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G-I-N Conference 2012

Guidelines International Network

22.08 - 25.08.2012, Berlin

Leitlinien: Der Weg der Allgemeinmedizin in die Interdisziplinarität

Meeting Abstract

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  • M. Scherer - Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin (DEGAM)

Guidelines International Network. G-I-N Conference 2012. Berlin, 22.-25.08.2012. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2012. DocGLS07

DOI: 10.3205/12gin317, URN: urn:nbn:de:0183-12gin3176

Published: July 10, 2012

© 2012 Scherer.
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Mit der Bereitstellung spezifischer hausärztlicher Leitlinien ist die einzige wissenschaftliche Fachgesellschaft für Allgemeinmedizin (Deutschen Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin (DEGAM)) wegbereitend für die Verbreitung und Implementierung evidenzbasierter Medizin in Hausarztpraxen. Im Verlauf von zehn Jahren wurden bis heute 15 DEGAM-Leitlinien fertig gestellt; sechs weitere DEGAM-Leitlinien befinden sich derzeit in der Entwicklung. Hinzu kommt die Mitarbeit der DEGAM an über 15 interdisziplinären Leitlinien und an allen Nationalen Versorgungsleitlinien (NVL).

Die DEGAM legt an ihre eigene Leitlinien strenge methodische Standards an: der Zehnstufenpan enthält neben mehreren Feedbackschleifen innerhalb der Ständigen Leitlinienkommission einen Paneltest, einen Praxistest und einen formalen Konsensusprozess, der erst vor wenigen Jahren eingeführt wurde – mit überwiegend positiven Erfahrungen. Interdisziplinarität aus Sicht der Allgemeinmedizin bedeutet, mit einer Vielzahl von Schnittstellen zu anderen Disziplinen und Fachgesellschaften umzugehen und sich einer Flut von Anfragen und Kooperationsoptionen gegenüber zu sehen, die mangels Ressourcen nicht immer bedient werden können. Interdisziplinarität bedeutet für die Repräsentanten der größten Versorgergruppe (nämlich der hausärztlichen) aber auch, zuweilen in der Interpretation von Evidenz im Widerspruch zu spezialistischen Auslegungsansätzen zu stehen. Dies erfordert nicht selten einen verstärkten Kommunikations- und Erläuterungsaufwand – insbesondere im Hinblick auf die epidemiologischen Besonderheiten des primärärztlichen Settings.