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10. Deutscher Kongress für Versorgungsforschung, 18. GAA-Jahrestagung

Deutsches Netzwerk Versorgungsforschung e. V.
Gesellschaft für Arzneimittelanwendungsforschung und Arzneimittelepidemiologie e. V.

20.-22.10.2011, Köln

Postervorstellung des „Professionalisierungskurses“ der DEGAM im Rahmen des DKVF 2011 – Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses in der Allgemeinmedizin

Meeting Abstract

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10. Deutscher Kongress für Versorgungsforschung. 18. GAA-Jahrestagung. Köln, 20.-22.10.2011. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2011. Doc11dkvf177

DOI: 10.3205/11dkvf177, URN: urn:nbn:de:0183-11dkvf1771

Published: October 12, 2011

© 2011 Jendyk et al.
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Hintergrund: Im Rahmen des Deutschen Kongresses für Versorgungsforschung 2011 sollen unter anderem Konzepte zur wissenschaftlichen Nachwuchsförderung vorgestellt werden. Zur wissenschaftlichen Nachwuchsförderung in der Allgemeinmedizin wurde durch die Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin (DEGAM) 1999 der "Professionalisierungskurs" ins Leben gerufen. Das Ziel des Professionalisierungskurses besteht in der Weiterentwicklung von Kompetenzen der einzelnen Kursteilnehmer in (Versorgungs-)forschung und Lehre.

Die Erwartungen an den Kompetenzgewinn sind ebenso teilnehmerabhängig und unterschiedlich wie die inhaltlichen Kompetenzfelder. Inzwischen hat sich diese Form der akademischen Nachwuchsförderung in der DEGAM mit fast 100 Teilnehmenden (~40%Frauen) etabliert: seit September 2010 läuft der 6. Professionalisierungskurs mit 15 motivierten TeilnehmerInnen.

Material und Methoden: Der Kurs wurde in Anlehnung an ein kanadisches 5-Wochenenden-Programm zur Heranbildung wissenschaftlichen Nachwuchses und in Anknüpfung an einen Entwurf von P. Helmich zur Qualifikation allgemeinmedizinischer Hochschullehrer konzipiert. Er richtet sich primär an Lehrbeauftragte, wissenschaftliche Mitarbeiter und Hochschullehrer in der Allgemeinmedizin.

Der Kurs umfasst einen Zeitraum von 2 Jahren, in denen 5 thematisch unterschiedliche Wochenendblöcke rotierend an den verschiedenen Fakultätsstandorten seiner Teilnehmer sowie für jeden Teilnehmer ein einwöchiges Auslandspraktikum vorgesehen sind. In diesem Zeitraum werden kleine wissenschaftliche Projekte bearbeitet, die sich die Teilnehmer des Professionalisierungskurses selbst auswählen.

Die Wochenendblöcke sind der Projektzwischenauswertung, dem thematischen Austausch und der weiteren Vorgehensplanung vorbehalten. Die eigentliche Arbeit findet in Form von Hausaufgaben zwischen den Treffen statt. Natürlich ist auch hier ein Austausch, z. B. in Form von Telefonaten, Videokonferenzen, E-Mail oder über die eigene Kurshomepage, möglich und erwünscht. Zur Vorbereitung der Treffen und zur Bearbeitung einzelner Aufgabenpunkte werden Teams, meistens vor dem Hintergrund der geographischen Nähe, gebildet.

Besonderes hervorzuheben ist die Eigenverantwortlichkeit der Teilnehmer sowohl für die thematische Auswahl der wissenschaftlichen Projekte und deren Ausgestaltung als auch für das selbstorganisierte Lernen. Es findet kein Frontalunterricht statt, sondern jeder Teilnehmer ist zugleich Lehrender und Lernender. Der Erfolg und der Fortschritt des Kurses werden jedoch nicht nur von den Teilnehmern selbst beurteilt, sondern durch die Präsentation von Projektergebnissen im Rahmen der DEGAM-Kongresse und die Fertigung eines Abschlussberichtes auch der Evaluation durch eine interessierte (Fach-)Öffentlichkeit zugeführt.

Der Kurs wird ohne finanzielle Förderung durchgeführt, die Teilnehmer/Fakultäten tragen alle Ausgaben selbst.

Ergebnisse: Neben der Darstellung der Kursstruktur werden auch Ergebnisse einer Befragung der ersten Durchgänge durch den 4. Professionalisierungskurs in Bezug auf die Kompetenzerwartungen und deren Erfüllung sowie Verbesserungsvorschläge präsentiert.

Schlussfolgerung: Der "Professionalisierungskurs" der DEGAM hat sich als Konzept zur wissenschaftlichen Nachwuchsförderung bewährt und zur Verbreiterung der Kompetenzbasis für Versorgungsforschung im Bereich der Allgemeinmedizin beigetragen.

Die Daten des 4. Professionalisierungskurses wurden freundlicherweise von Prof. Dr. med. Bergmann zur Verfügung gestellt.