gms | German Medical Science

Deutscher Kongress für Orthopädie und Unfallchirurgie (DKOU 2012)

23.10. - 26.10.2012, Berlin

Funktionelle Aspekte der Membrana obturatoria im Hinblick auf die Beckenringfraktur

Meeting Abstract

Search Medline for

  • presenting/speaker Matthias Wollgarten - Universität Köln, Zentrum Anatomie, Köln, Germany
  • Jürgen Koebke - Universität Köln, Zentrum Anatomie, Köln, Germany
  • Jonas Andermahr - Universität Bonn, Kreiskrankenhaus Mechernich, Klinik für Unfall-, Hand- und Wiederherstellungschirurgie, Mechernich, Germany

Deutscher Kongress für Orthopädie und Unfallchirurgie (DKOU 2012). Berlin, 23.-26.10.2012. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2012. DocPO17-208

DOI: 10.3205/12dkou614, URN: urn:nbn:de:0183-12dkou6142

Published: October 2, 2012

© 2012 Wollgarten et al.
This is an Open Access article distributed under the terms of the Creative Commons Attribution License (http://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/3.0/deed.en). You are free: to Share – to copy, distribute and transmit the work, provided the original author and source are credited.


Outline

Text

Fragestellung: Welche Bedeutung hat die Membrana obturatoria für die Fraktur des Beckenringes?

Methodik: Anhand von 28 in Formalin-Alkohol fixierten Muskelbeinpräparaten werden die Hauptfaserverläufe der Membrana obturatoria hinsichtlich ihrer funktionellen Ausrichtung untersucht. Die Muskelfaserverläufe der Mm. obturatorii int. et ext. werden mittels röntgendichter Markierungen definiert und röntgenologisch erfasst. Dies geschieht in anterior-posteriorer Projektion, wobei das Präparat so gelagert wird, dass der Strahlengang orthogonal die Positionsnadelebene trifft. Um einer Rotation in der Z-Achse vorzubeugen, werden die Präparate in Verlängerung der Achse des C-Bogens positioniert. Analog geschieht dies, nach Feinpräparation der Membrana obturatoria, für drei definierte Hauptfaserzüge der Membran. Es werden die Kraftvektoren der Muskelfaserverläufe mittels Kräfteparallelogrammen bestimmt. Im nächsten Schritt erfolgt, mit Hilfe des Bildlots als Referenz, die Ermittlung der Winkel zwischen Kraftvektoren und Referenz, der Winkel der einzelnen Muskelfaserverläufe zur Referenz, der Winkel zwischen Membran und Referenz, sowie der Zwischenwinkel, d.h. der Winkel zwischen den Kraftvektoren und der Membrana obturatoria.

Die erhaltenen Winkelangaben der Kraftvektoren, der einzelnen Muskelfaserverläufe und der Membranfaserverlaufsrichtung werden jeweils miteinander, mittels des Korrelationskoeffizienten nach Pearson, analysiert und es werden die zweiseitigen Signifikanzen bestimmt. Die Zwischenwinkel werden hinsichtlich des Aspektes des Fiederungswinkels näher betrachtet.

Ergebnisse und Schlussfolgerungen: Für die einzelnen Muskelfaserverläufe des M.obt.ext., in Bezug zu den drei definierten Hauptfaserzügen der Membrana obt., erhalten wir zweiseitige Signifikanzen von p1<0,664,.p2<0,019 und p3<0,005. Die Nummerierungen der Signifikanzen von 1-3 beziehen sich auf die kranialen, die mittigen und die kaudalen Faserverläufe. Hinsichtlich des M.obt.int. ergeben sich zweiseitige Signifikanzen von p1<0,060, p2<0,141 und p3<0,030. Die Signifikanzen der berechneten Kraftvektoren zu den Membranfaserverläufen betragen p1<0,007, p2<0,017 und p3<0,001. Die erhaltenen Zwischenwinkel liegen im arithmetischen Mittel bei VM1=14,2°, VM2=12,4° und VM3=12,3°. Bezüglich der Membranfaserverläufe zur Referenz erhalten wir Werte von M1=104,4°, für M2=90,15° und für M3=77,25°.

Aus den Ergebnissen kann gefolgert werden, dass die Hauptfaserverläufe der Membrana obturatoria mit der resultierenden Zugkraftrichtung beider Mm. obturatorii int. et ext. korrelieren und die Muskeln einen gestaltenden Effekt auf die Membran haben. Entscheidend sind die resultierenden Zugkräfte und nicht die Muskelfaserverläufe der einzelnen Muskeln. Es konnten für die definierten Hauptfaserzüge spezifische Verlaufswinkel bestimmt werden, welche die Morphologie der Membran und die Bedeutung für die Beckenringfraktur näher beschreiben.