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EbM – ein Gewinn für die Arzt-Patient-Beziehung?
Forum Medizin 21
11. EbM-Jahrestagung

Paracelsus Medizinische Privatuniversität, Deutsches Netzwerk Evidenzbasierte Medizin e. V.

25.02. - 27.02.2010, Salzburg, Österreich

Entwicklung eines praktikablen Werkzeugs zur Bewertung, Erstellung und Implementierung evidenzbasierter Leitlinien im klinischen Alltag

Meeting Abstract

  • corresponding author presenting/speaker Thomas Semlitsch - EBM (Evidence based medicine) Review Center, Universitätsklinik für Innere Medizin, Medizinische Universität Graz, Österreich
  • author Klaus Jeitler - Institut für Medizinische Informatik, Statistik und Dokumentation, Medizinische Universität Graz, Österreich; EBM (Evidence based medicine) Review Center, Universitätsklinik für Innere Medizin, Medizinische Universität Graz, Österreich
  • author Karl Horvath - EBM (Evidence based medicine) Review Center, Universitätsklinik für Innere Medizin, Medizinische Universität Graz, Österreich
  • author Eva Matyas - EBM (Evidence based medicine) Review Center, Universitätsklinik für Innere Medizin, Medizinische Universität Graz, Österreich
  • author Ursula Püringer - EBM (Evidence based medicine) Review Center, Universitätsklinik für Innere Medizin, Medizinische Universität Graz, Österreich
  • author Andrea Berghold - Institut für Medizinische Informatik, Statistik und Dokumentation, Medizinische Universität Graz, Österreich
  • author Andrea Siebenhofer - Institut für Allgemeinmedizin, Goethe-Universität Frankfurt am Main, Deutschland; EBM (Evidence based medicine) Review Center, Universitätsklinik für Innere Medizin, Medizinische Universität Graz, Österreich

EbM – ein Gewinn für die Arzt-Patient-Beziehung?. Forum Medizin 21 der Paracelsus Medizinischen Privatuniversität & 11. EbM-Jahrestagung des Deutschen Netzwerks Evidenzbasierte Medizin. Salzburg, 25.-27.02.2010. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2010. Doc10ebm081

DOI: 10.3205/10ebm081, URN: urn:nbn:de:0183-10ebm0816

Published: February 22, 2010

© 2010 Semlitsch et al.
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Hintergrund: Vor dem Hintergrund eines komplexer werdenden Gesundheitssystems und einer zunehmenden Informationsflut gewinnen Leitlinien eine immer größere Bedeutung im medizinischen Alltag. Sie haben dabei die Aufgabe, basierend auf der besten wissenschaftlichen Evidenz und auf Praxiserfahrung, unter Abschätzung von Risiko und Nutzen, das derzeitig empfohlene Vorgehen in der Patientenversorgung zu definieren. Die Wirksamkeit in der Umsetzung von Leitlinien hängt jedoch stark von der Zuverlässigkeit der Empfehlungen und der Akzeptanz der AnwenderInnen ab, was wiederum eine systematische Aufarbeitung der vorhandenen Literatur und eine hohe Validität der getroffenen Aussagen voraussetzt. Dies führte zu einer Vielzahl von Handbüchern zur Erstellung und Bewertung von Leitlinien.

Material/Methoden: Es handelt sich hierbei um ein von der Wissenschaftsabteilung des Landes Steiermark gefördertes Projekt, in dem zu Beginn (Durchführungszeitraum Oktober bis Dezember 2009) mittels einer systematischen Literaturrecherche alle vorhandenen Manuale und Instrumente zur Erstellung und Bewertung von Leitlinien identifiziert werden. Ziel dabei ist, daraus ein praktikables Werkzeug zur Bewertung, Erstellung und Implementierung evidenzbasierter Leitlinien im klinischen Alltag zu erstellen. In einer zweiten Phase, beginnend mit Jänner 2010, soll der Wissensstand über Leitlinien und die aktuelle Anwendungssituation im klinischen Bereich erhoben werden. Im Rahmen von Schulungen von ÄrztInnen in Krankenhäusern erfolgt anschließend die Implementierung des entwickelten Werkzeugs mit dem Ziel, eine eigenständige Leitliniensuche und -bewertung zu fördern.

Ergebnisse: Es wird die Vorgangsweise bei der Zusammenschau vorhandener Methoden zur Erstellung und Bewertung von Leitlinien und bei der Erstellung eines einfachen Bewertungsinstruments für evidenzbasierte Leitlinien detailliert erläutert und zur Diskussion gestellt. Weiters sollen erste Ergebnisse der Erhebung zum Umgang mit Leitlinien in Krankenhäusern eines österreichischen Bundeslands präsentiert werden.

Schlussfolgerung/Implikation: Mit der Schaffung eines einfachen Werkzeugs zur Bewertung vorhandener Leitlinien und zur Erstellung praktikabler Handlungsanweisungen für medizinisches Personal soll insgesamt eine verbesserte Vorsorgung und informierte Entscheidungen im klinischen Alltag erreicht werden.