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10. Deutscher Kongress für Versorgungsforschung, 18. GAA-Jahrestagung

Deutsches Netzwerk Versorgungsforschung e. V.
Gesellschaft für Arzneimittelanwendungsforschung und Arzneimittelepidemiologie e. V.

20.-22.10.2011, Köln

Interessenkonflikt-Regulierung: Konzepte und offene Fragen zu ihrer Evaluation

Meeting Abstract

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  • corresponding author David Klemperer - Hochschule Regensburg, Regensburg, Deutschland
  • Hannes Knüppel - Medizinische Hochschule Hannover, Hannover, Deutschland
  • Daniel Strech - Medizinische Hochschule Hannover, Hannover, Deutschland
  • AG "Interessenkonflikt-Regulierung des DNEbM"

10. Deutscher Kongress für Versorgungsforschung. 18. GAA-Jahrestagung. Köln, 20.-22.10.2011. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2011. Doc11dkvf132

DOI: 10.3205/11dkvf132, URN: urn:nbn:de:0183-11dkvf1321

Published: October 12, 2011

© 2011 Klemperer et al.
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Interessenkonflikte können als eine Quelle für Bias (Verzerrungen und systematischen Fehler) in medizinischen Informationen und medizinischen Handlungen verstanden werden. In letzter Konsequenz resultiert aus diesem Bias das Risiko einer geringeren Qualität medizinischer Versorgung. Diese Biasquelle wurde in Deutschland bislang wenig kritisch untersucht und ist in Methodenvorgaben der Evidenz-basierten Medizin auch international noch wenig berücksichtigt. Während andere Bias-Quellen (z.B. Publikationsbias) relativ einfach konsensfähig zu definieren sind, besteht bei Interessenkonflikten bereits eine Herausforderung darin, eine sinnvolle, allgemein verständliche und Praxis-relevante Definition zu entwickeln. Erst dann jedoch wird eine rationale und effektive Diskussion über geeignete Methoden der Interessenkonflikt-Regulierung und deren Evaluation möglich sein.

Die AWMF hat 2010 neue Vorgaben zur Interessenkonflikt-Regulierung in den Fachgesellschaften und in der Leitlinienentwicklung publiziert [1]. Es gibt verschiedene Anzeichen dafür, dass in den nächsten Jahren durch interne Überlegungen oder aufgrund einer externen Erwartungshaltung (z.B. von nationalen und internationalen Forschungsförderern) auch in anderen Bereichen der medizinischen Versorgung, Forschung und Lehre Interessenkonflikt-Regulierungen überarbeitet oder grundsätzlich neu entwickelt werden (müssen).

Der erweiterte Vorstand des DNEbM hat im Januar 2010 eine AG „Regulierung von Interessenkonflikten“ eingerichtet, welche 2011 ein Diskussionspapier veröffentlicht hat [2]. Ziel der AG ist die Aufarbeitung und kritische Diskussion der Möglichkeiten und Grenzen für eine Evidenz-basierte Regulierung von Interessenkonflikten und nicht die Erstellung konkreter Regulierungsvorgaben.

Im Workshop informieren Mitglieder der DNEbM-AG über ein im angloamerikanischen Raum zunehmend einflussreiches Konzept zu Interessenkonflikten und ihrer Regulierung [3], [4], [5]. Weiterhin werden einige Empfehlungen des 2009 publizierten Institute of Medicine (IOM) Reports „Conflicts of Interest in Medical Research, Education, and Practice“ vorgestellt und exemplarisch auf den deutschsprachigen Raum übertragen [6].

Anschließend sollen die methodischen und praktischen Herausforderungen für erste Schritte einer angemessenen Evaluation von Interessenkonflikt-Regulierungen konstruktiv diskutiert werden.

Input:

1.
Prof. Dr. David Klemperer: Das Risiko-Konzept nach Dennis Thompson und seine Rolle für eine konstruktive Diskussion zur Interessenkonflikt-Regulierung
2.
Prof. Dr. Dr. Daniel Strech: Einführung in die Grundprinzipien einer Interessenkonflikt-Regulierung nach den Empfehlungen des Institute of Medicine (IOM).
3.
Hannes Knüppel, cand. MPH: Status quo der Interessenkonflikt-Regulierung in Deutschland

Literatur

1.
Müller W. Empfehlungen der AWMF zum Umgang mit Interessenkonflikten bei Fachgesellschaften. GMS Mitt AWMF. 2010;7:Doc8. DOI: 10.3205/awmf000206 External link
2.
Strech D, Klemperer D, Knüppel H, Kopp I, Meyer G, Koch K. Interessenkonfliktregulierung: Internationale Entwicklungen und offene Fragen. Ein Diskussionspapier. Berlin: Deutsches Netzwerk Evidenz-basierte Medizin (DNEbM); 2011. Available from: www.ebm-netzwerk.de/aktuelles/news2011-03-16-1
3.
Emanuel EJ, Thompson DF. The Concept of Conflicts of Interest, in The Oxford Textbook of Clinical Research Ethics, EJ Emanuel, Grady C, Crouch RA, et al, eds. Oxford: Oxford University Press; 2008. p. 758-766.
4.
Thompson DF. Understanding financial conflicts of interest. N Engl J Med. 1993;329(8): 573-6.
5.
Klemperer D. Interessenkonflikte. Gefahr für das ärztliche Urteilsvermögen. Deutsches Ärzteblatt. 2008;105(40): A2098-A2100.
6.
IOM. Conflicts of Interest in Medical Research, Education, and Practice. Washington D.C.: National Academies Press, Institute of Medicine (IOM); 2009.