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10. Deutscher Kongress für Versorgungsforschung, 18. GAA-Jahrestagung

Deutsches Netzwerk Versorgungsforschung e. V.
Gesellschaft für Arzneimittelanwendungsforschung und Arzneimittelepidemiologie e. V.

20.-22.10.2011, Köln

emerge – sichere und schnelle Hilfe in der Notfallstation

Meeting Abstract

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10. Deutscher Kongress für Versorgungsforschung. 18. GAA-Jahrestagung. Köln, 20.-22.10.2011. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2011. Doc11dkvf078

DOI: 10.3205/11dkvf078, URN: urn:nbn:de:0183-11dkvf0788

Published: October 12, 2011

© 2011 Eckl.
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Hintergrund: Dem gelungenen Eintritt des Patienten ins Spital kommt im Behandlungsprozess eine wichtige Bedeutung zu. Für den Patienten entscheidend ist das Ergebnis der Behandlung. Outcomedaten – auch aus Patientensicht – helfen zum Informationsgewinn, um die Patientenaufnahme optimal zu gestalten. Der Verein Outcome bietet die Messung „emerge – schnelle und sichere Hilfe in der Notfallstation“ zur Evaluation des Eintrittsgeschehens in der Notfallsituation an. Die Besonderheit der Outcome-Messungen liegt darin, dass sie sowohl die Patientenperspektive als auch die der Professionellen abbilden. Die standardisierten Auswertungen werden in Benchmarkingveranstaltungen – gemäss dem „Lernen vom Besten“ – von den teilnehmenden Spitälern diskutiert. Diese Datengrundlage macht es den Spitälern möglich, in ihrem Eintrittsgeschehen Schwachstellen und somit Potenziale für Verbesserungen aufzudecken.

Material und Methoden: Der Fokus beim Notfalleintritt liegt neben der Patientenzufriedenheit auf den Bereichen Sicherheit und Geschwindigkeit im Prozess.

Die Messung erfolgt mit Hilfe eines Erhebungsbogens, der von Pflegenden und Ärzten auf dem Notfall für jeden Patienten ausgefüllt wird. Mit diesem Bogen werden unterschiedliche Zeitpunkte erfasst, z.B. Zeitpunkt Aufnahme ins Spital, Erstkontakt Arzt oder Entlassung/Verlegung aus der Notfallstation. Neben diesen Zeitpunkten werden Triagierung, Information oder auch Schmerzerfassung erhoben. Der Patientenfragebogen mit über 20 Fragen zu den Bereichen Organisation (Wartezeit, Strukturen der Notfallstation), Information (Aufklärung) und Kommunikation (Freundlichkeit, Respekt) am Ende der Versorgung an den Patienten abgegeben.

Die Erhebung läuft in der Regel über einen Zeitraum von acht Wochen. In dieser Zeit werden alle stationären und ambulanten Patienten, die über den Notfall eines Krankenhauses eintreten, in die Erhebung aufgenommen. Nach Abschluss der Messung werden die Daten und den Krankenhäusern übermittelt.

Ergebnisse: Mit Hilfe der Ergebnisse der emerge-Messung kann jedes Krankenhaus so seinen Notfall evaluieren. Indikatoren, wie z.B. Bestätigung der Dringlichkeitseinstufung oder Erfassen einer Verzögerung im Notfall, zeigen mögliche Schwachstellen auf, die den Bereich der Patientensicherheit betreffen. Berechnungen von Zeitintervallen, wie z.B. Zeit von Eintritt ins Krankenhaus bis Zeitpunkt Erstkontakt Arzt oder Eintritt bis Entlassung/Verlegung zeigen die Leistungen im Bereich Geschwindigkeit auf. Eine detaillierte Aufschlüsselung der verschiedenen Zeitpunkten und Intervallen macht es den Krankenhäusern möglich, tief in den Prozess einzusteigen und so Ihre Notfallversorgung zu betrachten.

Schlussfolgerung: In den Benchmarking Veranstaltungen werden die Ergebnisse der Krankenhäuser untereinander verglichen. Der geschützte Rahmen ermöglicht es den Teilnehmenden, ihre Erfahrungen auszutauschen und ganz offen über ihre eigenen Ergebnisse, Schlussfolgerungen und Massnahmen zu sprechen. Erfahrungen von Krankenhäusern, welche die Messung „emerge“ bereits einige Male durchgeführt hatten, zeigen auf, dass die Ergebnisse zu Verbesserungsmassnahmen in der Notfallversorgung geführt haben und sich somit die Zufriedenheit der Patienten erhöht hat.

Die Messung wird aktuell weiterentwickelt. Neu hinzugekommene Indikatoren erweitern die Ergebnisse um Bereiche, die in der Notfallversorgung in den letzten Jahren mehr Gewicht erhalten haben. Die Pilotmessung wird momentan abgewickelt. Erste Ergebnisse der weiterentwickelten Messung stehen im Herbst 2011 zur Verfügung.