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EbM & Individualisierte Medizin
12. Jahrestagung des Deutschen Netzwerks Evidenzbasierte Medizin

Deutsches Netzwerk Evidenzbasierte Medizin e. V.

24.03. - 26.03.2011, Berlin

Stand und Bedingungen der nichtkommerziellen klinischen Forschung in Deutschland

Meeting Abstract

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EbM & Individualisierte Medizin. 12. Jahrestagung des Deutschen Netzwerks Evidenzbasierte Medizin. Berlin, 24.-26.03.2011. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2011. Doc11ebm20

DOI: 10.3205/11ebm20, URN: urn:nbn:de:0183-11ebm205

Published: March 23, 2011

© 2011 Bührlen et al.
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Hintergrund: Die nichtkommerzielle klinische Forschung beantwortet Fragestellungen, die sich aus der Behandlungspraxis ergeben. Sie bildet damit ein wichtiges Fundament der evidenzbasierten Medizin (EbM). Da die Hersteller der Produkte oft keinen wirtschaftlichen Vorteil aus solchen Studien zu erwarten haben, übernehmen häufig die medizinischen Fakultäten die Verantwortung und die Finanzierung muss zumindest teilweise aus öffentlichen Mitteln erfolgen oder von Stiftungen übernommen werden.

Material/Methoden: Ziel der Studie im Auftrag des Deutschen Bundestags war es, die Faktoren, die Einfluss auf eine leistungsfähige nichtkommerzielle klinische Forschung in Deutschland haben, zu beschreiben und zu bewerten. Dazu wurden die medizinischen Fakultäten in Deutschland schriftlich befragt (Rücklauf: n=19) und k=13 Experteninterviews sowie ein Expertenworkshop durchgeführt.

Ergebnisse: Die nichtkommerzielle klinische Forschung ist in Deutschland zahlenmäßig vergleichbar stark wie in anderen Ländern. Selbst die nichtkommerziellen Studien werden zu mehr als der Hälfte auch durch Wirtschaftsunternehmen gefördert.

Als problematisch wird von den Fakultäten insbesondere das Einwerben der Studienmittel angesehen. Hinzu kommen die Gewinnung von Studienpatienten, die aufwendige Durchführung und Überwachung der Studien, die Validität der Daten, die Qualifikation des Personals, die akademische Anerkennung der klinischen Forschung sowie Bürokratie bei den Überwachungsbehörden und Ethikkommissionen.

Weiterhin besteht dringender Bedarf an methodischer Unterstützung der Forscher und einer Verbesserung ihrer Qualifikation. Die Forschungsinfrastruktur wird als sehr günstig erachtet, sie ist allerdings nicht flächendeckend verfügbar und benötigt weitere flankierende Maßnahmen.

Die Vorschriften für klinische Prüfungen werden nach wie vor als aufwändig und teils prohibitiv bezeichnet, Patientensicherheit und Qualität der Studien sind wichtige Standortfaktoren für die klinische Forschung in Deutschland.

Schlussfolgerung/Implikation: Vom Hersteller unabhängig durchgeführte Studien sind zur Kontrolle und als Ergänzung der kommerziellen klinischen Forschung notwendig. Die Bedingungen sind in Deutschland relativ günstig, könnten aber noch weiter verbessert werden.


Literatur

1.
Bührlen B, Georgieff P, Vollmar HC. Stand und Bedingungen klinischer Forschung in Deutschland und im Vergleich zu anderen Ländern unter besonderer Berücksichtigung nichtkommerzieller Studien. Innovationsreport. TAB-Arbeitsbericht 135. Büro für Technikfolgen-Abschätzung beim Deutschen Bundestag (TAB); 2010. Download unter http://www.tab-beim-bundestag.de/de/pdf/publikationen/berichte/TAB-Arbeitsbericht-ab135.pdf. External link