gms | German Medical Science

EbM – ein Gewinn für die Arzt-Patient-Beziehung?
Forum Medizin 21
11. EbM-Jahrestagung

Paracelsus Medizinische Privatuniversität, Deutsches Netzwerk Evidenzbasierte Medizin e. V.

25.02. - 27.02.2010, Salzburg, Österreich

Objektivierte Entwicklung von Suchstrategien – Ein neuer methodischer Ansatz für die Praxis

Meeting Abstract

EbM – ein Gewinn für die Arzt-Patient-Beziehung?. Forum Medizin 21 der Paracelsus Medizinischen Privatuniversität & 11. EbM-Jahrestagung des Deutschen Netzwerks Evidenzbasierte Medizin. Salzburg, 25.-27.02.2010. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2010. Doc10ebm041

DOI: 10.3205/10ebm041, URN: urn:nbn:de:0183-10ebm0410

Published: February 22, 2010

© 2010 Hausner et al.
This is an Open Access article distributed under the terms of the Creative Commons Attribution License (http://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/3.0/deed.en). You are free: to Share – to copy, distribute and transmit the work, provided the original author and source are credited.


Outline

Text

Hintergrund: Systematische Übersichten nehmen eine Sonderstellung bei der Literaturrecherche ein. Neben der umfassenden Suche in mehreren Quellen [1], [2], [3] stehen hohe Anforderungen an Durchführung und Dokumentation im Vordergrund [4], [5]. Um diesen Anforderungen gerecht zu werden, haben sich bei der Cochrane Collaboration, aber auch in vielen HTA Agenturen, spezialisierte Mitarbeiter/innen etabliert, die den Ablauf und die Durchführung von Suchen professionell gestalten.

Material/Methoden: Durch diese Professionalisierung fand eine methodische Entwicklung statt, die sich mit unterschiedlichen Möglichkeiten der Strategieerstellung sowie deren anschließender Überprüfung befasst. Bisher wurde bei der Erstellung meist ein konzeptionelles Vorgehen gewählt. Hier werden Freitexte und Schlagworte gesucht, von denen angenommen wird, dass sie passend für die Fragestellung sind. Der Nachteil dieser Methode liegt darin, dass sich nur schwer einschätzen lässt, wann eine Strategie „fertig“ ist – also insbesondere genügend umfangreich, um einen Großteil der relevanten Artikel zu finden.

Damit gewinnt ein weiterer Ansatz an Bedeutung, der versucht sich dieser Problematik zu stellen. Es handelt sich dabei um ein „objektives“ Vorgehen, dessen Ansatz der Filterentwicklung bei Suchstrategien entstammt [6], [7], [8]. Hier werden textanalytische Verfahren an vorab identifizierten relevanten Artikel angewendet, um daraus relevante Freitexte und Schlagworte für Strategien zu generieren. Eine weitere Einsatzmöglichkeit dieser relevanten Artikel besteht in der Überprüfung einer fertigen Strategie.

Bei der Arbeit in einer HTA Agentur, in der innerhalb kurzer Zeit viele unterschiedliche Themen bearbeitet werden, gewinnt die Verwendung „objektiver“ Verfahren immer mehr an Bedeutung. Nur so kann gewährleistet werden, dass auch ohne spezifisches Expertenwissen für jede medizinische Fragestellung robuste und vertrauenswürdige Strategien erstellt werden, die eine hohe Sensitivität besitzen. Ein weiterer Vorteil liegt in der Transparenz und dem wissenschaftlichen Anspruch der Methode.

Ergebnisse: Bei der Arbeit in einer HTA Agentur, in der innerhalb kurzer Zeit viele unterschiedliche Themen bearbeitet werden, gewinnt die Verwendung „objektiver“ Verfahren immer mehr an Bedeutung. Nur so kann gewährleistet werden, dass auch ohne spezifisches Expertenwissen für jede medizinische Fragestellung robuste und vertrauenswürdige Strategien erstellt werden, die eine hohe Sensitivität besitzen. Ein weiterer Vorteil liegt in der Transparenz und dem wissenschaftlichen Anspruch der Methode.

Schlussfolgerung/Implikation: Der Vortrag beschäftigt sich mit den Gründen, die für eine routinemäßige Verwendung von „objektiven“ Verfahren zur Strategieentwicklung sprechen und nennt Bespiele, in welchen Bereichen diese momentan Anwendung finden. Dies reicht von der textanalytischen Herangehensweise bei der Strategieentwicklung bis hin zur Erstellung von Goldstandards zur Prüfung entwickelter Strategien. Außerdem soll ein Ausblick auf zukünftige Herausforderungen erfolgen.


Literatur

1.
Sampson M, Barrowman NJ, Moher D. Sould meta-analysts search Embase in addition to Medline? J Clin Epidemiol 2003;56:943-55.
2.
Suarez-Almazor ME, Belseck E, Homik J, Dorgan M, Ramos-Remus C. Identifying clinical trials in the medical literature with electronic databases: MEDLINE alone is not enough. Control Clin Trials. 2000;21(5):476-87.
3.
Subirana M, Solá I, Garcia JM, Gich I, Urrútia G. A nursing qualitative systematic review required MEDLINE and CINAHL for study identification. J Clin Epidemiol. 2005;58(1):20-5.
4.
Sampson M, McGowan J, Lefebvre C, Moher D, Grimshaw J; Canadian Agency for Drugs and Technologies in Health. PRESS: Peer Review of Electronic Search Strategies. Ottawa: CADTH; 2008. Available from: http://www.msmandhiv.org/documents/globaltopics/PRESS.pdf External link
5.
Lefebvre C, Manheimer E, Glanville J. Searching for studies. In: Higgins JP, Green S, editors. Cochrane Handbook for Systematic reviews of Interventions. New York: John Wiley & Sons; 2008. p. 95-150.
6.
Wilczynski NL, McKibbon KA, Haynes RB. Quantitative comparison of pre-explosions and subheadings with methodologic search terms in MEDLINE. In: Proceedings – the Annual Symposium on Computer Applications in Medical Care; 1994. p. 905-9.
7.
Haynes RB WN, McKibbon KA, Walker CJ, Sinclair JC. Developing optimal search strategies for detecting clinically sound studies in MEDLINE. J Am Med Inform Assoc. 1994;1(6):447-58.
8.
White VJ GJ, Lefebvre C, Sheldon TA. A statistical approach to designing search filters to find systematic reviews: objectivity enhances accuracy. Journal of Information Science. 2001;27(6):357-70.