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Komplexe Interventionen – Entwicklung durch Austausch: 13. Jahrestagung des Deutschen Netzwerks Evidenzbasierte Medizin

Deutsches Netzwerk Evidenzbasierte Medizin e. V.

15.03. - 17.03.2012, Hamburg

Evaluation komplexer Interventionen: Ergebnisse aus dem DISMEVAL Projekt

Meeting Abstract

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  • corresponding author presenting/speaker Maria Flamm - Institut für Allgemein-, Familien- und Präventivmedizin, Paracelsus Medizinische Privatuniversität, Salzburg, Österreich
  • author Sigrid Panisch - Institut für Allgemein-, Familien- und Präventivmedizin, Paracelsus Medizinische Privatuniversität, Salzburg, Österreich
  • author Andreas Sönnichsen - Institut für Allgemein-, Familien- und Präventivmedizin, Paracelsus Medizinische Privatuniversität, Salzburg, Österreich

Komplexe Interventionen – Entwicklung durch Austausch. 13. Jahrestagung des Deutschen Netzwerks Evidenzbasierte Medizin. Hamburg, 15.-17.03.2012. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2012. Doc12ebm087

DOI: 10.3205/12ebm087, URN: urn:nbn:de:0183-12ebm0875

Published: March 5, 2012

© 2012 Flamm et al.
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Hintergrund: Disease Management Programme (DMPs) repräsentieren komplexe Interventionen. Diese strukturierten Behandlungsansätze sollen die Versorgungsqualität von chronisch Kranken verbessern. Allerdings ist die Evaluation komplexer Interventionen aufwändig, es gibt keine einheitliche Vorgehensweise und die Vergleichbarkeit der Resultate ist schwierig. Bis dato besteht Unschlüssigkeit über die Effektivität von DMPs. Diese Problematik war Thema des EU Projektes DISMEVAL (Developing and validating DISease Management EVALuation methods for European healthcare systems), das Evaluationen von DMPs aus 6 Ländern zusammenführte. Im Folgenden wollen wir den Beitrag aus Österreich zusammenfassen. [Förderungen: 7. RP der EC grant agreement 223277; Jubiläumsfonds der österr. Nationalbank Nr 12999].

Methode: Die Effektivität des DMP „Therapie Aktiv“ für Diabetes mellitus Typ 2, hinsichtlich metabolischer Kontrolle und Prozessqualität, wurde im Rahmen einer cluster-randomisiert kontrollierten Studie (RCT) evaluiert (n=1489). Nach Abschluss des RCT wurde die Studie geöffnet und folgende drei Gruppen wurden weiterbeobachtet: (1) die ehemaligen DMP Patienten, die im Programm verblieben, (2) die ehemaligen Kontrollpatienten, die ins DMP wechselten und (3) die ehemaligen Kontrollen, die als Kontrollen in der Studie blieben (n=801). Weiters wurden Analysen zur Kosteneffektivität des DMP durchgeführt.

Ergebnisse und Schlussfolgerung: Das DMP „Therapie Aktiv“ führt nicht zu einer signifikanten Reduktion des HbA1c, jedoch kommt es zu einer deutlichen Verbesserung der Prozessqualität. RCTs sind eine praktikable Evaluationsmethode der Effektivität komplexer Evaluationen und repräsentieren den „Goldstandard“. Cluster-Randomisierung ist ein pragmatischer experimenteller Ansatz zur Evaluation komplexer Intervention. Die Effektivität von DMPs wird in unkontrollierten Studien deutlich überschätzt. Follow-up Beobachtungsstudien scheinen sinnvoll zur Beurteilung klinisch relevanter Endpunkte.