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10. Deutscher Kongress für Versorgungsforschung, 18. GAA-Jahrestagung

Deutsches Netzwerk Versorgungsforschung e. V.
Gesellschaft für Arzneimittelanwendungsforschung und Arzneimittelepidemiologie e. V.

20.-22.10.2011, Köln

Gesundheitsbezogene Lebensqualitätsmessungen (HRQoL) und gesundheitsökonomische Effizienzmaße (Quality adjusted Life Years) im methodischen Vergleich anhand des PRÄVENT-Datensatzes

Meeting Abstract

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  • corresponding author presenting/speaker CO Jacke - Zentralinstitut für Seelische Gesundheit, Mannheim, Deutschland
  • author H Dressing - Zentralinstitut für Seelische Gesundheit, Mannheim, Deutschland
  • author HJ Salize - Zentralinstitut für Seelische Gesundheit, Mannheim, Deutschland

10. Deutscher Kongress für Versorgungsforschung. 18. GAA-Jahrestagung. Köln, 20.-22.10.2011. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2011. Doc11dkvf102

DOI: 10.3205/11dkvf102, URN: urn:nbn:de:0183-11dkvf1021

Published: October 12, 2011

© 2011 Jacke et al.
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Hintergrund: Medizinische Leistungserbringer haben den Nachweis einer qualitativ und quantitativ hohen Versorgungsqualität zu erbringen. Es liegt nahe, oftmals vorliegende, gesundheitsbezogene Lebensqualitätsdaten (HRQoL) zur Berechnung von qualitätsadjustierten Lebensjahren (QALY) heranzuziehen. Der Beitrag zielt darauf ab, die methodischen Unterschiede, Gemeinsamkeiten und Transferoptionen anhand eines realen Datensatzes der psychatrischen Versorgung zu demonstrieren.

Material und Methoden: Der PRÄVENT-Datensatz (Erhebungszeitraum 1.2.2008–31.1.2011) basiert auf einer prospektiven Interventionsstudie im Kontrollgruppendesign und umfasst zum Zeitpunkt der klinischen Entlassung bzw. Baseline-Messung N0=201, nach 12 Monaten N1=138 und nach 24 Monaten N2=60 Personen aus fünf Kliniken aus dem Rhein-Neckar Gebiet. Mit dem WHO-QoL BREF Instrument lagen Lebensqualitätsmessungen zu Personen vor, die infolge der Randomisierung eine psychatrische Standardtherapie (N=101) oder ein spezifisches Maßnahmenpaket zur Behandlung der Schizophrenie erhielten (N=100). Es gingen die QoL-Domänen der physischen und psychischen Gesundheit (physical, psychological), der sozialen Beziehungen (social relationsships) sowie Aspekte der unmittelbaren Umgebung (environment) in die Berechnungen ein. Einer Exploration der Fläche unter der Kurve (Area Under the Curve, AUC) erfolgte im querschnittlichen Sinne. Ein polynomiales, gemischt-lineares Wachstumskurven-Modell bildet die längsschnittliche Entwicklung der Lebensqualität zu den verschiedenen Zeitpunkten ab. Ein von der WHO entwickelter Transformationsalgorithmus überführt die Messwerte des WHO-QoL schließlich im Sinne einer visuellen Analog-Skala (VAS) auf die Skala der qualitätsadjustierten Lebensjahre (quality adjusted life years, QALY).

Ergebnisse: Die AUC-Berechnungen, das gemischt-lineare Modell und die berechneten QALYs können keine signifikanten, gruppenspezifischen Unterschiede in den Endpunkten entdecken.

Schlussfolgerung: Das AUC-Modell schließt nicht vollständig dokumentierte Datensätze aus und fasst die durchschnittliche Lebensqualität zwischen Messzeitpunkten summierend zusammen. Das gemischt-lineare Modell hingegen verwendet alle verfügbaren Personen-Messzeitpunkte und kann individuelle Zufallseinflüsse berücksichtigen. Dominante Präferenzordnungen einer Intervention auf allen Domänen ist jedoch eher die Ausnahme. Das QALY-Konzept bietet hier eine Komplexitätsreduktion an, indem es die Überlebensdauer mit der Lebensqualität verknüpft und Aussagen über durchschnittliche Veränderungen zwischen Zeitpunkten ermöglicht. Der verfügbare Transferalgorithmus bietet hier eine gute Möglichkeit an, QALYs zu berechnen. Die drei Methoden kommen zum gleichen Ergebnis.