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Evidenz und Entscheidung: System unter Druck
10. Jahrestagung des Deutschen Netzwerks Evidenzbasierte Medizin

Deutsches Netzwerk Evidenzbasierte Medizin e. V.

05.03. - 07.03.2009 in Berlin

Dekubitusprävention in deutschen Krankenhäusern. Wie leitlinienkonform ist die Versorgung mit druckverteilenden Hilfsmitteln

Meeting Abstract

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Evidenz und Entscheidung: System unter Druck. 10. Jahrestagung des Deutschen Netzwerks Evidenzbasierte Medizin. Berlin, 05.-07.03.2009. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2009. Doc09ebmV1.1

DOI: 10.3205/09ebm001, URN: urn:nbn:de:0183-09ebm0013

Published: March 4, 2009

© 2009 Hauss et al.
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Hintergrund

Dekubitalgeschwüre sind eine häufige unerwünschte Komplikation bei immobilen Patienten. Die Prävalenz in Krankenhäusern liegt bei 28,2 % in der Risikogruppe. Der Anteil von Patienten mit hohem Dekubitusrisiko liegt bei 16,3 %. Leitlinien zur Dekubitusprävention empfehlen bei Risikopatienten anstelle von Krankenhausstandardmatratzen den Einsatz druckverteilender Hilfsmittel (d.H.). Bei Risikopatienten mit Dekubitus werden je nach Leitlinie non-energetische, teilweise auch ausschließlich energetische (elektrisch betriebene) Hilfsmittel empfohlen. Unklar ist bisher, wie häufig in deutschen Krankenhäusern d.H. eingesetzt werden.

Methoden

Es wurde eine Prävalenzstudie in 23 freiwillig teilnehmenden Kliniken (n=4080) in Deutschland durchgeführt. Ausgebildete Pflegekräfte untersuchten Patienten, die einer Hautinspektion freiwillig zustimmten. Es wurden pro Patient Risikofaktoren, vorhandene Dekubitalgeschwüre, Präventionsmaßnahmen und d.H. erfasst.

Ergebnisse

Bei Risikopatienten werden zu 51,1 % d.H. eingesetzt, bei sehr hohem Risiko erhalten 83,6 % ein entsprechendes System. Bei Patienten mit Dekubitus am Körperstamm werden zu 33,4 % non-energetische und zu 39,0 % energetische Hilfsmittel eingesetzt. Ist bei Patienten mit bestehendem Dekubitus keine Lagerung möglich, werden zu 100 % d.H. eingesetzt, wovon 80 % energetische Hilfsmittel sind.

Entgegen den Empfehlungen der Leitlinien werden bei 48,9 % der Risikopatienten Krankenhausstandardmatratzen genutzt, dieser Anteil nimmt in höheren Risikogruppen ab. Bei 27,6 % der Patienten mit Dekubitus und bei 20 % bei Patienten mit Dekubitus, bei denen eine Lagerung nicht möglich ist wird ebenfalls den Empfehlungen der Leitlinien nicht Folge geleistet.

Schlussfolgerung/Implikation

Der Einsatz druckverteilender Hilfsmittel zur Dekubitusprävention in deutschen Krankenhäusern entspricht häufig nicht den Empfehlungen internationaler evidenzbasierter Leitlinien. Hohe Dekubitusprävalenzen in deutschen Krankenhäusern sind weniger ein Hinweis auf mangelnde Evidenz, sondern lassen ein Defizit an Forschungstranfer vermuten.