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10. Deutscher Kongress für Versorgungsforschung, 18. GAA-Jahrestagung

Deutsches Netzwerk Versorgungsforschung e. V.
Gesellschaft für Arzneimittelanwendungsforschung und Arzneimittelepidemiologie e. V.

20.-22.10.2011, Köln

Gibt es einen potenziellen Aktualisierungs- und Ergänzungsbedarf des DMP-Moduls Herzinsuffizienz?

Meeting Abstract

10. Deutscher Kongress für Versorgungsforschung. 18. GAA-Jahrestagung. Köln, 20.-22.10.2011. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2011. Doc11dkvf104

DOI: 10.3205/11dkvf104, URN: urn:nbn:de:0183-11dkvf1045

Published: October 12, 2011

© 2011 Bartel et al.
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Hintergrund: Das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen wurde 2009 vom Gemeinsamen Bundesauschuss (G-BA) beauftragt, den potenziellen Aktualisierungs- und Ergänzungsbedarf des DMP-Moduls Herzinsuffizienz bei koronarer Herzkrankheit zu prüfen.

Material und Methoden: Zur Feststellung eines potenziellen Aktualisierungs- und Ergänzungsbedarfs wurde ein Abgleich zwischen den Leitlinienempfehlungen und dem DMP-Modul durchgeführt. Dazu erfolgte zunächst eine systematische Recherche nach Leitlinien in den Leitliniendatenbanken des National Guideline Clearinghouse, des Guidelines International Network und der Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften, bei fachspezifischen und -übergreifenden Anbietern sowie in bibliografischen Datenbanken. Der Publikationszeitraum umfasste Januar 2005 bis April 2010. Die identifizierten Leitlinien wurden anhand der Einschlusskriterien und auf ihre Relevanz für das DMP-Modul hin geprüft. Dann wurden aus diesen Leitlinien die relevanten Empfehlungen extrahiert, nach den Gliederungspunkten des DMP-Moduls sortiert, zusammengefasst und mit den Anforderungen des DMP-Moduls abgeglichen. Zur Darstellung der Stärken und Schwächen der eingeschlossenen Leitlinien erfolgte eine methodische Bewertung mit dem Appraisal of Guidelines for Research & Evaluation-(AGREE)-Instrument.

Ergebnisse: 16 evidenzbasierte Leitlinien wurden in den Bericht eingeschlossen. Darunter waren 3 deutsche, 5 europäische und 8 amerikanische Leitlinien. Nur 2 von 16 Leitlinien gaben Empfehlungen für die gesamte Versorgung, alle anderen beschränkten sich auf einen oder mehrere Versorgungsaspekte. Die beste methodische Bewertung wurde in den Domänen 1 (Scope and Purpose), 3 (Rigour of Development), 4 (Clarity and Presentation) und 6 (Editorial Independence) des AGREE-Instruments erreicht. Die Empfehlungen der eingeschlossenen Leitlinien entsprechen im Wesentlichen den Anforderungen des DMP-Moduls, die Leitlinien sind aber meist detaillierter als diese Anforderungen. Für einige Gliederungspunkte des DMP-Moduls kann ein potenzieller Aktualisierungs- und Ergänzungsbedarf diskutiert werden: Dies betrifft allgemeine nicht medikamentöse Maßnahmen wie die Behandlung des Schlafapnoe-Syndroms, Beratung zur sexuellen Aktivität, Impfungen und Reiseberatung. Aber auch für die medikamentöse Kardioversion mit Amiodaron kann ein potenzieller Ergänzungsbedarf diskutiert werden. Die in den Bericht eingeschlossenen Leitlinien geben darüber hinaus Empfehlungen mit hohem Empfehlungsgrad zur Herzschrittmachertherapie oder zur elektrischen Kardioversion, die bisher nicht Bestandteil des DMP-Moduls sind.

Schlussfolgerung: Für das DMP-Modul Herzinsuffizienz kann ein Ergänzungsbedarf diskutiert werden; es ergab sich aufgrund der Leitliniensynopse aber kein zwingend erforderlicher Änderungsbedarf. Bei der Recherche nach evidenzbasierten Leitlinien zur Herzinsuffizienz wurden überwiegend angloamerikanische Leitlinien identifiziert und nur wenige deutsche Leitlinien. Inwieweit Empfehlungen aus anderen Gesundheitssystemen auf Deutschland übertragbar sind, muss im Fall der Übernahme einer Empfehlung geprüft werden. Die Entscheidung über die Aktualisierung des DMP-Moduls Herzinsuffizienz obliegt dem G-BA.