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10. Deutscher Kongress für Versorgungsforschung, 18. GAA-Jahrestagung

Deutsches Netzwerk Versorgungsforschung e. V.
Gesellschaft für Arzneimittelanwendungsforschung und Arzneimittelepidemiologie e. V.

20.-22.10.2011, Köln

Die Integrierte Versorgung Gesundes Kinzigtal aus Sicht der beteiligten Leistungserbringer – Ergebnisse einer Trend- bzw. Kohortenstudie

Meeting Abstract

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  • author Matthias Nübling - Gesellschaft für empirische Beratung, Denzlingen, Deutschland
  • corresponding author presenting/speaker Achim Siegel - Universität Freiburg, Abt. f. Med. Psych. und Med. Soz., Freiburg, Deutschland
  • author Ulrich Stößel - Universität Freiburg, Abt. f. Med. Psych. und Med. Soz., Freiburg, Deutschland

10. Deutscher Kongress für Versorgungsforschung. 18. GAA-Jahrestagung. Köln, 20.-22.10.2011. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2011. Doc11dkvf055

DOI: 10.3205/11dkvf055, URN: urn:nbn:de:0183-11dkvf0558

Published: October 12, 2011

© 2011 Nübling et al.
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Hintergrund: Die Integrierte Versorgung Gesundes Kinzigtal (IVGK) in Südbaden ist eines der wenigen integrierten Vollversorgungsprojekte in Deutschland. Es wird von der Managementgesellschaft Gesundes Kinzigtal GmbH in enger Zusammenarbeit mit dem regionalen Ärztenetz MQNK sowie den beiden Krankenkassen AOK Baden-Württemberg und LKK Baden-Württemberg gesteuert. Hauptziel der Projektträger ist, die Versorgungsqualität zu erhöhen – auch im Vergleich zur herkömmlichen Versorgung –, und gleichzeitig den Kostenanstieg stärker zu dämpfen als in der herkömmlichen Versorgung. Die Managementgesellschaft hat mit den beiden Krankenkassen ein Einspar-Contracting vereinbart (Referenzkosten: adjustierte RSA-Normkosten Deutschland-West). Bereits in den ersten Jahren der IVGK (2006–08) wurden überraschend positive finanzielle Ergebnisse erzielt. Auch hinsichtlich der Versorgungsqualität, d.h. bzgl. der Reduktion von Phänomenen der Über-, Unter- und Fehlversorgung, sind viel versprechende Entwicklungsansätze erkennbar [1]. Die Leistungserbringer sind nicht nur an der operativen Steuerung der IVGK beteiligt, sondern auch an den IVGK-Gewinnen, über deren Verwendung sie mit entscheiden. Angesichts dieser Konstellation interessiert mit Blick auf die Leistungserbringer vor allem die Frage, wie zufrieden diese mit verschiedenen Aspekten der IVGK sind.

Material und Methoden: Die über fünfzig Leistungspartner der IVGK (Hausärzte, Fachärzte, Kliniken, Psycho- und Physiotherapeuten, Pflegeheime) wurden in den Jahren 2008–2010 einmal pro Jahr mit einem psychometrisch geprüften, weitgehend standardisierten Fragebogen befragt, und zwar zu folgenden Themen: Einstellung und Bewertung organisatorischer Aspekte der IVGK, Informations- und Kenntnisstand in punkto IVGK-Gesundheitsprogramme, Nachfrage der Angebote durch Patienten, Zufriedenheit mit verschiedenen Aspekten der IVGK und der eigenen Tätigkeit im Versorgungsnetz. Die Studie folgt dem Design einer Kohorten- bzw. Trendstudie.

Ergebnisse: Im Vortrag werden Ergebnisse der drei Befragungen der Jahre 2008–2010 präsentiert. Dabei werden wichtige Ergebnisvariablen sowohl für die Gesamtgruppe als auch für verschiedene Subgruppen getrennt wiedergegeben (z.B. Hausärzte vs. Fachärzte; niedergelassene Ärzte vs. sonstige Leistungserbringer, etc.). Es zeigt sich, dass die Bewertungen je nach befragter Subgruppe und nach Dauer der Netzzugehörigkeit variieren.

Schlussfolgerung: Die bisherigen Ergebnisse zeigen, dass die Leistungspartner der IVGK überwiegend sehr zufrieden mit der IVGK sind. Die Bewertungsunterschiede bei verschiedenen Subgruppen (Hausärzte vs. Fachärzte vs. sonstige Leistungserbringer) lassen aber auch noch Optimierungspotential erkennen. Eine regelmäßige standardisierte Leistungspartnerbefragung erscheint geeignet und sinnvoll, wenn man die Stimmung in einem IV-Netz auch unter den verschiedenen Subgruppen der Leistungspartner differenziert erfassen will.


Literatur

1.
Siegel A, Stößel U. Kurzbericht zur Evaluation der Integrierten Versorgung Gesundes Kinzigtal 2010 (EKIV-Evaluationsbericht 2010). Available from: http://www.ekiv.org/pdf/EKIV-Evaluationsbericht_2010_Kurzbericht_fin_2011-02-24.pdf, abgerufen am 06.06.2011 External link