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Komplexe Interventionen – Entwicklung durch Austausch: 13. Jahrestagung des Deutschen Netzwerks Evidenzbasierte Medizin

Deutsches Netzwerk Evidenzbasierte Medizin e. V.

15.03. - 17.03.2012, Hamburg

Welche Studiendesigns werden zur Beantwortung zu Screening-Fragestellungen herangezogen – Anspruch und Wirklichkeit

Meeting Abstract

  • author Christoph Mosch - IFOM - Institut für FOrschung in der operativen Medizin, Universität Witten/Herdecke, Köln, Deutschland
  • author Thomas Jaschinski - IFOM - Institut für FOrschung in der operativen Medizin, Universität Witten/Herdecke, Köln, Deutschland
  • author Barbara Buchberger - Lehrstuhl für Medizinmanagement, Universität Duisburg/Essen, Essen, Deutschland
  • author Romy Heymann - Lehrstuhl für Medizinmanagement, Universität Duisburg/Essen, Essen, Deutschland
  • author Monika Becker - IFOM - Institut für FOrschung in der operativen Medizin, Universität Witten/Herdecke, Köln, Deutschland
  • corresponding author presenting/speaker Michaela Eikermann - IFOM - Institut für FOrschung in der operativen Medizin, Universität Witten/Herdecke, Köln, Deutschland

Komplexe Interventionen – Entwicklung durch Austausch. 13. Jahrestagung des Deutschen Netzwerks Evidenzbasierte Medizin. Hamburg, 15.-17.03.2012. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2012. Doc12ebm052

DOI: 10.3205/12ebm052, URN: urn:nbn:de:0183-12ebm0526

Published: March 5, 2012

© 2012 Mosch et al.
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Hintergrund: Zur Beantwortung von Screening-Fragestellungen sollten, sofern durchführbar, randomisierte kontrollierte Studien durchgeführt werden.

Ziel: Ziel der Untersuchung war die Identifikation sowie die Analyse aktueller Studien zu Screeningthemen in Bezug auf Eignung von Studiendesign und Endpunkten zur Beantwortung der Fragestellung.

Methoden: Für die Untersuchung wurden die in Deutschland im GKV-Leistungskatalog vereinbarten Screening-Maßnahmen hinsichtlich Krebserkrankungen bei Erwachsenen für folgende Indikationen ausgewählt: Melanom, kolorektales Karzinom, Mammakarzinom, Prostatakarzinom und Zervixkarzinom. Es erfolgte jeweils eine systematische Literaturrecherche in Medline, EMBASE und den Cochrane-Datenbanken. Da der Fokus auf die aktuelle Umsetzung methodischer Anforderungen an Screening-Studien lag, wurde die Recherche auf den Zeitraum ab 2005 eingeschränkt. Studien, bei denen aus dem Titel und/oder Abstract hervorging, dass eine Fragestellung zum Screening beantwortet werden sollte, wurden in die Analyse eingeschlossen. Ausgeschlossen wurden Studien zu diagnostischen Fragestellungen ohne Screeninghintergrund. Neben der Fragestellung wurden Studiendesign und betrachtete Endpunkte in Bezug auf deren Eignung zur Beantwortung der Fragestellung analysiert. Abschließend sollen die Ergebnisse zu den einzelnen Indikationen verglichen werden.

Ergebnisse: Aktuell liegen die Ergebnisse für die Analyse zum Thema „kolorektales Karzinom“ vor. Hierfür konnten 55 Studien identifiziert werden, die die Einschlusskriterien erfüllten. Diese setzen sich aus 9 RCT, 19 CCT, 18 Querschnitt- und 9 Kohortenstudien zusammen. Als Endpunkte wurden lediglich in 5 Studien patientenrelevante Endpunkte im Sinne von reduzierter Inzidenz oder Mortalität und Lebensqualität betrachtet. Die weiteren Ergebnisse werden auf dem Kongress vorgestellt.

Schlussfolgerung: Am Beispiel des Screenings zum kolorektalen Karzinom kann gezeigt werden, dass auch bei aktuellen Studien größtenteils Studiendesigns und/oder Endpunkte gewählt werden, die nicht zur Beantwortung der Fragestellung geeignet sind. Ob dies generell auf andere Screening-Bereiche übertragbar ist, wird ein Vergleich der Indikationen zeigen. In diesem Fall muss überlegt werden, welche Strategien notwendig sind, um Wissenschaftler für sinnvolle Studiendesigns und relevante Endpunkte zu sensibilisieren.