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Deutscher Kongress für Orthopädie und Unfallchirurgie (DKOU 2012)

23.10. - 26.10.2012, Berlin

Das Cartilage Sign bei Coxitis fugax und Frühperthes

Meeting Abstract

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  • presenting/speaker André Sachse - Lehrstuhl für Orthopädie am REK, Eisenberg, Germany
  • Julia Langenberg - Lehrstuhl für Orthopädie am REK, Eisenberg, Germany

Deutscher Kongress für Orthopädie und Unfallchirurgie (DKOU 2012). Berlin, 23.-26.10.2012. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2012. DocPO19-478

DOI: 10.3205/12dkou644, URN: urn:nbn:de:0183-12dkou6446

Published: October 2, 2012

© 2012 Sachse et al.
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Fragestellung: In der Kinderorthopädischen Sprechstunde stellen sich häufig Kinder mit Hüftschmerzen und Bewegungseinschränkung vor. Neben der Anamnese und klinischer Untersuchung spielt die Sonografie eine entscheidende diagnostische Rolle. Insbesondere zur Ergußdiagnostik und im Rahmen differenzialdiagnostischer Erwägungen stellt die Sonografie des Hüftgelenkes eine schnelle, nicht strahlenbelastende, jederzeit verfügbare und kostengünstige Möglichkeit dar, die dem Behandler eine wegweisende Entscheidungshilfe gibt. Sonografische Artefakte können dabei ein Problem darstellen.

Methodik: Im Rahmen einer Promotionsarbeit zur Diagnostik des Frühperthes und des Verlaufes nach Diagnosestellung wurden 123 Kinder von 1994 bis 2005 einem MRT unterzogen. Zusätzlich erhielten diese Kinder ein prästationäres bzw. präoperatives bzw. ambulantes Sonogramm zur Erguß- und Knorpel-Extrusionsdiagnostik. Zusätzlich wurden 33 gesunde Kinder in dieser Zeit mittels MRT und Sonografie als Vergleichsgruppe untersucht und 187 Kinder mit einer Coxitis fugax von 1995 bis August 2011 zumindest der Sonografie zugeführt. Während in der primären Untersuchung das Perthes-Risiko und der Perthes- und Coxitis fugax-Verlauf analysiert wurden, fielen bei einigen Kindern verschiedene Artefakte auf. Eines von diesen, das Cartilage Sign, trat bei mehr als 24 Kindern auf.

Ergebnisse und Schlussfolgerungen: Die in der Studie gefundenen Risikozeichen im MRT bezüglich eines Mb. Perthes, insbesondere die Knorpel-Extrusion, führten auch ohne radiologische Zeichen zur DVO/IVO. Die dabei erzielten Ergebnisse zeigten ein gutes Outcome. Der erhobene Vergleich zwischen bestehender Extrusion und Cartilage Sign zeigte keine statistische Relevanz. Bei den Coxitis fugax-Kindern und auch in der gesunden Vergleichsgruppe konnte das Cartilage Sign in einzelnen Fällen nachgewiesen werden. Da auch die Dunkelziffer hoch ist und scheinbar kein prognostischer Zusammenhang besteht, wurde es lediglich beobachtet.

Sonografische Artefakte bei Coxitis fugax und Mb. Perthes, wie das Cartilage Sign, sind geeignet, fehlerhafte Befunde darzustellen. Es sollte daher dem Sonografeur bekannt sein, um einer negativen Prognose vorzubeugen, auch wenn der letztendliche Zusammenhang nicht widerlegt ist.