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EbM & Individualisierte Medizin
12. Jahrestagung des Deutschen Netzwerks Evidenzbasierte Medizin

Deutsches Netzwerk Evidenzbasierte Medizin e. V.

24.03. - 26.03.2011, Berlin

Angaben zu Interessenkonflikten in deutschen Leitlinien

Meeting Abstract

  • corresponding author presenting/speaker Thomas Langer - Ärztliches Zentrum für Qualität in der Medizin, Berlin, Deutschland
  • Susann Conrad - Ärztliches Zentrum für Qualität in der Medizin, Berlin, Deutschland
  • Liat Fishman - Ärztliches Zentrum für Qualität in der Medizin, Berlin, Deutschland
  • Sabine Schwarz - Ärztliches Zentrum für Qualität in der Medizin, Berlin, Deutschland
  • Beate Weikert - Ärztliches Zentrum für Qualität in der Medizin, Berlin, Deutschland
  • Susanne Weinbrenner - Ärztliches Zentrum für Qualität in der Medizin, Berlin, Deutschland
  • Günter Ollenschläger - Ärztliches Zentrum für Qualität in der Medizin, Berlin, Deutschland

EbM & Individualisierte Medizin. 12. Jahrestagung des Deutschen Netzwerks Evidenzbasierte Medizin. Berlin, 24.-26.03.2011. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2011. Doc11ebm18

DOI: 10.3205/11ebm18, URN: urn:nbn:de:0183-11ebm189

Published: March 23, 2011

© 2011 Langer et al.
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Outline

Text

Hintergrund: Eine Auswertung von deutschen S2- und S3-Leitlinien, die bis August 2009 aktuell waren zeigte, dass Interessenkonflikte in vielen Leitlinien unzureichend dargelegt werden [1]. Die Fragestellungen der Arbeit sind: 1.) Interessenkonfliktdarlegung in S2- und S3-Leitlinien, die zwischen 08/2009 und 11/2010 veröffentlicht wurden; 2.) Welche Beziehungen und Sachverhalte werden in S2- und S3-Leitlinien (Stand 11/2010) offen gelegt. 3.) Wie wurde mit diesen umgegangen.

Material/Methoden: Alle von 08/2009 bis 11/2010 veröffentlichten oder aktualisierten S2- und S3-Leitlinien wurden mit Kriterium 23 des Deutsche Instrument zur methodischen Leitlinien-Bewertung (DELBI) durch zwei unabhängige BewerterInnen bewertet und die Ergebnisse mit den Daten der Auswertung aus 2009 [1] zusammengefasst. Die Angaben aller bis 11/2010 gültigen Leitlinien mit Informationen zu Interessenkonflikten wurden extrahiert und quantitativ ausgewertet.

Ergebnisse: Von den zwischen 08/2009 bis 11/2010 veröffentlichten Leitlinien (n=57) machten 25% individuelle Angaben zu Interessenkonflikten. Der Anteil von Leitlinien mit individuellen Angaben zu Interessenkonflikten an allen gültigen S2- und S3-Leitlinien stieg dadurch von 5% (2009) auf 10%. Von 460 AutorInnen mit Angaben zu Interessenkonflikten gaben 203 (44,1%) Beziehungen und Sachverhalte an, die auf Interessenkonflikte hinweisen. Häufigste Beziehungen bei LeitlinienautorInnen mit individuellen Angaben zu Interessenkonflikten waren Vortrags- und Schulungstätigkeiten (29,6%), Berater- und Gutachterverträge (28,3%), und Drittmittel (21,1%). In keiner Leitlinie wurde ein Interessenkonflikt festgestellt.

Schlussfolgerung/Implikation: Schlussfolgerungen

Beziehungen und Sachverhalte, die auf Interessenkonflikte hinweisen, sind bei LeitlinienautorInnen häufig, haben bisher aber keine sichtbaren Konsequenzen auf den Erstellungsprozess der Leitlinien. Es sind Standards erforderlich für die transparente Bewertung von Interessenkonflikten und für den angemessenen Umgang mit Interessenkonflikten in Leitlinien.


Literatur

1.
Gerken M, Kopp I, Lelgemann M. Angaben zu Interessenskonflikten in S2-/S3-Leitlinien. EbM – ein Gewinn für die Arzt-Patient-Beziehung?. Forum Medizin 21 der Paracelsus Medizinischen Privatuniversität & 11. EbM-Jahrestagung des Deutschen Netzwerks Evidenzbasierte Medizin. Salzburg, 25.-27.02.2010. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2010. Doc10ebm114. DOI: 10.3205/10ebm114 External link