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Deutscher Kongress für Orthopädie und Unfallchirurgie (DKOU 2012)

23.10. - 26.10.2012, Berlin

Blended eLearning in der (Unfall-)Chirurgie – Effektivität einzelner Darbietungsformen analysiert an 775 Studierenden

Meeting Abstract

  • presenting/speaker Achim Braunbeck - Johann Wolfgang Goethe Universität, Universitätsklinikum Frankfurt am Main, Klinik für Unfall-, Hand- und Wiederherstellungschirurgie, Frankfurt, Germany
  • Miriam Rüsseler - Johann Wolfgang Goethe Universität, Universitätsklinikum Frankfurt am Main, Klinik für Unfall-, Hand- und Wiederherstellungschirurgie, Frankfurt, Germany
  • Ingo Marzi - Johann Wolfgang Goethe Universität, Universitätsklinikum Frankfurt am Main, Klinik für Unfall-, Hand- und Wiederherstellungschirurgie, Frankfurt, Germany
  • Felix Walcher - Johann Wolfgang Goethe Universität, Universitätsklinikum Frankfurt am Main, Klinik für Unfall-, Hand- und Wiederherstellungschirurgie, Frankfurt, Germany

Deutscher Kongress für Orthopädie und Unfallchirurgie (DKOU 2012). Berlin, 23.-26.10.2012. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2012. DocPO11-1354

DOI: 10.3205/12dkou518, URN: urn:nbn:de:0183-12dkou5184

Published: October 2, 2012

© 2012 Braunbeck et al.
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Fragestellung: Die anfängliche Euphorie, als eLearning die Antwort auf alle Probleme der theoretischen Ausbildung war, ist heute Skepsis gewichen: trotz hoher Kosten und personellen Engagements konnte sich kaum ein Projekt dauerhaft durchsetzten, zudem ist mit Open Access Bibliotheken wie Wikipedia oder Youtube eine qualitativ fragwürdige, jedoch stark genutzte Konkurrenz entstanden. Mit Ausnahme weniger Projekte fehlt der Nachweis, dass eLearning klassischen Formen der Wissensvermittlung überlegen ist. Blended eLearning heißt der neue Hoffungsträger, die Verankerung der elektronischen Lehr- und Lehrinhalten in das bestehende Curriculum. Weit weniger noch, als über die dauerhaft messbaren Auswirkungen einzelner eLearninginhalte auf die curriculare Leistungen bekannt ist, ist jedoch über den Einfluss ihrer Darbietung, das Blending, bekannt. Ziel der Studie war daher zu untersuchen, wie sich einzelne Änderungen in Darbietung und Inhalt des eLearningangebots der (Unfall-)Chirurgie dauerhaft auf Klausur und Staatsexamen auswirken.

Methodik: Retrospektiv wurden die Klausur- und Staatsexamensergebnisse von 212 (Kohorte I, 2005/06), 235 (Kohorte II, 2008/09) und 328 (Kohorte III, 2011/12, nur Klausur) Studierender des dritten klin. Semesters miteinander verglichen. 2006 wurde erstmals ein eLearningangebot in der Chirurgie aufgebaut, basierend auf Präsentationen und Muster- Klausurfragen. Die Darbietung erfolgte über die passwortgeschützte eLearning Plattform (WebCT). 2009 wurden die Inhalte erweitert und auf einer öffentlichen Internetseite angeboten. Es wurde darauf geachtet, dass die Internetseite auch für organisatorische Informationen etc. genutzt werden konnte. Verglichen wurden das Abschneiden der Kohorten vor Implementierung des eLearningangebots, sowie jeweils zwei Jahre nach Einführung bzw. Wechsel der Plattform. Die statistische Auswertung erfolgte nach Test auf Normalverteilung (KS) mittels zweiseitigem Student t Test für ungepaarte Stichproben.

Ergebnisse und Schlussfolgerungen: Die Klausurergebnisse Studierender des 2005/2006 und 2008/2009 zeigten keine signifikante Unterschiede: Kohorte I beantwortete 78% +0,079 der MCQ Fragen richtig, Kohorte II 79% +0,088 (p>0,05). Die verfügbaren Staatsexamina (Herbst 2008 bzw. Herbst 2011) zeigten ebenfalls keine signif. Unterschiede (72% +0,085 vs. 77% +0,068, p>0,05). Studierenden der Kohorte III erzielten signif. schlechtere Klausurergebnisse als Studierende der Kohorten II: nur 64% +0,9 der Klausurfragen wurden richtig beantwortet (p<0,05).

Die einfache Bereitstellung von eLearninginhalten auch unter Nutzung moderner eLearningmanagment Plattformen führt zu keiner im Curriculum messbaren Verbesserung. Der Wegfall einer Passwortsperre, ebenso wie die Verknüpfung mit organisatorischen Elementen scheint keinen messbaren Vorteil zu erbringen. Als Konsequenz müssen weitere Blending-Elemente wie Darbietung interaktiver Inhalte etc. untersucht werden, eine Aufgabe, die der überuniversitären Kooperation bedarf.