gms | German Medical Science

Evidenz und Entscheidung: System unter Druck
10. Jahrestagung des Deutschen Netzwerks Evidenzbasierte Medizin

Deutsches Netzwerk Evidenzbasierte Medizin e. V.

05.03. - 07.03.2009 in Berlin

Lebensqualität (LQ) als Outcomeparameter bei chronischer Herzinsuffizienz – eine Analyse des KBV-Innovationsservice

Meeting Abstract

Search Medline for

Evidenz und Entscheidung: System unter Druck. 10. Jahrestagung des Deutschen Netzwerks Evidenzbasierte Medizin. Berlin, 05.-07.03.2009. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2009. Doc09ebmP8.4

DOI: 10.3205/09ebm088, URN: urn:nbn:de:0183-09ebm0885

Published: March 4, 2009

© 2009 von Pritzbuer et al.
This is an Open Access article distributed under the terms of the Creative Commons Attribution License (http://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/3.0/deed.en). You are free: to Share – to copy, distribute and transmit the work, provided the original author and source are credited.


Outline

Text

Hintergrund

Die chronische Herzinsuffizienz ist eine häufige Erkrankung mit massiver Einschränkung der LQ und deutlicher Verringerung der Lebenserwartung. Symptome wie hochgradige Luftnot oder schnelle Ermüdbarkeit können meist wesentlich besser vom Patienten als vom Arzt eingeschätzt werden. Für wissenschaftliche Vergleiche ist die Erfassung solcher Patient Reported Outcomes (PROs) anhand validierter krankheitsbezogener Instrumente erforderlich.

Durch den KBV-Innovationsservice wurde überprüft, auf welchem Niveau die zur Herzinsuffizienz entwickelten Instrumente in Studien untersucht wurden, und wieweit sich diese auch für die Bewertung des Nutzens einer zur Behandlung der Herzinsuffizienz eingesetzten neuen Behandlungsmethode eignen.

Methoden

Zu PROs bei chronischer Herzinsuffizienz wurde eine Literaturrecherche durchgeführt. Sie richtete sich vor allem auf systematische Reviews, Health Technology Assessments (HTA) und Leitlinienempfehlungen, die eine Messung der Lebensqualität im Zusammenhang mit der Herzinsuffizienz berichteten. Auf diese Weise konnte sowohl die Qualität von publizierten wissenschaftlichen Studien als auch der Eingang des vorhandenen Wissens in die Fachdiskussionen erfasst werden.

Ergebnisse

In der Recherche fanden sich keine HTAs, die den Stand der Forschung zu PROs bei Herzinsuffizienz untersuchten.

In über 20 systematischen Übersichtsarbeiten wurde der Einsatz von PROs in einer Reihe von teilweise randomisierten Studien der letzten zehn Jahre beschrieben. Unter den eingesetzten Instrumenten waren der Kansas City Cardiomyopathy Questionnaire (KCCQ) und der Minnesota Living with Heart Failure Questionnaire (MLHFQ) am häufigsten vertreten. Der Quality of Life in Severe Heart Failure Questionnaire sowie der Chronic Heart Failure Questionnaire sind als weniger gut etabliert anzusehen.

In den verfügbaren internationalen und nationalen Leitlinien wird die LQ bei der Therapie der Herzinsuffizienz als patientenrelevanter Endpunkt angesehen. Detaillierte Angaben zu Messinstrumenten finden sich dabei nur in einer Leitlinie.

Schlussfolgerung/Implikation

Die Lebensqualitätsmessung bei Patienten mit Herzinsuffizienz kann als gut etabliert und in höherwertigen Studien untersucht angesehen werden.

Da PROs zur Beurteilung der Herzinsuffizienz bereits erfolgreich eingesetzt wurden, erscheint ihre Verwendung im Rahmen der Nutzenbewertung einer Innovation zur Behandlung der Herzinsuffizienz zunächst durch den KBV-Innovationsservice und in der Folge auch durch den Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) möglich.