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G-I-N Conference 2012

Guidelines International Network

22.08 - 25.08.2012, Berlin

Methodik von Patientenleitlinien

Meeting Abstract

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  • C. Schaefer - Ärztliches Zentrum für Qualität in der Medizin, Berlin

Guidelines International Network. G-I-N Conference 2012. Berlin, 22.-25.08.2012. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2012. DocGLS06

DOI: 10.3205/12gin316, URN: urn:nbn:de:0183-12gin3168

Published: July 10, 2012

© 2012 Schaefer.
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Laienverständliche Versionen ärztlicher Leitlinien sind zur Unterstützung der partnerschaftlichen Entscheidung im Programm für Nationale VersorgungsLeitlinien® (NVL) seit 2006 obligat. Das Leitlinienprogramm Onkologie (OL) hat diese Verpflichtung ebenso wie die für das NVL-Programm entwickelte Methodik übernommen. Zunehmend werden auch für andere S3-Leitlinien Begleitdokumente für Patienten entwickelt, die sich in Form und Methodik stark unterscheiden.

Patientenleitlinien des NVL- und des OL-Programms werden nach den Prinzipien der „Guten Praxis Gesundheitsinformation“ [1] des Deutschen Netzwerks Evidenzbasierte Medizin entwickelt. Patientenvertreter sowie ärztliche Experten aus dem Autorenkreis der jeweiligen ärztlichen Leitlinie werden regelhaft und nach einer definierten Methodik beteiligt [2]. Zudem findet analog zu den ärztlichen Leitlinien ein öffentliches Konsultationsverfahren statt. Das Vorgehen bei der Erstellung wird für jede Patientenleitlinie in einem separaten Methodenreport dokumentiert. Nutzerzahlen weisen darauf, dass Patientenleitlinien ein wichtiges Implementierungsinstrument ärztlicher Leitlinien sind.

Patientenleitlinien richten sich aufgrund ihrer Komplexität und ihres Umfangs vor allem an Menschen mit hoher Gesundheitskompetenz. Mit den „Kurzinformationen für Patienten“ (KiP), die auf der Grundlage von Patientenleitlinien entwickelt werden und leicht verständlich die wichtigsten Empfehlungen auf zwei DIN-A 4 Seiten vermitteln, ist ein erstes bedarfsgerechtes Informationsmodul bei geringerer Gesundheitskompetenz entwickelt worden. Die KiPs liegen inzwischen für Migranten auch als Übersetzungen in Arabisch, Russisch, Türkisch, Spanisch, Englisch und Französisch vor.


Literatur

1.
Klemperer D, Lang B, Koch K, et al. Gute Praxis Gesundheitsinformation. Z Evid Fortbild Qual Gesundhwes. 2010;(104):66–68.
2.
Ärztliches Zentrum für Qualität in der Medizin (ÄZQ). Handbuch Patientenbeteiligung. Beteiligung am Programm für Nationale VersorgungsLeitlinien. Berlin: ÄZQ; 2008. ISBN 978-394021-809-4