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Komplexe Interventionen – Entwicklung durch Austausch: 13. Jahrestagung des Deutschen Netzwerks Evidenzbasierte Medizin

Deutsches Netzwerk Evidenzbasierte Medizin e. V.

15.03. - 17.03.2012, Hamburg

Mediatoranalysen in Studien zur Evaluation komplexer Interventionen

Meeting Abstract

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  • corresponding author presenting/speaker Justine Rochon - Institut für Medizinische Biometrie und Informatik, Universität Heidelberg, Heidelberg, Deutschland
  • author Christiane Muth - Institut für Allgemeinmedizin, Johann Wolfgang Goethe-Universität, Frankfurt, Deutschland

Komplexe Interventionen – Entwicklung durch Austausch. 13. Jahrestagung des Deutschen Netzwerks Evidenzbasierte Medizin. Hamburg, 15.-17.03.2012. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2012. Doc12ebm020

DOI: 10.3205/12ebm020, URN: urn:nbn:de:0183-12ebm0206

Published: March 5, 2012

© 2012 Rochon et al.
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Hintergrund und Fragestellung: Nach der Leitlinie des Medical Research Council zur Entwicklung und Evaluation komplexer Interventionen [1] ist es wichtig, in einer Studie nicht nur den Effekt einer Intervention zu bestimmen und damit die pragmatische Frage (Does it work?) zu beantworten. Ebenso wichtig und spannend sind explanatorische Fragen (How does it work?): Welche Bestandteile der Intervention sind wirksam und für welche Effekte verantwortlich? Lassen sich Faktoren identifizieren, die den Interventionseffekt moderieren bzw. vermitteln (Mediatoren)?

Material/Methoden: In diesem Beitrag werden zwei Ansätze zur Untersuchung von Mediatoreffekten vorgestellt: Der traditionelle Structural Equation Modelling (SEM) Ansatz, der auf Baron und Kenny [2] zurückgeht und der alternative Causal Inference (CI) Ansatz, der kürzlich von Emsley et al. [3] präsentiert wurde. Basierend auf dem SEM-Ansatz soll zunächst erklärt werden, wie direkte und indirekte Effekte der Intervention mit Hilfe von Regressionsanalysen geschätzt werden können und mit welchen Problemen bei der Interpretation der Ergebnisse zu rechnen ist, wenn unbeobachtete Störeinflüsse nicht ausgeschlossen werden können. Anschließend soll die Verwendung von Instrumentalvariablen als Teil des CI-Ansatzes erläutert werden.

Ergebnisse: Die Ergebnisse beider Ansätze werden anhand der Daten einer kontrollierten Studie zur Evaluation einer komplexen Intervention vorgestellt. Die verschiedenen Effekte werden geschätzt, einander gegenübergestellt und diskutiert.

Schlussfolgerung: Nur adäquat durchgeführte Mediatoranalysen können helfen, effektivere Interventionen zu entwickeln und deren Implementierung in die Praxis zu unterstützen.


Literatur

1.
Craig N, Dieppe P, Macintyre S, Michie S, Nazareth I, Petticrew M. Developing and evaluating complex interventions: the new Medical Research Council guidance. BMJ. 2008;337:a1655.
2.
Baron RM, Kenny DA. The moderator-mediator variable distinction in social psychological research: conceptual, strategic, and statistical considerations. Journal of Personality and Social Psychology. 1986;51:1173-82.
3.
Emsley RA, Dunn G, White IR. Mediation and moderation of treatment effects in randomised trials of complex interventions. Statistical Methods in Medical Research. 2010;19:237-70.