gms | German Medical Science

EbM & Individualisierte Medizin
12. Jahrestagung des Deutschen Netzwerks Evidenzbasierte Medizin

Deutsches Netzwerk Evidenzbasierte Medizin e. V.

24.03. - 26.03.2011, Berlin

Gesundheitsbezogene Lebensqualität in Studien zur Behandlung des lokalisierten Prostatakarzinoms – eine systematische Übersicht

Meeting Abstract

EbM & Individualisierte Medizin. 12. Jahrestagung des Deutschen Netzwerks Evidenzbasierte Medizin. Berlin, 24.-26.03.2011. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2011. Doc11ebm53

DOI: 10.3205/11ebm53, URN: urn:nbn:de:0183-11ebm535

Published: March 23, 2011

© 2011 Peinemann et al.
This is an Open Access article distributed under the terms of the Creative Commons Attribution License (http://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/3.0/deed.en). You are free: to Share – to copy, distribute and transmit the work, provided the original author and source are credited.


Outline

Text

Hintergrund: Die niedrig dosierte permanente LDR-Brachytherapie ist bei der Behandlung des lokalisierten Prostatakarzinoms eine Alternative zu radikaler Prostatektomie, perkutaner Strahlentherapie und kontrolliertem Abwarten. Ergebnisse zur gesundheitsbezogenen Lebensqualität (HRQOL) sowie zu krankheitsspezifischen Symptomen können einen Einfluss auf die Therapieentscheidung haben. Das Ziel der Untersuchung war die Evaluation der Häufigkeit und Qualität der Studien, in denen Ergebnisse zur HRQOL oder zu Symptomskalen berichtet wurden.

Material/Methoden: In MEDLINE, EMBASE und Cochrane Library wurden systematisch randomisierte und nicht randomisierte Studien gesucht. Kriterien für den Einschluss waren validierte Erhebungsinstrumente, mindestens 70% zurück gemeldete Fragebogen, mindestens 80% Anteil der Daten von Patienten mit relevanter Diagnose und Therapie. Die Baselinedaten sollten zwischen den Behandlungsgruppen gleichverteilt oder die statistische Analyse sollte nach den entsprechenden Einflussgrößen adjustiert sein.

Ergebnisse: Ergebnisse der HRQOL- und der Symptomskalen wurden in 1 randomisierten und in 52% (32 von 61) der nicht randomisierten potenziell relevanten Studien eines Pools von 1.252 Treffern identifiziert. In 16 Studien waren die Baselinedaten nicht gleichverteilt oder nicht adjustiert. In 4 weiteren Studien war ein Rücklauf von unter 70% Grund für den Ausschluss und in 5 Studien waren Vergleichsbehandlung oder Zielgröße nicht getrennt dargestellt. Somit konnten 23% (7 von 31 Studien) der Studien in die Evaluierung einbezogen werden. In diesen 7 Studien wurden 8 Skalen untersucht.

Schlussfolgerung/Implikation: Aufgrund ihrer geringen methodischen Qualität konnten nur wenige Studien einbezogen werden. Der fehlende Konsens über die idealen HRQOL- beziehungsweise Symptomskalen erschwert die Gesamtbewertung klinischer Studien in der Urologie. Datenerhebung oder -darstellung erlaubten es in den meisten Fällen nicht, Behandlungsunterschiede zu analysieren.