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Deutscher Kongress für Orthopädie und Unfallchirurgie (DKOU 2012)

23.10. - 26.10.2012, Berlin

Ökonomische Evaluation einer multimodalen Rückentherapie mithilfe von Krankenkassen-Routinedaten

Meeting Abstract

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  • presenting/speaker Karsten Witte - NOVOTERGUM AG, Mülheim a.d. Ruhr, Germany
  • Marco Sauer - NOVOTERGUM AG, Mülheim a.d. Ruhr, Germany
  • Michael Eckerl - NOVOTERGUM AG, Mülheim a.d. Ruhr, Germany

Deutscher Kongress für Orthopädie und Unfallchirurgie (DKOU 2012). Berlin, 23.-26.10.2012. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2012. DocPO17-796

DOI: 10.3205/12dkou606, URN: urn:nbn:de:0183-12dkou6063

Published: October 2, 2012

© 2012 Witte et al.
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Fragestellung: Rückenschmerzen sind bei Männern der häufigste und bei Frauen der zweithäufigste Grund für die Arbeitsunfähigkeit (15% aller Arbeitsunfähigkeitstage) sowie der zweithäufigster Grund für Krankenhausaufnahmen [1], [2]. Aus diesem Grund wurde eine ökonomische Evaluation des zwischen der DAK und der XXX abgeschlossenen Integrierten Versorgungsvertrags - Chronischer Rückenschmerz - durchgeführt. Die XXX-Population erhielt über 12 Monate an Stelle der GKV-üblichen physiotherapeutischen Behandlung ein an einen multimodalen Ansatz angelehntes Rückenprogramm zur Steigerung der Beweglichkeit und Kraft sowie zur Verbesserung der Alltagsbewältigung. Rückenbeschwerden der DAK-Vergleichsversicherten wurden im Rahmen der GKV-üblichen Versorgung mit vertragsärztlichen Leistungen, stationär sowie mit Arznei- und Heilmitteln behandelt.

Methodik: Grundlage der Analysen bildeten Krankenkassen-Routinedaten von 812 DAK-Versicherten XXX-Population), die zwischen dem 01.05.2006 und dem 22.01.2007 in den IV-Vertrag eingeschrieben wurden. Mittels Propensity-Score-Methode wurde eine Vergleichsgruppe von DAK-Versicherten (n=812) hinzugematcht. Die Vergleichsgruppe entsprach durch das Matching bezüglich der Parameter Alter, Geschlecht, Wohnort, KV-Zugehörigkeit, Schwere der Rückenbeschwerden und Komorbiditäten weitgehend der XXX-Population.

Durchgeführt wurden Analysen in folgenden Vergleichszeiträumen: Monat 1–3, Monat 10–12 und Monat 16–18 nach Einschreibung.

Ergebnisse und Schlussfolgerungen: Betrachtet man im Zeitverlauf die Höhe der AU- und KH-Tage sowie der Arzneimittelein-nahme zwischen der XXX-Population und der Vergleichsgruppe, so fällt eine besonders deutliche Reduzierung im Bereich der KH-Tage im Zeitraum Monat 1 bis 3 auf (vgl. Abb. 1). Diese Reduzierung zeigen sich auch bei den AU-Tagen und der Arzneimit-teleinnahme und bleiben bei allen drei getesteten Parameter bis in den Zeitraum Monat 16 bis 18 nachweisbar (vgl. Abb. 1 und 2).

Die XXX-Intervention ist in den ersten 3 Monaten am intensivsten und kann als Dosis-Wirkungsbeziehung interpretiert werden. Darüber hinaus ist zu beachten, dass die Wirkung der Therapie auch über das Therapieende nach 12 Monaten erhalten bleibt und 6 Monate nach der Therapie zu weiteren Kostenminderungen führt.

Ein kausaler Zusammenhang zwischen Kostenminderung und der XXX-Intervention liegt damit sehr nahe. Durch integrative Versorgungsmodelle sind Effizienz-steigerung in der Versorgung erreichbar, jedoch bedarf es individueller Versorgungsprogramme, regelmäßiger Kontrolle unter Berücksichtigung der ökonomischen Routinedaten sowie der Bereitschaft und Möglichkeit einer zeitnahen Leistungsanpassung der Versorgungskonzepte.


Literatur

1.
Hildebrandt J, Müller G, Pfingsten M. Lendenwirbelsäule - Ursachen, Diagnostik und Therapie von Rückenschmerzen. München: 2005.
2.
Bundesärztekammer (BÄK); Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV); Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF). Nationale VersorgungsLeitlinie Kreuzschmerz - Langfassung. Version 1.0. 2010. http://www.versorgungsleitlinien.de/themen/kreuzschmerz External link