gms | German Medical Science

10. Deutscher Kongress für Versorgungsforschung, 18. GAA-Jahrestagung

Deutsches Netzwerk Versorgungsforschung e. V.
Gesellschaft für Arzneimittelanwendungsforschung und Arzneimittelepidemiologie e. V.

20.-22.10.2011, Köln

Sektorenübergreifende Routinedatenanalyse zur Beschreibung der Schwangerenversorgung und Geburtshilfe

Meeting Abstract

10. Deutscher Kongress für Versorgungsforschung. 18. GAA-Jahrestagung. Köln, 20.-22.10.2011. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2011. Doc11dkvf196

DOI: 10.3205/11dkvf196, URN: urn:nbn:de:0183-11dkvf1965

Published: October 12, 2011

© 2011 Vietor et al.
This is an Open Access article distributed under the terms of the Creative Commons Attribution License (http://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/3.0/deed.en). You are free: to Share – to copy, distribute and transmit the work, provided the original author and source are credited.


Outline

Text

Hintergrund: Die steigende Kaiserschnittrate sowie die Frühgeburtlichkeit werden unter Kosten- sowie Versorgungsqualitätsgesichtspunkten diskutiert. Die DRG-Splittung und Neubewertung für primäre und sekundäre Sectio in 2010 sowie die Mindestmengenregelung zur Frühgeborenenversorgung in 2009 stellen zwei aktuelle Maßnahmen dar, deren Effekte noch offen sind. Vorliegende Analysen von Krankenhaus-Routinedaten belegen die Herausforderungen, lassen aber keine abschließenden Schlussfolgerungen zu.

98 Prozent der Geburten finden in Kliniken statt. Die Schwangerenversorgung, in der Risiken erkannt und gemanagt sowie Vorentscheidungen zum Geburtsmodus getroffen werden, nehmen jedoch niedergelassene Gynäkologen und Hebammen vor. Auch gesundheitliche Folgen von Sectiones und Frühgeburten bei Mutter und Kind fallen, insbesondere wenn diese nach Jahren auftreten, nicht mehr in den Versorgungsbereich der Geburtskliniken. Sektorenübergreifende Qualitätsanforderungen oder Behandlungsleitlinien fehlen. Grundsätzlich stehen die Leistungserbringer in der Geburtshilfe in einem intra- bzw. intersektoralen Wettbewerb zueinander, vernetzte Zusammenarbeit ist selten. Für werdende Eltern herrscht in dieser Situation wenig Transparenz bei gleichzeitig hohem Entscheidungsdruck

Material und Methoden: Versicherte haben Anspruch auf ein Versorgungsmanagement zur Lösung von Problemen an der Schnittstelle zwischen Leistungssektoren (§ 11, Abs. 4 SGB V). Eine sektorenübergreifende Analyse der Versorgungssituation zur Entwicklung geeigneter Ansätze ist deshalb erforderlich. Als Basis bieten sich Stamm- und Abrechnungsdaten der Krankenkassen an. Andere verfügbare Datengrundlagen1 liegen nicht sektorenübergreifend vor. Untersucht werden sollen mögliche Einflussfaktoren auf den Geburtsmodus und das Outcome von Mutter und Kind aus den Bereichen Vorerkrankungen und soziodemografische Merkmale der Mütter, Folgeerkrankungen von Mutter und Kind sowie Merkmale der in Anspruch genommenen Leistungserbringer (z.B. Größe/Fallzahlen Krankenhaus, Hebammenvorsorge, u.a.).

Ergebnisse: Basis sind rund 55.000 Entbindungen von TK-versicherten Müttern im Jahr 2008. Sofern möglich, erfolgt die Zuordnung der Neugeborenen. Diese Grundgesamtheit wird zunächst beschrieben. Hier liegen bereits Daten aus verschiedenen Leistungssektoren für den Zeitraum von zwei Jahren nach sowie für ein Jahr vor der Geburt vor, die für die Analyse herangezogen werden sollen.

Im zweiten Schritt soll durch Mittelwertvergleiche untersucht werden, ob signifikante Unterschiede in den vor- und nachgeburtlichen Leistungen und Erkrankungen, differenziert nach Geburtsmodalitäten, erkennbar sind. Für die Unterscheidung der Sectio von der vaginalen Entbindung erfolgt eine Vergleichsgruppenbildung durch Cluster der DRGs O01, O02, O60. Die Neugeborenen und insbesondere Frühgeburten sollen zum einen differenziert werden durch die DRGs P01, P03-06, P60-67, zum anderen mittels Cluster auf ICD-Basis (P07.-, P08.0), als Äquivalenz zum Geburtsgewicht.

Schlussfolgerung: Je nach Erkenntnisfortschritt wird eine Fortsetzung der Sekundärdatenanalyse in zwei Ansätzen vorgeschlagen: ein Monitoring weiterer Zeiträume des Geburtenjahrgangs 2008 sowie ein Trendsetting, d.h. die Analyse der Geburten weiterer Jahrgänge. Ziel ist die Entwicklung von Indikatoren für die Weiterentwicklung von Versorgungsmanagement-Ansätzen sowie Allokationsmodellen auf der Ein- sowie Ausgabenseite der Krankenkassen.


Literatur

1.
Statistisches Bundesamt. Available from: http://www.destatis.de/jetspeed/portal/cms/ External link
2.
AQUA-Institut für angewandte Qualitätsförderung und Forschung im Gesundheitswesen. Available from: http://www.aqua-institut.de/ External link
3.
Gesellschaft für Qualitätssicherung in der außerklinischen Geburtshilfe (QUAG) e.V. Available from: http://www.quag.de/ External link