gms | German Medical Science

Forum Medizin 21, 45. Kongress für Allgemeinmedizin und Familienmedizin

Paracelsus Medizinische Privatuniversität in Zusammenarbeit mit der Deutschen, Österreichischen und Südtiroler Gesellschaft für Allgemein- und Familienmedizin

22.09. - 24.09.2011, Salzburg, Österreich

Implementierungsforschung und Wissenszirkulation – wichtig für die Allgemeinmedizin?

Meeting Abstract

  • corresponding author presenting/speaker Horst Christian Vollmar - DZNE – Deutsches Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen, Witten, Deutschland
  • author Christine Riesner - DZNE – Deutsches Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen, Witten, Deutschland
  • author Tina Quasdorf - DZNE – Deutsches Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen, Witten, Deutschland
  • author Stefan Wilm - Institut für Allgemeinmedizin und Familienmedizin der Fakultät für Gesundheit der Universität Witten/Herdecke, Witten, Deutschland
  • author Silke Kuske - DZNE – Deutsches Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen, Witten, Deutschland
  • author Ines Buscher - DZNE – Deutsches Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen, Witten, Deutschland

45. Kongress für Allgemeinmedizin und Familienmedizin, Forum Medizin 21. Salzburg, 22.-24.09.2011. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2011. Doc11fom088

DOI: 10.3205/11fom088, URN: urn:nbn:de:0183-11fom0888

Published: September 14, 2011

© 2011 Vollmar et al.
This is an Open Access article distributed under the terms of the Creative Commons Attribution License (http://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/3.0/deed.en). You are free: to Share – to copy, distribute and transmit the work, provided the original author and source are credited.


Outline

Text

Hintergrund: Wissen und daraus resultierende Handlungen zählen zu den wichtigsten Ressourcen für die Gesundheitsversorgung. Allerdings gelangt evidenzbasiertes Wissen in etlichen Fällen nicht oder nur schleppend in die Versorgung. Zur Beschreibung und Überwindung dieses Zustandes existiert eine Vielzahl von Konzepten. Ziel war, die wichtigsten zu identifizieren und für den deutschen Versorgungskontext zu adaptieren.

Material und Methoden: Es erfolgte eine selektive Auswertung von Übersichtsartikeln aus MEDLINE, Cochrane, Scopus, Gerolit, CINAHL, DigiBIB, ERIC und Google Scholar sowie Berichte von Forschungs- und politischen Institutionen. Die Suche wurde ohne zeitliche Beschränkung durchgeführt und auf die Sprachen Deutsch, Englisch und Niederländisch eingegrenzt.

Ergebnisse: Für Maßnahmen und Forschungsbemühungen, die sich eine Verkleinerung der Wissens-Praxis-Lücke zum Ziel gesetzt haben, existieren rund 70 verschiedene Begriffe. Implementierungsforschung und Wissenszirkulation/-translation scheinen die geläufigsten zu sein zu sein, wobei sich die Begriffe weniger inhaltlich sondern eher geografisch abgrenzen. Der in Europa bekanntere Begriff der Implementierungsforschung beschreibt die wissenschaftliche Untersuchung von Methoden, die systematisch die Übertragung aktueller Forschungsergebnisse und evidenzbasierter Praktiken in die Versorgung unterstützen und das Ziel verfolgen, die Qualität und Effektivität des Gesundheitssystems zu verbessern. Aus dieser Definition wird bereits die Nähe zur Versorgungsforschung deutlich, die durch Beispiele verdeutlicht werden soll.

Schlussfolgerung/Implikation: Implementierungsforschung und Wissenszirkulation sind ähnliche Forschungskonzepte, die versuchen auf Mikro-, Meso- und Makroebene Strategien zu entwickeln, um Wissen in die Praxis zu bringen und auf diesem Wege die Qualität der Versorgung zu verbessern. Hieraus ergeben sich vielfältige und meist komplexe Forschungsfragen auch für die Allgemeinmedizin.