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10. Deutscher Kongress für Versorgungsforschung, 18. GAA-Jahrestagung

Deutsches Netzwerk Versorgungsforschung e. V.
Gesellschaft für Arzneimittelanwendungsforschung und Arzneimittelepidemiologie e. V.

20.-22.10.2011, Köln

Einstellung zur Erkrankung als Prädiktor von Lebensqualität und Fatigue bei Brustkrebspatientinnen mit antihormoneller Therapie – Erste Ergebnisse einer prospektiven Studie

Meeting Abstract

10. Deutscher Kongress für Versorgungsforschung. 18. GAA-Jahrestagung. Köln, 20.-22.10.2011. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2011. Doc11dkvf076

DOI: 10.3205/11dkvf076, URN: urn:nbn:de:0183-11dkvf0765

Published: October 12, 2011

© 2011 von Blanckenburg et al.
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Hintergrund: Die antihormonelle Therapie ist Standard der adjuvanten Behandlung bei Brustkrebspatientinnen mit positivem Hormonrezeptorstatus, wobei eine Einnahmedauer von 5 Jahren empfohlen wird. Die Behandlung bringt oftmals Beeinträchtigungen für die Lebensqualität der Patientinnen mit sich, z.B. durch Nebenwirkungen wie Fatigue. Befunde zeigen, dass Einstellungen von Patienten zu ihrer Krankheit und Behandlung einen Einfluss auf die gesundheitsbezogene Lebensqualität haben können. Ziel dieser Studie ist daher zu untersuchen, in welchem Maße das subjektive Krankheitsverständnis mit der Lebensqualität von Brustkrebspatientinnen zusammenhängt sowie einen Prädiktor für die Lebensqualität drei Monate nach Beginn einer adjuvanten antihormonellen Therapie darstellt.

Material und Methoden: In einem prospektiven Design wurden bisher 37 Brustkrebspatientinnen (mittleres Alter: 55,6; SD: 11,3) posteroperativ (t0), nach Entlassung aus dem Krankenhaus (t1) und 3 Monate nach Beginn der antihormonellen Therapie (t2) mittels Fragebogenerhebungen untersucht. Zur Erfassung des subjektiven Krankheitskonzeptes wurde der Illness Perception Questionnaire (IPQ-R) verwendet, zur Erhebung der gesundheitsbezogene Lebensqualität der Quality of Life Questionnaire (EORTC QLQ-C30) mit Brustmodul (EORTC BR-23) eingesetzt. Weiterhin wurden relevante demografische und medizinische Variablen erfasst.

Ergebnisse: In hierarchischen multiplen Regressionsanalysen zeigte sich ein eher negatives subjektives Krankheitverständnis - nach Kontrolle demografischer Variablen - als Prädiktor für eine niedrigere globale Lebensqualität (β=-.588, p<.001; korrigiertes R²=.290, p<.001) und eine höhere Fatigue (β= .428, p<.05; korr. R²=.133, p<.05) nach Entlassung aus dem Krankenhaus. Die Schwere der Brustkrebserkrankung mediierte die Zusammenhänge zwischen krankheitsbezogenen Einstellungen und lebensqualitätsbezogenen Faktoren nicht. Auch längsschnittlich ließen sich für die bisher zu t2 ausgewerteten Patientinnen Tendenzen in diese Richtung feststellen. Positive Einstellungen zur Kohärenz (QoL: r=.740, p<.05; Fatigue: r= -.703, p<.05) zeigten hierbei die höchsten Zusammenhänge.

Schlussfolgerung: Das subjektive Krankheitskonzept hängt mit der Lebensqualität postoperativer Brustkrebspatientinnen nach Krankenhausentlassung und nach Beginn mit einer adjuvanten antihormonellen Therapie zusammen. Psychologische Interventionen, die eine Bearbeitung der krankheitsbezogenen Einstellungen der Patientinnen beinhalten, könnten zur Steigerung der Lebensqualität beitragen.