gms | German Medical Science

EbM – ein Gewinn für die Arzt-Patient-Beziehung?
Forum Medizin 21
11. EbM-Jahrestagung

Paracelsus Medizinische Privatuniversität, Deutsches Netzwerk Evidenzbasierte Medizin e. V.

25.02. - 27.02.2010, Salzburg, Österreich

Qualität der Medizinberichterstattung – die Initiative HealthNewsReview

Meeting Abstract

Search Medline for

  • corresponding author Holger Wormer - Lehrstuhl Wissenschaftsjournalismus, Institut für Journalistik, Techn. Universität Dortmund, Deutschland External link

EbM – ein Gewinn für die Arzt-Patient-Beziehung?. Forum Medizin 21 der Paracelsus Medizinischen Privatuniversität & 11. EbM-Jahrestagung des Deutschen Netzwerks Evidenzbasierte Medizin. Salzburg, 25.-27.02.2010. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2010. Doc10ebm026

DOI: 10.3205/10ebm026, URN: urn:nbn:de:0183-10ebm0264

Published: February 22, 2010

© 2010 Wormer.
This is an Open Access article distributed under the terms of the Creative Commons Attribution License (http://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/3.0/deed.en). You are free: to Share – to copy, distribute and transmit the work, provided the original author and source are credited.


Outline

Text

Trotz zahlreicher Forschungsansätze in den Kommunikationswissenschaften und der Journalismusforschung gibt es dort bis heute kein allgemein anerkanntes Konzept zur Definition und empirischen Messung von Qualität im allgemeinen Journalismus. Allerdings lässt sich eine Reihe von häufig genannten Qualitätsdimensionen identifizieren, darunter „Aktualität“, „Richtigkeit“, „Vermittlung“ und „Relevanz“. Auch besteht in der Journalismusforschung weitgehend Einigkeit darüber, dass Qualität immer auch von Faktoren wie der Art des Mediums und der jeweiligen Zielgruppe abhängt. Noch komplexer stellt sich die Frage nach der Qualität für die Wissenschafts- und Medizinberichterstattung dar. Zwar existiert auch hier zumindest eine Reihe von Vorschlägen und Versuchen zur Bewertung der Qualität der Berichterstattung (etwa aus dem Bereich der accuracy-Forschung). Allerdings dominiert hier in der Regel eine stark wissenschaftszentrierte Sichtweise, während rezipienten- (und somit auch patienten-)orientierte Bewertungsmaßstäbe ebenso wie Qualitätskriterien aus dem allgemeinen Journalismus nicht selten vernachlässigt werden. Einen interessanten Ansatz aus jüngerer Zeit liefern Initiativen wie das australische „Media Doctor“-Projekt (http://www.mediadoctor.org.au/) und das amerikanische Pendant „HealthNewsReview“ (http://www.healthnewsreview.org/). In beiden Fällen werden zehn Kriterien zur Qualitätsbewertung von journalistischen Beiträgen herangezogen, wobei neben wissenschaftlichen Maßstäben (etwa „Diskussion der wissenschaftlichen Evidenz“) auch journalismusnahe Kriterien („Diskussion von Kosten“ einer Therapie oder „Recherche über eine Pressemitteilung hinaus“) verwendet werden. In dem Vortrag sollen die Projekte Media-Doctor und HealthNewsReview vor dem Hintergrund journalistischer und wissenschaftlicher Qualitätsdebatten analysiert und die Vorbereitungen für ein deutsches „HealthNewsReview“-Projekt an der Dortmunder Universität vorgestellt werden. Dabei wird die direkte Übertragbarkeit auf die deutschsprachige Medizinberichterstattung angesichts eines unterschiedlichen Gesundheitssystems ebenso diskutiert wie die Frage einer verschiedenen Gewichtung einzelner Qualitätsfaktoren, die zum Teil sogar gegenläufigen Charakter haben können (z.B. Verständlichkeit versus Richtigkeit/Vollständigkeit). Ferner werden Parallelen und Unterschiede zwischen möglichen Qualitätskriterien im Medizinjournalismus und in Patienteninformationen angesprochen.