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Forum Medizin 21, 45. Kongress für Allgemeinmedizin und Familienmedizin

Paracelsus Medizinische Privatuniversität in Zusammenarbeit mit der Deutschen, Österreichischen und Südtiroler Gesellschaft für Allgemein- und Familienmedizin

22.09. - 24.09.2011, Salzburg, Österreich

Betreuung von älteren Patienten mit Diabetes mellitus durch Hausärzte

Meeting Abstract

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  • corresponding author presenting/speaker Eva Mann - Praxis für Allgemeinmedizin, Rankweil, Österreich
  • Alexander Vonbank - Akademisches Lehrkrankenhaus, Interne Abteilung, Feldkirch, Österreich
  • Christoph Säly - Akademisches Lehrkrankenhaus, Interne Abteilung, Feldkirch, Österreich
  • Heinz Drexel - Akademisches Lehrkrankenhaus, Interne Abteilung, Feldkirch, Österreich

45. Kongress für Allgemeinmedizin und Familienmedizin, Forum Medizin 21. Salzburg, 22.-24.09.2011. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2011. Doc11fom024

DOI: 10.3205/11fom024, URN: urn:nbn:de:0183-11fom0240

Published: September 14, 2011

© 2011 Mann et al.
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Hintergrund: Die Prävalenz von Diabetes mellitus in der älteren Bevölkerung ist hoch wie auch die Prävalenz von makro- und mikrovaskulären Komplikationen sowie geriatrischen Syndromen. Ziel unserer Studie war die Analyse der Betreuung von älteren Patienten mit Diabetes mellitus in hausärztlichen Grundversorgung und der Vergleich der Resultate zwischen 70 bis 79 Jährigen und ≥80 Jahre alten Patienten.

Material und Methoden: Ziel unserer Studie war die Analyse der Betreuung von älteren Patienten mit Diabetes mellitus in hausärztlichen Grundversorgung und der Vergleich der Resultate zwischen 70 bis 79 Jährigen und ≥80 Jahre alten Patienten. Von November 2008 bis März 2009 rekrutierten 23 Hausärzte und ein hausärztlich tätiger Facharzt für Innere Medizin konsekutiv insgesamt 203 unselektionierte Patienten im Alter von mindestens 70 Jahren. Erfasst wurden die Diabetes-relevante Anamnese, Medikation und glykämische, Lipid- und Nierenparameter.

Ergebnisse: Von den 203 inkludierten Patienten waren 114 (56,2%) zwischen 70–79 Jahre alt, 89 (43,8%) waren 80 Jahre und älter. Die Subgruppenanalyse zeigte einen Mittelwert des zuletzt gemessenen HbA1c von 7.1±0.9 bei 70–79 Jährigen und 7.6±1.6 bei über 80-Jährige (p=0,080). Der innerhalb des letzten Jahres gemessene mittlere Wert von LDL lag in der Altersgruppe der 70–79-Jährigen bei 122±40 und 114±35 (p=0,273) bei über 80-Jährigen. Im Vergleich zu den 70 bis 79 Jährigen zeigten Patienten in der höheren Altersgruppe signifikant niedrigere Werte für BMI (29.6±5.0 vs 27.5±5.0, p=0.010) und eine höhere Prävalenz von koronarer Herzkrankheit (37.1% vs 55.1%, p=0.011) und Demenz (6.1% vs 20%, p=0.001). Signifikant seltener als in der jüngeren wurden in der älteren Patientengruppe Kontrollen von LDL (80.7% vs 67.4%, p=0.001) und der Kreatininclearance (35.1% vs 30.3%, p=0.025) durchgeführt.

Schlussfolgerung/Implikation: Erstmals werden österreichische Daten über die hausärztliche Versorgung von Patienten mit Diabetes, die älter als 70 Jahre alt sind, präsentiert. Die glykämische Kontrolle ist streng, deutliches Verbesserungspotential besteht in der Erreichung der Lipidziele und im Monitoring der Nierenfunktion. Es herrscht also immer noch ein glukozentrisches Weltbild in der Diabetes-Versorgung geriatrischer Patienten.