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10. Deutscher Kongress für Versorgungsforschung, 18. GAA-Jahrestagung

Deutsches Netzwerk Versorgungsforschung e. V.
Gesellschaft für Arzneimittelanwendungsforschung und Arzneimittelepidemiologie e. V.

20.-22.10.2011, Köln

Wahrnehmung qualitätsverbessernder Maßnahmen im Kontext persönlicher Qualitätsvorstellungen von Ärzten

Meeting Abstract

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  • corresponding author presenting/speaker Elisabeth Urban - Abteilung Allgemeinmedizin/Versorgungsforschung, Universitätsklinikum Heidelberg, Heidelberg, Deutschland

10. Deutscher Kongress für Versorgungsforschung. 18. GAA-Jahrestagung. Köln, 20.-22.10.2011. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2011. Doc11dkvf238

DOI: 10.3205/11dkvf238, URN: urn:nbn:de:0183-11dkvf2388

Published: October 12, 2011

© 2011 Urban.
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Hintergrund: Qualitätsmanagement im Gesundheitssystem ist ein wichtiges Thema in der Versorgungsforschung. Sowohl ambulant als auch stationär sind die Leistungserbringer gesetzlich zu Qualitätssicherung verpflichtet, es existieren zahlreiche Initiativen zur Qualitätsverbesserung. Es scheint jedoch eine Diskrepanz in der praktischen Umsetzung zwischen Qualitätsmanagement-Konzepten und der Arbeitsrealität von Ärzten zu geben. Häufig fühlen sich Ärzte nicht als aktiv Beteiligte, sondern mehr als Objekte des Qualitätsmanagements, die sich an von außen auferlegten Vorgaben ausrichten müssen. Einige Faktoren, die qualitätssichernden Maßnahmen negativ angelastet werden, sind bekannt, wie zu hoher Dokumentationsaufwand, unzureichende Anpassung an die jeweiligen Bedürfnisse oder fehlende einheitliche Definition von Qualität. Es existieren international anerkannte Qualitätsmodelle, wie beispielsweise von Donabedian oder der OECD. Wenig ist jedoch über persönliche Qualitätsmodelle von Ärzten bekannt.

Die geplante Studie soll daher folgende Fragestellung untersuchen: Wie nehmen Ärzte bestehende qualitätsverbessernde Maßnahmen im Kontext ihres persönlichen Qualitätsverständnis wahr?

Material und Methoden: Die Daten sollen explorativ mit qualitativen Forschungsmethoden erhoben werden. Interviews erlauben die Erhebung subjektiver Sichtweisen, Bedürfnisse und Präferenzen der Befragten. Individuelle Merkmale in Hinblick auf persönliche Qualitätsvorstellungen sind ggf. einem Modell zuweisbar. Die Durchführung von ca. 10–15 semistrukturierten, leitfadengestützten Interviews mit Ärzten aus Praxen und Kliniken bis zum Erreichen der theoretischen Sättigung ist geplant. Die Interviews werden in Bild und Ton aufgezeichnet, das Datenmaterial wird anschließend transkribiert. Die Analyse des Textmaterials erfolgt analog der qualitativen Inhaltsanalyse nach Mayring. Als statistisches Programm zur qualitativen Auswertung dient atlas.ti.

Ergebnisse: Bestehende qualitätsverbessernde Maßnahmen sollen hinsichtlich Akzeptanz, Sinnhaftigkeit und Umsetzbarkeit aus Sicht von Ärzten qualitativ evaluiert werden und ggf. Optimierungspotential aufgezeigt werden. Darüber hinaus soll untersucht werden, inwieweit Ärzte ein individuelles Verständnis von Qualität in der Versorgung haben und ggf. persönliche Qualitätsmodelle von Ärzten entwickelt und typisiert werden. Es soll untersucht werden, inwieweit die persönlichen Qualitätsmodelle mit bestehenden Qualitätsmodellen übereinstimmen und wie sich vorhandene qualitätsverbessernde Maßnahmen darin einordnen lassen. Ebenfalls soll eruiert werden, wie sich qualitätsverbessernde Maßnahmen in Zukunft auf der Mikro- (Ärzte), Meso- (Praxis, Klinik) und Makroebene (Gesellschaft, Politik) weiterentwickeln sollten.

Schlussfolgerung: Durch die geplante Studie sollen persönliche Qualitätsmodelle von Ärzten entwickelt und typisiert werden. Ebenfalls soll eruiert werden, welche aktuellen qualitätsverbessernden Maßnahmen aus Sicht der Ärzte sinnvoll sind und ggf. Optimierungspotential oder neue Formen von qualitätsverbessernden Maßnahmen aufgezeigt werden. Diese könnten in Zukunft unter Berücksichtigung individueller Qualitätsmodelle an persönliche Qualitätsvorstellungen von Ärzten ausgerichtet werden.