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EbM – ein Gewinn für die Arzt-Patient-Beziehung?
Forum Medizin 21
11. EbM-Jahrestagung

Paracelsus Medizinische Privatuniversität, Deutsches Netzwerk Evidenzbasierte Medizin e. V.

25.02. - 27.02.2010, Salzburg, Österreich

Akute Schlaganfallmanagement mittels Telemedizin: eine systematische Übersicht

Telemedicine in acute stroke management: systematic review

Meeting Abstract

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  • corresponding author Tim Johansson - Ludwig Boltzmann Institut Health Technology Assessment, Wien, Österreich
  • author Claudia Wild - Ludwig Boltzmann Institut Health Technology Assessment, Wien, Österreich

EbM – ein Gewinn für die Arzt-Patient-Beziehung?. Forum Medizin 21 der Paracelsus Medizinischen Privatuniversität & 11. EbM-Jahrestagung des Deutschen Netzwerks Evidenzbasierte Medizin. Salzburg, 25.-27.02.2010. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2010. Doc10ebm085

DOI: 10.3205/10ebm085, URN: urn:nbn:de:0183-10ebm0851

Published: February 22, 2010

© 2010 Johansson et al.
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Hintergrund: In den industrialisierten Ländern zählt Schlaganfall zur 3.-häufigsten Todesursache nach Herz-Kreislauferkrankungen und Krebs. Patienten, die in Stroke Units oder mit intravenösen Thrombolyse (Lyse) behandelt werden haben eine bessere Überlebenschance und Gesundheitsprognose als konventionell behandelte Schlaganfallpatienten. Problematisch ist, dass viele Schlaganfallpatienten keinen Zugang zu Stroke Units und Lyse Therapien haben. Dies ist u.a durch geographische und zeitliche Barrieren bedingt. Lyse ist nur nach den Schlaganfallsymptomen innerhalb der ersten 4,5h wirkungsvoll. Telemedizin ermöglicht es, dass neurologische ExpertInnen in Stroke Units mit ÄrztInnen in regionalen Krankenhäusern in Echtzeit kommunizieren können, um schnelle Betreuung zu ermöglichen.

Material/Methoden: Um relevante Artikel zu identifizieren wurde eine systematische Literatursuche in folgenden Datenbanken durchgeführt: Ovid Medline, Embase, INAHTA und in der Cochrane Library.

Ergebnisse: Im Beobachtungsraum von 1995 bis 2008 wurden 151 Artikeln identifiziert, davon wurden 19 Studien eingeschlossen (Tabelle 1 [Tab. 1], Tabelle 2 [Tab. 2]). Die Mehrzahl der Publikationen analysierte die Sicherheit und Durchführbarkeit von Telelyse. Verschiedene Prozessabläufe wurden evaluiert. zB. Onset – Lyse – Zeit sowie Pforte – Lyse – Zeit. Für die weitere Überwachung wurden Telelysierte PatientInnen oft zu Schlaganfallzentren transportiert. Follow-up von Telestroke PatientInnen nach 6, 12 und 30 Monten zeigte – im Vergleich zu PatientInnen mit konventionellen Behandlungen – eine reduzierte Wahrscheinlichkeit für Behinderung und Mortalität. PatientInnen und Personal berichteten von einer hohen Zufriedenheit mit telemedizinischen Interventionen. Eine sehr begrenzte Evidenz für die Nutzung von Ressourcen und Kosten-Effektivität ist vorhanden.

Schlussfolgerung/Implikation: Trotz der begrenzten Evidenz und dem Überwiegen von Beobachtungsstudien scheinen Telestroke-Interventionen sicher, zuverlässig und akzeptiert zu sein. Telemedizinische Interventionen können das Wissen und die Expertise von spezialisierten Schlaganfallzentren zu regionalen neurologisch unterversorgten Regionen verbreiten. Effektive Behandlungstherapien wie Lyse können häufiger eingesetzt werden. Die fehlende Ressourcendarstellung sowie der Mangel an standardisierten Qualitätsindikatoren, Abläufen, und Outcomeparameter macht es schwierig verschiedene Programme zu vergleichen und ein „best practise“ Model zu identifizieren. Eine Standardisierung der Ergebnismessung ist wünschenswert.


Literatur

1.
Johansson T, Wild C. Telemedicine in Stroke Management – systematic review. HTA- Projektbericht. 2009;No. 029.