) ist im Wesentlichen damit begründet, dass mit diesen die für den ärztlichen Beruf wichtigen praktischen und kommunikativen Fertigkeiten festgestellt werden können.

Die "face-validity“ solcher Prüfungsformen bedarf jedoch einer fundierten Überprüfung: OSCE-Stationen, an denen vornehmlich Faktenwissen abgefragt wird, verfehlen einerseits das Hauptziel dieser Prüfungsform, andererseits sind sie unökonomisch, da Faktenwissen besser schriftlich geprüft wird.

Die einzelnen OSCE-Stationen im Fach "Innere Medizin“ der Universität Heidelberg im WS 2005/06 (3 Parcours mit 12 Stationen) wurden durch je 2 Prüfer hinsichtlich des jeweils abgefragten Anteils an Fakten- und Entscheidungswissen sowie praktischen und kommunikativen Fertigkeiten eingeschätzt. Für 10 Stationen erfolgten zusätzlich je 7-11 Beurteilungen durch eine Reviewergruppe, die interdisziplinär zusammengesetzt war..

Die Prüfungsergebnisse des OSCE (je Station 30-40 Durchläufe,bei insgesamt 116 Studierenden) wurden faktorenanalytisch untersucht und ihr Zusammenhang mit den Einschätzungen der Prüfer und Reviewern analysiert.

Die Einschätzungen der Stationen von Prüfern und Reviewern unterschieden sich nicht signifikant. Die Faktorenanalyse der Prüfungsergebnisse der Studierenden führte zu zwei Faktoren, die (1) als allgemeines Können und (2) als differenzierend zwischen praktischem und theoretischem Wissen charakterisiert werden können. Der zweite Faktor korreliert hoch mit den Einschätzungen (z.B. Anteil an abgefragten praktischen Fertigkeiten: r=0.76, p<0.01).

Damit ist gezeigt, dass mit den untersuchten Stationen "mehr“ als nur eine Dimension medizinischer Kompetenz geprüft wird. Die Analyse erlaubt weiterhin die Identifikation von Stationen, an denen der Anteil auch schriftlich prüfbarer Aufgaben zu hoch ist und die einen erneuten Reviewprozess durchlaufen sollten.