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EbM – ein Gewinn für die Arzt-Patient-Beziehung?
Forum Medizin 21
11. EbM-Jahrestagung

Paracelsus Medizinische Privatuniversität, Deutsches Netzwerk Evidenzbasierte Medizin e. V.

25.02. - 27.02.2010, Salzburg, Österreich

Regulierung von Interessenskonflikten: eine vergleichende Status quo Analyse im nordamerikanischen und deutschsprachigen Raum

Meeting Abstract

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EbM – ein Gewinn für die Arzt-Patient-Beziehung?. Forum Medizin 21 der Paracelsus Medizinischen Privatuniversität & 11. EbM-Jahrestagung des Deutschen Netzwerks Evidenzbasierte Medizin. Salzburg, 25.-27.02.2010. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2010. Doc10ebm034

DOI: 10.3205/10ebm034, URN: urn:nbn:de:0183-10ebm0344

Published: February 22, 2010

© 2010 Strech et al.
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Hintergrund: Finanzielle und andere Interessenskonflikte haben das Potential zu einer negativen Beeinflussung der medizinisch-professionellen Integrität in Versorgung, Forschung und Lehre. Richtlinien zur Regulierung von Interessenskonflikten beabsichtigen, das Potential der negativen Beeinflussung zu reduzieren. Diese Richtlinien können sinnvoller Weise von Einrichtungen der medizinischen Versorgung, Forschung und Lehre, wie auch der Selbstverwaltung und der Politik erstellt und der Öffentlichkeit in adäquater Weise zugänglich gemacht werden. Im nordamerikanischen aber nicht im deutschsprachigen Raum sind verschiedenen Untersuchungen zum Status quo von Richtlinien zu Interessenskonflikten durchgeführt worden.

Material/Methoden: In einer explorativen Status quo Analyse wurden im Oktober 2009 die Internetseiten von medizinischen Fakultäten und Hochschulen in Deutschland, Österreich und der Schweiz sowie von weiteren Forschungsinstitutionen und relevanten Akteuren in den jeweiligen Gesundheitswesen auf das Vorhandensein von Richtlinien oder anderen Strategien im Umgang mit Interessenskonflikten untersucht. Die Ergebnisse wurden mit dem Status quo im nordamerikanischen Raum hinsichtlich Häufigkeit und Inhalten von Richtlinien verglichen.

Ergebnisse: Während im nordamerikanischen Raum eine große Anzahl von Medical Schools über (inhaltlich z.T. sehr unterschiedliche) Richtlinien zum Umgang mit Interessenskonflikten verfügen, die über das Internet leicht zu identifizieren sind, war dies für keine der deutschsprachigen Hochschulen der Fall. Auch bei anderen zentralen Einrichtungen für die Selbstverwaltung und Regulierung der deutschsprachigen Gesundheitswesen konnten über das Internet bis auf wenige Ausnahmen keine entsprechenden Richtlinien oder andere Strategien identifiziert werden.

Schlussfolgerung/Implikation: Die Entwicklung und adäquate Veröffentlichung von Richtlinien zu Interessenskonflikten in Institutionen der medizinischen Versorgung, Forschung und Lehre, ist nur ein erster Schritt zu einem angemessenen Umgang mit Interessenskonflikten. Die kritische Evaluation der Inhalte und vor allem der praktischen Konsequenzen von Richtlinien sind wichtige Folgeprozesse. Diese wichtigen Folgeprozesse sind aber nur umsetzbar, wenn der erste Schritt bereits gegangen ist. Ein Gesundheitssystem, welches mit Interessenskonflikten rational umgehen und das Vertrauen von Patienten, Auszubildenden und Bürgern erhalten will, sollte diesen ersten und die dann folgenden Schritte dringend nachholen.